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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe X (1875 / 115)

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der dritte ist eine Stiftung des Präsidenten der Gesellschaft, Grafen Ed- 
mund Zichy. 
Wiederholt kam im Laufe dieses Jahres zur Besprechung ein neues, 
von Herrn Kosch erfundenes Patinirungs- und Bronzirungsverfahren. 
Dieses Verfahren berührt auch Interessen des Museums und deshalb spe- 
ciell behandeln wir dasselbe etwas ausführlicher. 
Es ist bekannt, dass die Orientalen, speciell die Japaner, in dem 
verschiedenartigen Färben der Bronze das Glänzendste leisten und dass 
in Europa die Franzosen in diesem Punkte alle concurrirenden Völker 
übertreffen. Herr Kosch hat sich schon während der Weltausstellung mit 
dem Gedanken beschäftigt, das Patiniren der Bronze zu untersuchen und 
kam sehr bald zu den glücklichsten Resultaten. Unterstützt durch Zeich- 
nungen von Herrn Prof. Storck und durch den Zeichner Macht wurden 
praktische Versuche an Gefässen aus dem Atelier des Herrn Hanusch 
gemacht, welche darauf hinwiesen, dass dieses Verfahren eine grosse Zu- 
kunft hat, wenn es rechtzeitig verwerthet wird. Ueber die Art der Ver- 
werthung dieser Erfindung entspann sich eine Correspondenz zwischen 
der Gesellschaft und dem Curatorium des Museums, die in einem Be- 
schlusse des Curatoriums ihren vorläufigen Abschluss fand, dahin zielend, 
dass i. dieses neue K0sch'sche Verfahren ein sehr wichtiges sei, z. dass 
die Stellung des Herrn Kosch (die noch immer eine provisorische ist) 
nach allen Seiten geregelt werden müsse, und 3. die Gründung einer 
Musterwerkstätte zur Nutzbarmachung der Kosch'schen me- 
tallurgischen Erfindungen von Staatswegen nicht zu em- 
pfehlen sei, vielmehr die industrielle Verwerthung dieser 
Erfindung Sache jedesmaligen Uebereinkommens zwischen 
Herrn Kosch und den Industriellen sein müsse. 
Aber alle Bestrebungen werden gegenwärtig durch die Situation, in 
welcher sich unsere Industrie befindet, in den Hintergrund gedrängt. 
Gewiss ist wohl in diesem Augenblick nichts nützlicher, als die In- 
dustrie durch Preise und Schulen zu heben, die Erfindungen auf dem 
Gebiete der Metallurgie so viel als möglich zu fördern, - aber am Ende 
würden Schulen und Erfindungen nichts nützen, wenn die schaffenden 
künstlerischen und productiven industriellen Kräfte erlahmen würden. 
Daher ist die Belebung der künstlerischen und industriellen 
Kräfte das Losungswort des Tages. Die Thatsachen, die dem Vereine, 
welchem Künstler, Graveure, Bronzefabrikanten u. s. f. angehören, zur 
Verfügung stehen, lassen keinen Zweifel darüber aufkommen, dass die 
Zahl der productiven Kräfte in den Jahren nach der Weltausstellung in 
bedenklicher Weise im Abnehmen begriffen ist. 
Als ein Lichtblick ist die Wendung zu bezeichnen, welche die An- 
gelegenheit des Hochaltares für die Votivkirche genommen hat. 
Bekanntlich soll dieser Hochaltar den Mittelpunkt der lnnendecoration 
der Kirche bilden. Es soll ein Ciborienaltar geschaffen werden, mit einem
	        

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