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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe III (1888 / 4)

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In Wien befindet sich in der Ambraser-Sammlung ein weiteres 
Denkmal dieser Art 3). 
Ziehe ich die Kreise etwas weiter, so müssen vor Allem Frankreich 
und Deutschland mit einbezogen werden. 
lm Louvre befinden sich nicht weniger als fünf solcher Schüsseln 
mit Email champleve, die uns hier angehen. Sie sind fast alle mehrmals 
vortreElich beschrieben '). Eine derselben ist schon bei Montfaucon 
abgebildet 5). 
Vier solche Gefäße sieht man im Musee des Thermes zu Paris G). 
Eines davon (Nr. 4531) sieht freilich so aus, dass sich Zweifel an seiner 
Echtheit wohl nothwendigerweise einstellen müssen. 
Zwei Limousiner Schüsseln, die sich in der Sacristei der Abtei 
Conques befinden, sind von A. Darcel in den Annales archeologiques 
beschrieben worden (XXI, 190 (i). 
Eine große Anzahl von derlei Gefäßen beherbergen auch die Samm- 
lungen Deutschlands. 
S0 besitzt das Berliner Kunstgewerbemuseum zwei Schüsseln, von 
denen die eine (bekannt durch eine Photographie) Figurendarstellungen 
zeigt, die andere in sieben Rundbildern ebensoviele Wappenschilde auf- 
weist "). Drei andere, die sich im Besitze des Germanischen Museums 
zu Nürnberg befinden, sind im nAnzeigen für Kunde der deutschen 
Vorzeitu von 1883 (S. 255 ff.) erwähnt; eine davon ist abgebildet. Zwei 
besitzt das Grüne Gewölbe zu Dresden s). Ein schönes Stück dieser 
Art sah ich bei Herrn Dr. Wings in Aachen, ein anderes aus dem 
Schatze der Michaelskirche zu Lüneburg kenne ich nach einer seltenen 
Lithographie"), die mir von Dr. Wings gezeigt wurde. Eines, das sich 
vor 1852 auf dem Schlosse Mainberg bei Schweinfurt im Besitze der 
Frau Katbar. Sattler befand und das von den vorerwähnten verschieden 
ist, hat Hefner-Alteneck in seinem großen _Werke wTrachten, Kunstwerke 
W. Lotz, nKunsttopographie Deutschlandsu ll, 511, wo auch nPamätky archaeologicke 
a mistopisne: citirt ist. Siehe überdies C. Lind: 1D]: kungthisturisehe Abtheilung auf 
der Wiener Weltausstellung: S. zl u. 78. 
') Vergl. nFuhrer durch die k. k. Ambraser-Sammlungu IV. Aufl. S. 106, Nr. 341. 
Kenner und Sneken, nDie Sammlungen des k. k. Munz- und Antikencabinetesu. Wien 
1866, S. 485. 
') Bei Laborde in der INOÜCB des emaux, biioux . . . . du Louvre- x85; (Nr. 55, 
56, 57); ferner bei A. Darcel in der wNotice des ernaux et de Vorfevreriec 1383 (Nr. 134, 
135, 136, 137, 138 - die letzten zwei Nummern stammen aus der Sammlung Sauvageot). 
5) Vergl. nMonurn. de la Monarchie franc-c l., Taf. XXXlI. 
"1 Vergl. den Katalog jenes Museums (1881) S. 353, Nr. 4530, wozu ich bemerke, 
dass in der Mitte nicht St. Michael dargestellt ist, sondern Samson, den Löwen bandigend 
(4531), 453:, 4533. Siehe auch Gay: Glossaire archeologique, Artikel i-Bacinn. 
7) Nach einer gütigen brieflichen Mittheilung von Herrn Dir. Jul. Lessing. 
') Vergl. der Erbstein's Katalog von 1884, S. 37. 
s) Wohl aus Vogell: Kunstarbeiten aus Niedersachsens Vorzeit, l. Heft, Taf. 1 
und z, das bei Hefnei-Alteneck eitirt ist.
	        

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