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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XII (1877 / 147)

metrie und Rhythmus); -ygeemelrische oder die ordnende Grundlage der Verzierungen; 
- das Flachornament insbesondere; - Bethnung der Flache bez. ihres Charakters; - 
Gliederung der Fläche; - die Gesetze der ornamentalen Formenentfaltung; - das Stu- 
dium der Naturformen und das Stylisiren; - die Sinnbilder der Flachendecoration, Bänder, 
Umrahmungen, Füllungen u. s. f.; -- das Dessin; - die Bedeutung der Farbe für das 
Flachornament; - die_Elemente der Farbenlehre (nach Brücke) und Harmonie der 
Farben; - die Verzierungsweise der besten Kunstepochen; _ Methodische Bemerkungen; 
- Erklärungen der Tafeln. ' 
in den Text sind überdies über 150 einfache Umrissfiguren zur näheren Erklärung 
des Gesagten eingefügt und wird der Textband dem ganzen Werke entsprechend aus- 
gestattet werden. 
(Blusen-Ausstellung in Innsbruck.) Im Herbste des nächsten 
Jahrß findet in Innsbruck eine kunstgewerbliche Filial-Ausstellung des 
Musums statt. Se. k. Hoheit der Erzherzog-Protector Rainer und Se. Ex- 
cellenz der Herr Statthalter Graf Taaffe haben bereits ihre Zustimmung 
ertheilt. Das Programm dieser- Ausstellung wird in den nächsten Wochen 
festgestellt werden. 
(Ignaz Ginzkey. Ein Culturbild von Dr. F. Mamroth. Reichcnberg, 1877.) 
lgnaz Ginzkey, dessen Leben uns in dem vorgenannten Buche geschildert wird, war ein 
Mann, der sich durch seine von geistiger und sittlicher Tüchtigkeit getragene Thatigkeit 
binnen dreissig Jahren vom armen Arbeiter zum österreichischen Grossindustriellen empor- 
schwang, Wohlstand nicht bloss selber erwarb, sondern auch über seine Heimat Matfers- 
dorf bei Reichenberg verbreitete und, als er im Mai dieses Jahres, noch nicht ganz 58 Jahre 
alt, aus dem Leben schied, das gesegnetste Andenken an sein gemeinnütziges Wirken 
zurückliess. Das Culturbild, welches uns Herr Dr. F. Mamroth in der Lebensbeschreibung 
lg. Ginzkey"; verführt, zeigt uns den Mann in seiner Tüchtigkeit, Thätigkeit, Strebsam- 
keit, in seinen schwierigen Anfangen und lohnenden Erfolgen, in dem richtigen Erfassen, 
beharrlichen Festhalten und Ausbeuten der Chancen des Gelingens unter den gegebenen 
und wechselnden Verhältnissen. Das Buch ist aber auch noch in einer anderen Beziehung 
ein Culturbild, indem es auf die Wechselwirkung von Arbeit und Cultur eingeht, sie 
durch einen geschichtlichen Rückblick erläutert, die Arbeitsverhältnisse der Gegenwart 
und s eciell unseres Vatcrlandes, den Uebergang vom Kleinbetriebe zum Grossbctriebe, 
von er Haus- und Handarbeit zur Fabriks- und Maschinenarbeit, vom Orts- und Gau- 
zum Weltmarkte erörtert und zur Anschauung bringt. - lgnaz Ginzkey wurde t8tg in 
Matfersdorf bei Reichenbcrg geboren; der Vater besass eine kleine Gärtncnrirthschaft und 
betrieb nebenbei die Weberei und Tuchleistenspinnerei. Der letztere Erwerbszweig war 
in iener Zeit fast ausschlicsslich den Frauen überwiesen, welche auch das Verkaufs- 
eschäft zu besorgen hatten. Die Familie unterlag im Concurrenzkampfe der Maschinen- 
tndustrie gegen die Hausindustrie, aber lgnaz Ginzkey verstand die Zeit; er sah ein, dass 
er mit dem einen Stuhle, auf welchem gewöhnlich bloss Wollzeug für Frauenröcke an- 
gefertigt wurde, nimmer auf einen grünen Zweig gelangen könne, und warf sich auf die 
Teppichfabrication. t843 stellte er den ersten Tepptchstuhl auf und in demselben Jahre 
noch einen zweiten; _s0 ging die Erweiterung des Betriebes, die Heranziehung neuer Ar- 
beitszwei e, der Dcckenwebcrei, Färberei, Streich- und Kammgarnspinnerei, Verarbeitung 
von Wollabfallcn und sogenannter Kunstwolle, schrittweise fort, bis der Mann, welcher 
zuerst in dem kleinen väterlichen, dann in einem 'gemiethetcn Hause mit einem, zwei, 
sechs Teppicbstühlen gearbeitet hatte, dem die geliebte Braut nur ihre zwei Pathenthaler 
als Brautschau mitbringen konnte, zuletzt einen ganzenxOomplex von Fabriksgebäuden, 
der in dem Buche bildlich dargestellt ist, mit Dampf- und Maschinenbetrieb besass und 
seine Erzeugnisse in alle Welt verschicken konnte. Dieser Aufschwung ist in dem Buche 
geschildert, ein Beispiel untcr manchen anderen, und zugleich der Mann, dem er gelang, 
seine eigene Entfaltung. scin rastloses Wirken und menschenfreundliches KValten. 
Mir der uächslcn Nummer geht die Redaction der -Minheilungen des k. k. Oesterr. 
Museums-l in Folge der Geschäftsüberburdung das Unterzeichneten an Herrn Custos 
Eduard C h m e I arz über. 
- B. Buoher.
	        

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