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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XIII (1878 / 153)

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nicht rnit einer Fälschung, wohl aber auch hier mit einer freien Nach- 
schöpfung des Alterthums zu thun haben, die vor dem Braunschweiger 
Gefässe insofern den Vorzug verdient, als sie möglicher Weise schonin 
den ersten Decennien des XVlx. Jahrhunderts, also in der besten Zeit der 
Renaissance, entstanden sein kann. 
Die Archäologie wird demnach diese beiden nur irrthümlich in ihr 
Gebiet eingeführten Prunkstücke der neueren Kunstforschung zu weiterer 
Behandlung zu überantworten haben. Einem eingehenderen Studium der 
modernen Glyptik wird es vielleicht gelingen, zu positiveren Resultaten 
über ihren Ursprung, sowie über die Personen ihrer Urheber zu gelangen 
und ihnen dadurch eine bestimmte Stellung in der Geschichte dieses Kunst: 
zweiges im Zeitalter der Renaissance zu sichern. 
Pariser Ausstellung. 
Se. Majestät der Kaiser haben für die Weltausstellung in Paris 
die nachfolgenden Kunstwerke theils ankaufen, theils ausführen zu lassen 
geruht: - 
a) Schild, Kampf der Lapithen und Centauren bei der Hochzeit 
des Perithous, componirt und modellirt vom k. k. Kammermedailleur 
J- Tal-ltßrlhayn, in Silber ausgeführt vom k. k. Hof- und Kammer- 
Gold-, Silber- und Metallwaaren-Fabrikanten J. Klinkosch; 
b) grosses Emailbild: "Kaiser Rudolf von Habsburgu, vom Emaillcur 
und Graveur Josef Chadt; 
c) ciselirte eiserne Cassette mit Darstellungen aus dem Leben Kaiser 
Maximilians, von S. Grünwald; 
d) altdeutsche Kanne nebst Tasse in Bronze, getrieben und ciselirt 
vom Ciseleur A. Kolbinger; 
e) nDes Sängers Fluch", Gruppe vom Bildhauer Seib (Schüler des 
Prof. Kundmann), in Bronze ausgeführt von Turbain; 
f) v-Laudona, lebensgrosses Reiterbild von S. L'Allemand; 
g) nSilbercasetteu, componirt und ausgeführt vom k. k. Hof- und 
Kamrnergraveur Heinrich Jauner. Die achteckige Schrnuckcasette ist 
im reichsten Louis XllL-Style aus oxydirtem, theilweise vergoldetem 
Silber ausgeführt, 80 Ctm. hoch, 54. Ctm. breit und 28 Kilo ßlöthiges 
Silber schwer. 
Eine Reihe von Einrichtungsstiicken für die Hofmuseen und das 
neue Hofburgtheater ist schon vor Jahr und Tag, insbesondere zu Gun- 
sten der Bronzeindustrie, vergeben worden. Bei dieser Vorausbestellung 
wurde auch die Beschickung der Pariser Weltausstellung mit Erzeugnissen 
der Wiener Kunstindustrie ins Auge gefasst, welche dieselbe würdig ver- 
treten und zugleich ihre Verwendung für die innere Einrichtung der drei 
Monumentalbauten anschaulich machen sollten. Diese nach Paris theils
	        

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