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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe III (1888 / 5)

Seiten gemacht. Sämmtliche Hofsammlungen sowie die kaiserlichen Schlösser 
mit dem, was sie Passendes enthielten, wurden mit unvergleichlicher 
Liberalität unter dem persönlichen Bemühen des Oberstkämmerers Grafen 
Trauttmansdorff zur Verfügung gestellt und die Verzeichnisse zugleich 
von den Vorständen in dankenswerther Weise für Inventar und Katalog 
gearbeitet. Dem Beispiele des allerhöchsten Hofes folgten die durch- 
lauchtigsten Herren Erzherzoge Karl Ludwig, Ferdinand von Oesterreich- 
Este, Ludwig Victor, Albrecht und Rainer. Es öffneten sich die Paläste 
und Schlösser aller jener hohen _Familien, deren Ahnen mit der Kaiserin 
und ihrer Geschichte in Beziehung gestanden und Erinnerungen oder 
gleichzeitige Arbeiten bewahrten. Es folgten die Kunstfreunde mit ihren 
Schätzen, voran die Brüder Albert und Nathaniel Rothschild. Kirchen 
und Klöster gewährten, was sie hatten, so Klosterneuburg und vor 
allen die Elisabethinerinnen in Klagenfurt, die sich in besonderem Besitze 
vieler theresianischer Erinnerungen befinden. Die Stadt Wien hatte Bilder, 
Waffen und manches andere beizustellen. Die vielen Namen privater Art, 
welche Beiträge der verschiedensten Gegenstände zu leisten hatten, zeigen, 
wie sehr die Idee im Lande Anklang gefunden, in Wien wie in den 
Kronländern. Es würde die engen Grenzen überschreiten, wollten wir 
die Namen aller derer aufzählen, welche, sei es durch Beiträge, sei es 
durch ihre Bemühungen, sich um unsere Ausstellung Verdienste er- 
worben haben. 
Kaum fünf bis sechs Wochen waren seit der Gründung des Comite's 
verllossen, alsdie Ausstellung bereits vollkommen fertig eröffnet werden 
konnte. Es geschah am 16. April in überaus feierlicher Weise durch 
Se. Majestät den Kaiser in Gegenwart einer großen Zahl eingeladener 
hoch angesehener Gäste und einiger hundert Damen, welche die Gallerie 
der oberen Arkaden erfüllten. Se. Majestät wurde Mittags 12 Uhr vom 
Präsidium des Comitefs, Grafen Edmund Zichy und Prinzen Franz Liechten- 
stein, sowie von dem Director des Museums, Hofrath v. Falke, am Ein- 
gangsportal empfangen und in die Festhalle geleitet, wo Graf Zichy die 
Ansprache hielt. 
Sämmtliche Gegenstände der Ausstellung füllen vier der großen 
Säle des Museums, Saal VI und VII im Erdgeschoß und Saal IX nebst 
dem Vorlesesaal im ersten Stock; außerdem setzt sich die Collection der 
Kupferstiche unter den oberen Arkaden fort. Der Katalog, welcher von 
Dr. Ilg und Dr. Frimmel verfasst worden, folgt der Anordnung von 
Gegenstand zu Gegenstand, beginnend mit Saal VII; dann folgt der hinter 
VII liegende Saal VI, danach die Räume des oberen Geschoßes; endlich 
die Arkaden. Wir lassen hier einen kurzen Bericht über die einzelnen 
Gruppen, welche unsere Ausstellung bilden, folgen und beginnen mit 
den Gemälden.
	        

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