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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XIII (1878 / 150)

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Laufberger herausgegebenen SgraIfito-Decorationen sind sammtlich bereits zur Ausführung 
gelangt, sie haben daher den Vorzug, dass sie den realen Bedürfnissen des Kunstlebens 
entsprungen sind. 
Ganz besonders aber müssen wir die Wohlfeilheit dieser trefflichen Publication 
betonen, da gegenwärtig, insbesondere in den Schulen, geklagt wird, dass die wohlfeilen 
Zeichenvorlagen nicht gut und die guten zu theuer sind. Das Heft der Sgraffito-Deco- 
rationen mit fünf Blättern in Folio kostet nur 2 ü. (4 Mark). Es ist daher Gewerbe- 
und Zeichenschule in der Lage, das Werk sich anzuschaffen; in 5 Heften wird das- 
selbe abgeschlossen sein. 
Hans Brosamefs Kunstbüchlein. Nach dem Exemplare des königl. 
Kupferstichcabinets in Berlin. Berlin bei Wasmuth, 1878. 
Director F. Lipptnann hat soeben das Brosamefsche wKunStbüchlelnM, nach 
einem Exemplare des k. Kupferstichcabinets im Lichtdruck durch Herrn A. Frisch nach- 
gebildet, veröffentlicht. Hans Brosamer, Maler, Kupferstecher und Formschneider, lebte 
1536-1550 zu Fulda, später in Erfurt, wo er 1552 starb. Diese schöne Reproduction 
des seltenen Büehleins sei Kunstgewerbeschulen, Goldschmieden, Künstlern und Kunst- 
freunden bestens empfohlen! Die bekannte Durensche sog. Tapete wurde als Einband in 
origineller Weise verwendet. 
Dr. Herrn. Grothe: Die Industrie Amerikas Berlin 1877. 
- - Bilder und Studien zur Geschichte vom Spinnen, Weben, 
Nähen. 2. Auii. Berlin 1875. 
- - Leonardo daVinci als Ingenieur und Philosoph. Berlin 1874.. 
- - Die Spinnerei, Weberei und Appretur auf der Weltausstel- 
lung zu Paris 1867. Berlin 1868. 
Es scheint uns aus mehr als Einem Grunde passend, auf die oben angeführten 
Werke aufmerksam zu machen, da ihr Verfasser nicht bloss fachmännische, sondern auch 
eine nicht gewöhnliche gelehrte Bildung besitzt und ausserdem als Vertreter und Führer 
einer volkswirthscbaftlichen Partei und als deutscher Reichstags-Abgeordneter eine her- 
vorragende Rolle spielt. Insbesondere sind es die drei erstgenannten Werke, welche der 
vollen Beachtung empfohlen zu werden verdienen. In dem ersten, das mit zahlreichen 
Illustrationen versehen ist, gibt H. Grothe aus Anlass der Weltausstellung in Philadelphia 
eine Geschichte der Industrie der Vereinigten Staaten. ein Bild ihrer Entwickelung und 
Lage, mit besonderer Rücksichtnahme auf die Ansiedlung, die YVirthschaftssysteme und 
auf die Hilfsmittel der Industrie in den Vereinigten Staaten. Besonders eingehend wird 
die Frage des Patentschutzes, des Schutzzolles und jene über den natürlichen Reichthum 
behandelt. 
Die -Bilder und Studienw beschäftigen sich mit Fragen über die geschichtliche Ent- 
wicklung des Spinnens und Webens (auch mit Rücksicht auf das Spinnen und Weben 
bei den Alten) und insbesondere auch mit dem Nahen und der Nähmaschine. Das iVerk 
ist bereits in zweiter Auflage erschienen. 
Die mit 77 Holzschnitten und einer facsimilirten Tafel versehene Abhandlung in 4", 
wLeonardo da Vinci als Ingenieur und Philosoph-i, ist eine willkommene Ergänzung der 
Schriften von Venturi, Marx u. A. über Leonardo als Naturforscher. Sie scheint mehreren 
Kunstgelehrten entgangen zu sein und vervollständigt das Bild des universell begabten 
Künstlers in vorzüglicher Weise. 
Im Vereine mit Herrn Bouche hat Dr. H. Grothe auch eine Schrift, wDlB Nessel 
als Textilpflanze- (1877), herausgegeben. 
KLEINERE MITTHEILUNGEN. 
(Gesohenke 3.11 118.8 Museum.) Herr Baron Albert Ruthschild 
hat einen modernen, reich ornamentirten spanischen Sattel mit Zaumzeug 
dem Museum zum Geschenke gemacht, der Rahmenfabricant Ulrich jun. 
eine Summe von 100 Mark für ein Schulstipendium gewidmet. 
(Kunatgewerbesohule des Museums.) Herr Reg-Rath Storck 
wurde [auf sein Ansuchen vom hohen k. k. Unterrichtsministerium mit
	        

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