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Full text: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe III (1888 / 4)

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und Geräthschaften. . . u abgebildet und besprochen m). Zwei zusammen- 
gehörige Stücke besitzt ferner das Welfenmuseum zu Herrenhausen bei 
Hannover. Eine derartige Schüssel, die sich im Wiesbadener Museum be- 
findet"), kenne ich nur nach einem Abguss im Centralmuseum zu Mainz. 
Einige Limousiner Schüsseln findet man auch in italienischen Samm- 
lungen; so eine im Museo civico zu Bologna, eine im entsprechenden 
Museum zu Pavia und, wenn ich nicht irre, eine in Turin. 
Erwähnt seien endlich noch das eine Stück in der Sammlung 
Basilewsky zu St. Petersburg") und eines im Nationalmuseum zu Pest. 
Die letzterwähnte Schüssel, obzwar sie alt und echt zu sein scheint, dürfte 
übrigens kaum aus Limoges stammen. (Das Stück ist photographirt.) 
Ich beschreibe die hier erwähnten Schüsseln (es sind 32 zuverlässige 
Stücke) nicht näher und bemerke nur im Allgemeinen, dass sie sämmt- 
lich kreisrund sind und von einem Durchmesser , der um o'23 Meter 
beträgt. Ihre Gestalt ist die einer flachen Schale mit schmalem horizon- 
talen Rändchen, auf dem in den meisten Fällen ein Zickzack in Email 
ausgeführt ist. Innen auf dem Boden und dem bauchigen Rande sind 
Figurendarstellungen oder Wappen in folgender Weise angeordnet: ein 
größeres Rundbild in der Mitte, sechs kleinere Felder (die entweder 
kreisförmig sind oder von Hufeisenbogen umschlossen werden) im bau- 
chigen Rande. Zwischen diesen Feldern entweder romanisches, beziehungs- 
weise frühgothisches Zierwerk oder aufrechtstehende Figuren, endlich 
auch kleine Thürme und ein palmettenartiges Motiv. Statt der Medaillons 
im Rande kommen auch fortlaufende Figurenreihen vor. 
Ueber die Bestimmung dieser Schüsseln, die größtentheils dem 
Xlll. Jahrhundert, selten dem beginnenden XlV., aber gar nicht mehr 
dem Xll. angehören, findet man einiges Beachtenswerthe in der Lite- 
ratur. Laborde hat an den Umstand angeknüpft, dass sie häufig paar- 
weise vorkommen und dass dann immer eine derselben eine kleine Aus- 
buchtung, einen kleinen Schnabel offenbar zum Ausgießen einer Flüssig- 
keit aufweist, wogegen der Rand der zweiten ununterbrochen verläuft. 
Er combinirte diese Beobachtung mit einer französischen Miniatur") 
aus derselben Zeitperiode und mit einer Stelle aus Olivier de la Marche, 
wo davon die Rede ist, wie sich der Herzog die Hände wasche. Dies 
geschehe mittelst zweier Becken; aus dem einen werde das Wasser (über 
") (18521 l., Tafel zo. Eine secundare Abbildung dieser Schüssel gab Louandre 
(1858) in den nArts somptuairen. 
1') Nach einer gütigen Minheilung von Oberst Cohausen ist diese Schüssel 1568 
in Kbnigshnfeu bei Straßburg gefunden worden. 
") Vergl. A. Dnrcel und A. Basilewsky, -La Collection Basilewskyu, Paris 1874, 
Textband S. ql; De Linus, uLes emaux Limousins de la collection Basilewsky ä St. Peters- 
burg: (Extrait du bulletin de la Soeiätä Scieutifique, Historique et Archöologique de In 
Correze), Paris, Klincksieck, 1886, S. 18 f. 
") Bibliotheque Nal. fonds S. Germain Cat. Nr. 37, Emblemata biblica. 
5.
	        
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