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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe IV (1889 / 1)

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schönen und reichlichen Abbildungen in den zwei ersten Binden des Jahrbuches der 
Kunstsammlungen des Allerh. Kaiserhauses. Sehr beachtenswerth sind auch die Repro- 
ductionen gewesen, welche die Hdittheilungenc der k. k. Centralcommission im Jahrgang 
1886 nach den Tapiiserien des Domes zu Trient gebracht haben. Als Meister dieser 
Werke wurde durch A. llg in den -Mittheilungen des k. k. Oesterr. Museums: (t88_6, 
S. 93 H") mit großer Wahrscheinlichkeit Peeter de Asselt nachgewiesen. llg handelte in 
demselben Jahre von der nCieschichte des Tapetenwesens am Wiener Hofe: (in den 
rßlaitern für Kunstgewerbu, Heft lX und X). Eine Suite von Jan Aerts aus dem späten 
16. Jahrhundert wurde in der sChronique des Arts- von 1888 (Nr. 30) beschrieben. In 
neuester Zeit hat W. Bode in den iGraphischen Könsten- über die Teppiche nach den 
Rubens-van Dyck'schen Bildern mit der Mythe des Decius Mus gearbeitet und was der 
Literatur mehr wäre. Müntz hat die neuen Forschungen soweit es noch möglich war 
und insofern es ihm für die Zwecke des kleinen Buches dienlich erschien, in der neuen 
Auflage berücksichtigt. 
Die Illustrationen und die außer: Ausstattung des Buches sind genau dieselben 
wie in der ersten AuHage. Mit dieser verglichen sind im Context verhiltnissmaßig wenige 
Aenderungen festzustellen; eine ausgiebige Erweiterung hat nur die Liste der Marken 
erfahren. Mehrere Register, die in der ersten Auflage glnzlich fehlten, erleichtern nun- 
mehr das Nachschlagen in dem neuen Büchlein. Fr- 
i 
Mustergiltige Möbel des XI bis XVll. Jahrhunderts, ausgewählt und her- 
ausgegeben von Ludw. Caspar, Architekt. Aufgen. und in Lichtdruck 
ausgef. von Nöhring in Lübeck. Frankfurt a. M. Verlag von H. Keller, 
1888, 25 Taf. Ohne Text. M. 30.-. 
Die Möbel, die auf den 25 Tafeln dieses Werkes zur Veröfentlichung gelangten, 
befinden sich gröBtentheils in altadeligem oder patrizischem Privatbesitz, vielfach an 
entlegenen und schwer zuglnglichen Orten. so dass schon das Verdienst, sie an's Licht 
gezogen zu haben, kein geringes ist. Dern Mobeltischler wird hiedurch eine neue Reihe 
musiergiltiger Vorlagen geboten, wovon allerdings Einiges, wie der bunt zusammen- 
gestückelte Schrank auf Tafel a, ausgenommen werden muss. Der Werth solcher Publi- 
cationen liegt aber namentlich auch darin, dass sie für die wissenschaftlich - historische 
Erforschung der alten Möbelindustrie neues und stets nutzbares Material zur Vergleichung, 
Zusammenstellung und Bestimmung beibringen, welcher Vorgang bekanntlich bei den 
Erzeugnissen der sogenannten höheren Kunst langst üblich ist. Des Beispiels halber 
sei hier angeführt, was sich aus den vorliegenden Tafeln im Zusammenhalte mit den 
Sammlungen des Oesterr. Museums ergibt. Die Füllung der italienischen Truhe auf 
Tafel 7 erscheint in der genannten Sammlung zweimal wiederholt: einmal (abgesehen 
von den Maßen) in völlig identischer Weise, das andere Mal mit ganz geringfügigen 
Abweichungen im Detail. Dabei ist auch bemerkenswerth, dass das Wappenschild in der 
Mitte auf einer der genannten Wiederholungen ebenso wie auf dem Exemplar des 
Caspar'schen Werkes leer geblieben ist, während es auf dern zweiten Stücke des Oesierr. 
Museums mit einem bestimmten Wappen ausgefüllt erscheint; offenbar ein Beweis für 
die handwerksmaßige Erzeugung auf Vorrath, wohl in einer und derselben Werkstatt 
entstanden. Die Schranke auf Tafel t5 und 17 zeigen die engste Verwandtschaft mit 
einem Schranke des Wiener Museums, dessen Herkunft aus Salzburg unzweifelhaft fest- 
steht; alle drei dürften somit wohl auf eine Salzburger Werkstatt zurückgeführt werden. 
Der Schrank auf Tafel 18 ist mit zwei ganz ähnlichen Schranken des Oesterr. Museums 
aus einer und derselben norddeutschen Werkstatt hervorgegangen. - Als alte FamiIienA 
stücke sind die meisten dieser Möbel einheimische, deutsche Arbeit, daneben Einiges 
italienischer Provenienz. Der Tisch auf Tafel 6 ist wohl der französischen Renaissance 
zuzuweisen; auch das Brüsseler Betpult auf Tafel 14 weist unverkennbar französische 
Einßösse auf. Rgl. 
a 
Ris-Paquot: La Ceramique. Enseignee par la räproduction et la vue 
de scs differentes produits. Terres cuites antiques. - Poteries. - 
Gres. -- Faiences et Porcelaines anciennes, francaises et etrangeres. 
Ouvrage destine aux collectionneurs, aux amateurs, aux artistes et aux 
gcns du monde. 46'pl.. 106 sujets en couleurs, 353 vign. et mono- 
grammes. Paris, Libr. Ränouard, Henri Laurens, 1888. 8'. 
Der seit mehr denn zwanzig Jahren auf dem Felde der keramischen Literatur 
ttnerlnlidlich achafende Autor bietet mit dem vorliegenden Werke ein übersichtlich ge-
	        

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