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Full text: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XI (1876 / 125)

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das Protectorat über diesen Verein, gestattete, dass derselbe in Zukunft den Namen 
rMuseum Francisco-Carolinumw führen dürfe. Schon im Beginne der Errichtungdes. 
Museums zeigte sich eine allgemeine Theilnahme für diese Anstalt und wurde reiches 
Material für die verschiedenen Sammlungen des Museums zusammengebracht. Heute bereits 
mehr als 174.000 Einzelobjecte umfassend, bewahrt das wMuseum Francisco-Carolinum" 
gegenwartig einen Schatz von etwas über 10.000, namentlich für die oberösterreichische 
Landesgeschichte hochwichtiger Urkunden in Originalien und getreuen Abschriften, es zählt 
an Münzen, Siegeln, Waden und Gerathen des Alterthums und des Mittelalters, an inter- 
essanten archivalischen in Ober-Oesterreich gemachten Funden über 40.000 Nummern 
und eine nahezu gleiche Zahl in den Werken seiner Bibliothek, Karten- und Kupferstich- 
sammlung, andererseits eine über 96.000 Nummern umfassende naturwissenschaftliche 
Sammlung. Für diese reichen Sammlungen genügen die Räumlichkeiten, welche dem 
Museum von den obderennsischen Standen in einem landschaftlichen Gebäude zugewiesen 
sind, nicht mehr, und es wurden daher Erhebungen wegen eines ausreichenden Neubaues 
geptlogen, welcher 200.000 H. erfordern wurde. Durch die Jahresbeiträge der Vereinsmit- 
glieder, durch die Subvention des Landes und die dem Vereine zukommenden Geschenke 
können aber nur die laufenden Auslagen bestritten werden. Von Seite der Stadtgemeinde 
Linz wurde zum Zwecke dieses Neubaues der nöthige Baugrund auf einem sehr geeigneten 
Platze schenkungsweise abgetreten, der oberösterreichische Landtag hat dem Museum einen 
Beitrag von 130.000 3., zahlbar in 20 vom Jahre 1876 beginnenden Jahresraten von je 
6500 (1., aus dem Landesfond bewilligt, und durch die Spenden Sr. Majestat des Kaisers 
und k. k. H. des Erzh. Franz Carl ist es ermöglicht, den Bau in Angriff zu nehmen. 
(Subvention). Die "Prager Ztg." theilt mit, dass der Herr Hdndelsminister dem 
Gewerbevereine der Stadt Reichenberg zur Erhaltung des Gewerbemuseums in Reichenberg 
einen ausserordentlichen Subventionsbetrag von 1000 H. bewilligt hat. 
(Faohkataloga) Die Buchhandlung Lehmann dt Wentzel in Wien hat soeben 
einen Katalog ihres architektonischen und kunstgewerblichen Bucherlagers publicirt, welcher 
zuerst ein Verzeichniss einschlägiger Werke, nach den Verlegern geordnet, dann ein syste- 
matisches Verzeichniss,_endlich ein Autorenregister enthält, somit in jeder Richtung bequem 
zum Nachschlagen ist. Einzelne Absonderlichkeiten, wie z. B. die Aufzählung von Burck- 
hardi's i-Cultur der Renaissance- unter den Lehr- und Handbüchern der Baukunst, sind 
bei derartigen Arbeiten selten zu vermeiden. - Noch praktischer in der Anordnung ist die 
von dem Buchhändler E. Steiger in New-York herausgegebene narchitektonische Biblio- 
theki, welche ein alphabetisches Verzeichniss deutscher Werke aus dem Gebiete der Ar- 
chitektur, des Kunstgewerbes und verwandter Zweige mit lnhaltsubersichten, Auszügen 
aus den Prospecten, Einleitungen, Recensionen etc. und dazu ein umständliches Sach- 
Register in deutscher und englischer Sprache gibt. 
(Das Lehrpersonal der kgl. Knnstgewerbeaohnle in München) besteht aus 
den Herren: Professor Emil Lange, Director; Prof. Theodor Spiess: Ornamenten- 
Zeichnen nach plastischen Vorlagen, Zeichnen, Coloriren und Entwerfen von Fachorna- 
menten; Prof. Michael Echter: Figurenzeichnen nach Abgüssen und nach der Natur; 
Prof. Eugen Neureuthe r: Decorationsmalen und Entwerfen; Prof Heinrich Otto: Mo- 
delliren und Schnitzen; Prof. Friedrich Miller: Treiben, Ciseliren und Emailliren; 
Prof. Emil Lange: Architektonisches Zeichnen und Formenlehre, Auftragen von Werke 
Zeichnungen; Prof. Gustav Seeberger: Perspective und Schattenconstruction; Dr. Krel l: 
Kunstgeschichte und Styllehre; Prof. Hess: Figürliche Plastik. 
(Bernsteinlagar im Libanon.) Dr. Karl Landberg theilt, wie den "Hamburger 
Nachrichtenu aus Stockholm, 21. October, geschrieben wird, in einem, Libanon, Delga, 
den I. October, datirten Privatbrief mit, dass er überall im Libanon Bernstein in natür- 
lichem Zustande vorgefunden hat. Bei Diebe, vier Stunden von Sidon, in einem schönen 
aber wilden.Gebirge, untersucht Dr. Landberg augenblicklich ein altes Bernsteinlager, 
woselbst sich nicht nur Harz, sondern auch die verkohlten Bäume, aus welchen dasselbe 
floss, vorfinden. Ganze Baumstücke, an welchen noch Bernstein festsitzt, hat der schwe- 
dische Naturforscher gesammelt, um solche dem Stockholmer Museum, für dessen Rech- 
nung Dr. Landberg forscht und gräbt, zu ubermachen. Derselbe bemerkt u. A., dass es 
dadurch bewiesen, dass die Phönicier nicht aus ihrem Lande herauszugeben brauchten, 
um den für sie so wichtigen Bernstein zu suchen: 
Hierzu als zweite Beilage: 
Katalog der. Ornamentstich- Sammlung. 
1875. 
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