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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XIII (1878 / 150)

Die Vleihnachts-Ausstellung im Ooslarr. Museum. 
Von J. v. Falke. 
Ill. 
So manche gute und anerkennenswerthe Arbeiten die Metallindustrie 
auf die Weihnachts-Ausstellung gesendet, so bieten sie uns doch wenig 
Veranlassung zu neuen Bemerkungen allgemeiner oder lehrreicher Art, 
und nur um diese ist es uns bei unserem Berichte zu thun, nicht um 
eine eigentliche Kritik des Ausgestellten. Indessen gibt es einzelne vor- 
ragende Erscheinungen, einzelne specielle Zweige oder Richtungen, die 
nicht mit Stillschweigen zu übergehen sind. 
Wenig zahlreich sind diesmal die Bronzen vertreten und zwar aus 
keineswegs bedauerlichen Ursachen. Es ist die zunehmende Arbeit und 
besonders auch die Beschäftigung für Paris, welche die vorhandenen 
Kräfte gänzlich in Anspruch nehmen. Was erschienen ist, vor Allem 
eine Collection brauchbaren Geräthes von Hollenbach, desgleichen eine 
grosse Anzahl meist kleinerer emaillirter Gegenstände von Jäger St Thiel, 
ist gewohnte und willkommene Erscheinung. Das vorragendste Stück auf 
dem ganzen Gebiete ist ein nach Storck's Zeichnung ausgeführter Luster 
von Hanusch 8a Dziedzinski, reich im Detail, edel in der Form, 
vollendet in der Ausführung. Es ist derselbe, welcher im Concurse zu 
Amsterdam den ersten Preis erhielt. 
Mehr als die Bronzen treten diesmal die Eisenarbeiten in den Vor- 
dergrund. L. Wilhelm und J. Gridl zeigen in Candelabern, Gittern, 
Leuchtern eine Reihe Arbeiten, die diesen der Architektur so eng ver- 
bundenen Zweig der Kunstindustrie in stets zunehmendem Aufschwunge 
erkennen lassen. lst auch der BegriE der geschmiedeten Arbeit dabei 
nicht immer buchstäblich zu nehmen, tritt auch die Maschine helfend ein 
und macht manches Blatt, manche Blume fertig, gerade nicht zu ihrem 
oder des Ganzen Vortheile, ist auch das Eisen nicht immer richtig ange- 
wendet, da bei kleineren Gegenständen Bronze oder Messing oft besser 
am Platze wären: so ist doch der Umschwung, der bei diesen Arbeiten 
im Gegensatze zum Gusse eingetreten ist, ein durchaus erfreuliches Zeichen. 
Mit ihm erst erhalten die Eisenarbeiten, die ehemals auch künstlerisch so 
grossartig und glänzend getrieben wurden, Styl und Charakter. 
Eine positive Neuerung zeigt auch unter den Metallarbeiten die 
diesjährige Weihnachts-Ausstellung, eine Neuerung, von welcher wir aber 
nicht ohne weiters behaupten wollen, dass sie richtig ist oder eine Zu- 
kunft hat. So wie sie ist, ein Plafond in Zinkguss, in hohem Relief, mit 
Ueppigkeit und Kühnheit entworfen und decorirt, ist sie allerdings, für 
sich betrachtet, immerhin eine bedeutende Leistung. Der Verfertiger, 
A. Winkler, denkt sich diesen Plafond nur als Theil eines metallenen 
Zimmers, gewissermassen einer erweiterten feuersicheren Casse, dessen 
Wände und Fussboden gleich dem Plafond aus Metall herzustellen seien.
	        

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