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Nr. 8 
INTERNATIONALE SAMMLER - ZEITUNG 
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gegeben und ausgesprochen, daß die Zeichnungen vorläufig 
der Technik gehören. In der Begründung heißt es: Nach den 
unangefochtenen Feststellungen befanden sich die Zeichnun 
gen in einem Kasten, waren also nicht versteckt, denn ein 
Kasten dient zur «Verwahrung und nicht zum Versteck. Von 
einem Versteck könnte nur gesprochen werden, wenn sich die 
Zeichnungen in einem Geheimfache befunden hätten. 
Wenn der Kläger behauptet, daß von den Zeichnungen niemand 
etwas gewußt habe, so ist zu sagen, daß die Kenntnis von 
den Sachen für die Beurteilung keine Rolle spielt. Da fest 
steht, daß der Kläger bei einer Nachschau in dem Kasten, 
dessen Inhalt zu beaufsichtigen zu seiner Dienstpflicht ge 
hörte, Zeichnungen gefunden hat, so schließt dies allein die 
Beurteilung der Auffindung nach Fundrecht aus, Es steht hier 
nicht zur Erörterung, ob die Technik Eigentümerin der Zeich 
nungen ist und ob sie ein Recht hat, diese weiterhin zu be 
halten, sondern der Kläger hatte seinen Eigentumsanspruch 
nachzuweisen, was gescheitert ist. 
NUMISMATIK. 
(Münzenversteigerung im Dorotheum.) Wie schon gemel 
det, veranstaltet das Wiener Dorotheum am 16. April eine 
Münzenversteigerung. Es kommen vornehmlich Stücke öster 
reichischer Herkunft, so Taler und Halbtaler aus der Zeit des 
Kaisers Ferdinand I., ein dreifacher Taler mit Rudolf II., meh 
rere Taler mit demselben Kaiser, Taler und Doppeltaler mit 
Ferdinand II., Ferdinand III., Leopold I., Josef I. und Karl VI. 
zum Ausgebot. Unter den Prägestücken ist auch ein Maria- 
Theresien-Dukaten erwähnenswert. Des weiteren soll auf einen 
Josef-II.-Halbkronentaler, Franz-II.-Taler und Franz-II.-Kronen- 
taler hingewiesen werden, Gulden, Fünfkronen und Kronen 
mit dem Bildnis Kaiser Franz Josefs I. sind ebenso vertreten, 
wie zahlreiche Prägestücke, die Köpfe verschiedener Erzher 
zoge tragen. Neben österreichischen Münzen iinden wir auch 
brandenburgische, wie auch von Klöstern und geistlichen Für 
sten ausgegebene Münzen nicht fehlen, Das Mittelalter ist 
durch Pfennige und Denare repräsentiert. Auch antike und 
orientalische Münzen sind zahlreich vorhanden. Desgleichen 
kommt Papiergeld, vornehmlich österreichisches vom 
Jahre 1796 an, zur Versteigerung. 
PHILATELIE. 
(Billige Postwertzeichen.) Die Deutsche Reichspost hat 
sich entschlossen, den Restbestand an Briefmarken, der am 
31. Juni .seine Gültigkeit verliert, zu verbilligten Preisen an 
da« Publikum abzugeben, und zwar in der Weise, daß zum 
Preise von 10 Stück jeweils 12 abgegeben werden. Da die 
Bestände nicht mehr sehr groß sind, erfolgt die Abgabe nur 
an einzelnen Postämtern. 
(Garibaldi-Marken.) Zur Erinnerung an den fünfzigsten 
Todestag Garibaldis gab Italien eine Serie von Erinne 
rungsbriefmarken aus. Ein gestaffelter Ueberpreis kommt dem 
Nationalverband garibaldinischer Freiwilliger zugute. 
