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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XII (1877 / 144)

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gehenden Commune sämmtliche Modelle von Machold und Steflitschek für 
ihre Schulen zu erwerben. 
Wenn es hier vielleicht auch nicht ganz am Platze ist, die übrige 
Museurnsausstellung lobend hervorzuheben, so können wir doch nicht 
umhin den grossen Beifall zu erwähnen, dessen sich dieselbe von Seite 
aller Besucher erfreut. Dadurch, dass sozusagen im letzten Augenblicke 
das Oesterr. Museum einen Saal an das orientalische Museum abzutreten 
genöthigt war, musste es all seine Objecte, mit Ausnahme der Aquarelle 
von Wegmayer und Wagner, welche zur Ausschmückung des Ganges 
als ein Gegengewicht den Gypsen gegenüber verwendet wurden, in einen 
einzigen Saal zusammendrängen. Kein Fleckchen Raumes blieb hier un- 
benutzt, und durch zweckmässige Vertheilung der Gegenstände wird nun 
dem Eintretenden der erfreuliche Eindruck des Reichthums, nicht aber 
das erdrückende Gefühl verworrener Ueberfüllung zu Theil. Die Wände 
sind verkleidet, auf einer Seite mit Mustertafeln aus Owen Jones' grosser 
Grammar of ornament, auf der zweiten mit Blättern aus Bargue 81 Ge- 
rome's Cours de dessin, mit Allonges und Dussurgey's Landschafts- und 
Blumenskizzen, auf der dritten mit einer Collection auf Cartons gespann- 
ter Spitzen und französischer und orientalischer Prachtstickereien. Auf 
Tischen längs der rechten Seiten- und einem Theile der Thürwand liegen 
nun alle Bücher über Perspective, Farhen- und Schattenlehre, und Zeichen- 
schulen zur Ansicht auf, einschliesslich der Vorlagenwerke und Zeitschrif- 
ten von Bucher 8! Gnauth, Storek, Teirich etc. und der Museums- 
publicationen über Form und Ausschmlickung antiker Thongefässe. Wenn 
diese Abtheilung wohl nur bei Fachleuten die rechte Würdigung finden 
dürfte, so fesselt die Aufmerksamkeit der meisten Besucher nmsümehr der 
übrige Theil der Museumsausstellung. Es sind dies die an der Fenster- 
wand in Glasschränken und auf Stellen untergebrachten galvanoplastischen 
Arbeiten von Haas, die Bronzegegenstände aus der Ciselirschule und die 
Proben verschiedener Techniken zum Schmucke von Majolika und Stein- 
gutwaare und der neuen Schmelzpatinirung für Metalle aus der chemisch- 
technischen Versuchsanstalt des Museums, zum Theile ergänzt durch Er- 
zeugnisse von Schütz aus Cilli, ferner die Imitationen von Kunstwerken 
von Holz und Metall aus der Gypsgiesserei - lauter Gegenstände, welche 
den Besuchern des Museums schon bekannt und eines weiteren Preises 
nicht bedürftig sind. Ein Gleiches gilt von den oft bewunderten Arbeiten 
aus der höheren Kunststickereischule des Handelsrninisteriums und von 
den Arbeiten aus den Schulen des Wiener Frauenerwerbvereines. Die 
Leistungen dieser beiden letzteren Anstalten, wie die Museumsausstellung 
überhaupt, fanden von Seite Sri Exzellenz des Herrn Statthalters die ein- 
gehendste Betrachtung und schmeiehelhafteste Anerkennung. Auf zwei lan- 
gen Tafeln in der Mitte des Saales haben schliesslich etwa 50 ausgewählte 
Fortsetjuüg auf der Beilage.
	        

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