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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XI (1876 / 125)

ßeilage zu Nr. 125 iei „Mittlieiliigei des k. L Ußiliir. Museums". 
_ An dem Unterricht in den Fachclassen können, insoferne die provisorischen Räume 
ausreichen und die betrelfenden Zöglinge eine entsprechende Befähigung bekunden, auch 
Huspitanten und ebenso Frauen theilnehmen. ' 
_ D_ie an dieser Anstalt vom Staate stipendirten Zeichenlehramts-Candidaten (zur Zeit 
i6 mit iahrlichen 300 Gulden) haben ausser der Vorhereitungsclzisse einen dreijährigen 
Lehrcurs mit vorgeschriebenem Studienplan zu absolviren, worauf dieselben einer Lehrer- 
prfifung unterzogen werden und je nach dem Erfolge ein Lehrbefahigungs-Zeugniss erhalten. 
A Die Verpflichtung der absolvirten Zeichenlehrer, im Staatsdienste ein öifentliches 
Zeichenlehramt zu bekleiden, erlischt nach Ablauf von drei Jahren. 
Für alle anderen Zöglinge ist der Besuch der Anstalt an keine Zeitdauer gebunden 
und kann der Austritt wann immer stattfinden, nur haben diejenigen, welche blos einen 
Semester. hindurch die Anstalt besucht haben, auf ein Zeugniss keinen Anspruch zu erheben. 
Mit Ausnahme der Hospitanten hat jeder eintretende Schüler die lnscriptionsgebühr 
von z Gulden zu erlegen, deren Summe der Lehrmittelsammlung zu Gute kommt. 
_ Der Unterricht in der Vorbereitungsclasse wie im Abendcurs ist unentgeltlich. - 
Schulgeld ist nur in den Fachclassen und zwar von den ordentlichen Schülern 5Gulden, 
von den Hospitanten io Gulden pro Halbjahr zu entrichten. Das Schulgeld ßiesst in die 
Staatscasse und werden unbemittelte, tleissige Schüler von dieser VerpHichtung auf Antrag 
des Lehrkörpers befreit. 
Gegenwärtige:- Stand des Lehrerpersouals. 
Diviector: Gustav Keleti, Maler. 
Ordentliche Professoren : ' 
i. Bartholomaus v. Szekely, Historienmaler, nach der Antike und dem lebenden 
Modell; z. Friedr. Schulek, Architekt, für architektonisches und omamentales Zeichnen; 
3. Ludwig Rauscher, Architekt, für ornamentales und kunstgewerbliches Zeichnen. 
Hilfslehrer .- 
4. Johann Greguss, akademischer Maler, für tigurales Zeichnen und Malen; 
S. Adolf Huszär, akademischer Bildhauer, für ornamentale und figurale Plastik; G. Josef 
Porsziisz, Architekt, Ingenieur, Professor der konigl. Oberrealschule im lV. Bezirk zu 
Budapest, für die mathematischen Hilfsfächer; 7. Gustav Morelli, Xylograph, für Holz- 
schneideliunst. 
Die Curse über Kunstgeschichte und die pädagogischen Fächer werden den Schü- 
lern der Anstalt an der k. ung. Universität zu Budapest durch die Universitats-Professoren 
Dr. Emerich Henszlmann und Dr. Moritz Kärmiin ertheilt. 
Das neue Schulgebäude der Anstalt, ein zweistöckiger Bau auf der neuen Radial- 
strasse zu Budapest, wird von der Anstalt zu Beginn des Schuljahres i876f77 bezogen 
werden können. 
Mit Bezug auf die breitere Grundlage, welche die Anstalt durch den neuen Schulbau 
erhält, wird der ganze Organismus und Lehrplan der Schule im laufenden Schuljahr 
i87S[76 einer Revision unterzogen und da der Lehrkörperidieser Anstalt zugleich als Prü- 
fungsforum sammtlicher Zeichenlehramts-Candidaten in Ungarn dient, auch die Prüfungs- 
normen der Zeichenlehramts-Candidaten' für alle Kategorien btTentlicher Schulen genauer 
festgestellt werden. 
Künlgl. luyor. Kunstgavmrheacliulo In Nllrnhorg. 
ule Nürnberg-i ist eine dem k. Staatsministerium 
des lnnem für Kirchen- und Schulnngelegenheiten unmittelbar untergeordnete Anstalt. 
Die Schule soll ihrei Bestimmung gemäss die künstlerische Ausbildung der Schüler 
in allen Fächern bis zur höchst möglichen Vnllendung anstreben und zugleich die An- 
wendung der Kunst aufdie Gewerbe, somit die Veredlung der letztern sich zum Ziele setzen. 
Alle in der Anstalt entstandenen Gegenstände sind nicht Cupien, sondern Originale. 
Mit den ornamentalen Zeichnungen nach plastischen Modellen beginnt in der 
el der erste Unterricht. Schon in dieser Classe soll durch die möglichst correcte 
Wiedergabe der Contouren, sowie der Licht- und Schattentöne, der Schüler nicht allein 
die üussere, sondern die ja eben so wichtige innere Bewegung der Formen verfolgen und 
sich einprägen. 
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Die i-Königliche Kunstgewerbesch
	        

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