(Die verkannten Tuberkulose-Marken.) Frankreich gibt 
jedes Jahr besondere Marken zur Unterstützung der Tuber 
kulose-Vereine heraus. Kam da eines Tage® ein Bäuerlein in 
der Normandie entrüstet zum Postamt und beklagte sich bitter, 
daß die Marken gar nichts »geholfen« hätten. Auf seine er 
staunte Frage erfuhr der Beamte, daß der Mann sich einen 
Bogen mit hundert Marken gekauft und diese seiner Frau auf 
den Rücken ■ geklebt hatte, ohne daß hiervon natürlich die 
Rückenschmerzen nachgelassen hatten. Nachdem der Beamte 
dem Bauern mit Mühe und Not klar gemacht hatte, daß die 
Tuberkulosemarken für diesen Verwendungszweck nicht be 
stimmt sind, verlangte dieser, das Postamt solle die Marken 
wieder zurücknehmen. E« dauerte eine volle Stunde, bis dem 
Bauern der Begriff Hygiene klargemacht werden konnte, worauf 
er enttäuscht das Postamt verließ. 
(Der Schrecken der Brieimarken-Händler.) In Berlin 
wurde ein gewisser Theodor Emil Weber verhaftet, der seit 
langem der Schrecken der Briefmarkenhändler war. Er mietete 
sich in Wien im Hause V., Spengergasse 9, ein und ließ sich 
von Briefmarkenhändlern Musterkollektionen senden. 
Als Garantie lag stets eine Bestätigung einer »Bank für Handel 
und Industrie« bei, aus der hervorging, daß Weber dort ein 
größeres Depot habe. Daß diese Bestätigung eine Fälschung 
war und eine Bank dieses Namens überhaupt nicht existierte 
ahnten die Händler nicht. Als sie darauf kamen, daß sie einem 
Schwindler aufgesessen waren, war Weber bereits über allen 
Bergen. Nun hat ihn der Arm der Gerechtigkeit in Berlin 
erreicht. Weber hat sich, wie nun bekannt wird, schon früher 
mit Markenschwindeleien beschäftigt. Er fälschte die von 
Sammlern sehr geschätzten sächsischen Drei-Pfen- 
nig-Marken, mit denen er einen schwunghaften Handel 
betrieb. 
(Die Katzenpost.) De> Ortssinn der Katzen ist ähnlich 
denen der Brieftauben in den Dienst der Nachrichtenüber 
mittlung gestellt worden. Im Jahre 1879 wurde eine solche 
Katzenpost in Belgien eingerichtet. Die Tiere wurden aus 
Lüttich in verschiedene Teile Belgiens verschickt und mit 
Briefen versehen, freigelassen, Bereits nach 4% Stunden traf 
die erste Katze, die 30 km zurückgelegt hatte, ein; während 
der nächsten 24 Stunden waren sämtliche Tiere wieder zurück. 
VERSCHIEDENES. 
(Tod bekannter Sammler.) Aus Triest wird uns be 
richtet: Die Toten reiten schnell. Dem verehrungswürdigen 
Präsidenten der Raffineria di Olii Mineral! Michael Ritter von 
G a 1 a 11 i, der vor kaum drei Monaten aus dem Leben ge 
schieden ist, ist jetzt dessen Witwe in den Tod gefolgt. Der 
letztwilligen Verfügung Galattis gemäß fällt nun dessen groß 
artige Antiquitätensammlung dem Mused Civico zu. Galatti 
war ein eifriger Sammler, der auf seinen weiten Reisen mit 
viel Verständnis, namentlich alte Waffen gesammelt hat. Be 
sonders interessierte er sich für Pulverhörner und man darf 
wohl, ohne Widerspruch zu befürchten, behaupten, daß seiner 
Kollektion von Pulverhörnern keine andere im. Privatbesitz 
gleichzustellen sei. Einzig in ihrer Art ist auch seine Sammlung 
alter Lorgnons. Daneben sammelte R. v. Galatti auch 
alte Gemälde, Stiche, antike Möbel, hervorragende Fayencen, 
Majoliken, Gläser, Bronzen etc. 
(Franz Marischka.) Der Inhaber der Wiener Kunstmöbel 
fabrik Johann Marischka, Kommerzialrat Franz Marischka, 
hat sich in seinem Büro mit Leuchtgas vergiftet. Als Grund 
wird Nervenzerrüttung angegeben. Die Möbelfabrik Marischka 
befaßte sich hauptsächlich mit der Einrichtung hochherrschaft 
licher Wohnungen, besonders die Schlösser und Burgen der 
Aristokraten wurden von Marischka eingerichtet. Eine seiner 
Glanzleistungen ist die Einrichtung von Schloß F e i s t r i t z, 
das der gegenwärtige Besitzer, Herr Maximilian von 
Mauthner zu einem förmlichen Museum ausgestaltet hat. 
Marischka galt auch als Spezialist für die Reparatur antiker 
Möbel und hatte auf diesem Gebiet einen bedeutenden 
Kundenkreis. 
(»Sbori« ist gestorben.) Aus Paris wird uns geschrieben: 
Er hieß eigentlich Zborowski, Leopold Zborowski mit 
seinem vollen Namen, aber in der Kunstwelt nannte man ihn 
schlechtweg Sbori. Als Student kam er vor Jahren aus 
seiner polnischen Heimat an die Sorbonne, ein Zufall machte 
ihn zum Kunsthändler, Durch günstigen Verkauf eines Bildes 
war er in den Besitz einer größeren Summe gelangt, was ihn 
veranlaßte, sich ganz dem Kunsthandel zu widmen. Er war 
Jahre hindurch Freund und Berater nahezu aller Pariser 
Künstler und viele heute bekannte Namen verdanken ihm ihren 
Aufstieg. Sbori, der immer eine offene Hand hatte, galt nach 
dem Kriege als vielfacher Millionär; die wirtschaftlichen Ver 
hältnisse hatten aber auch ihn um sein Vermögen gebracht 
und man sagte, daß er in der letzten Zeit mit großen Geld 
sorgen zu kämpfen hatte. 
(Goethe-Gedenkschau in Düsseldorf.) Im Historischen 
Museum der Stadt Düsseldorf wird gegen Mitte Mai d. J. 
eine intime Goethe-Gedenkschau veranstaltet, die 
zahlreiche Erinnerungsstücke an Goethe und seinen Kreis um 
faßt. In der Hauptsache handelt es sich um die erstmalige 
Ausstellung des Nachlasses Bernhards von Arnswald, eines 
bisher wenig bekannten Malers und Radierers aus dem Goethe- 
Kreis. Die Abteilung »Goethe und Düsseldorf« enthält viele 
Andenken der Familie J a c o b i. Veranstalter der Ausstellung 
ist der .Kunsthistoriker Dr. Alfred Schubert im Verein mit 
der Leitung des Historischen Museums. 
(Eine Holzausstellung,) Im Lichthof des Kölner Kunst 
gewerbemuseums sind zur Zeit aus dem Besitz der Sammlung 
Küppers zahlreiche Proben roher und furnierter Hölzer 
ausgestellt. Bis zum Biedermeier etwa wurden unsere Möbel 
aus dem massiven Stück gefertigt. Wir waren damals arm 
und mußten in allem sparen. Man ging also auch dazu über, 
furnierte Möbel herzustellen. Die einige Millimeter starken 
Furniere der jeweiligen Holzarten wurden dann zu dem übrigen 
Holz gefügt. Es gibt Messer-, Schäl- und Sägefurniere. Für 
die Möbelverarbeitung ist das Messerfurnier das gangbarste. 
Das Schälen erfolgt rund um den Stamm, also von außen nach 
innen. Durch eine besondere Behandlung wird das Holz zu 
nächst weich und geschmeidig, gemacht, Bei der dritten Art
	        

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