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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe IV (1889 / 3)

MITTHEILUN GEN 
DES 
K. K. OESTERREICH. MUSEUMS 
FÜR 
KUNST UND INDUSTRIE. 
MüflßtSChfiyftffüf Kfmstgewerbe. 
Herausgegeben und redigirt durch die Directian des k. k. Oeslerr. Museums. 
lrn Cornmissionsverlag von Carl Gerold's Sohn in Wien. 
Abonnementspreis per Jahr H. 4.A- 
Nr. 39. (282) WIEN, März 1889. N. F. IV. Jahrg. 
lnlnlk: J. ä L. Lobmeyfs Ausstellung im Oesterr, Museum. Von .l. v. Fzlke. - Casl Fxmesinn. Von 
Prof. Dr. Josef Bayer. (Fang-Angelegenheiten des Ozsterr. Museums und der mit demselben 
verbundenen lultitule. - Literalurbericht. - Bibliographie des Kunstgewerbes. - Notizen. 
.I. 8: L. Lobmeyr's Ausstellung im Oesterr. Museum. 
Von Jacob von Falke. 
Wenn man sehen und sich überzeugen will, was die Thatkraft eines 
einzigen Mannes, der sein Ziel bewusst und consequent mit Klarheit und 
Ausdauer verfolgt, auch auf dem Gebiete der Kunstindustrie zu leisten 
vermag, so sehe man sich die Ausstellung an, welche die Firma J. 8x L. 
Lobmeyr gegenwärtig im Oesterr. Museum veranstaltet hat. Wir ver- 
setzen uns in der Erinnerung fünfundzwanzig Jahre zurück, in die Zeit, 
da das Museum gegründet wurde und die Bestrebungen zur Reform des 
Geschmacks und des Kunstgewerbes begannen. Von all' dem, was wir 
im Saale Vl, dem größten Saale des Museums, vereinigt sehen, war auch 
gar nichts vorhanden, weder in den Formen noch in den künstlerischen 
Ideen, noch in der Art und Technik der Verzierung, ja die Glasindustrie 
von damals hätte das Meiste gar nicht machen können, wenn sie auch 
die ldeen und die Zeichnungen gehabt hätte. Es fehlten die denkenden und 
erfindenden Köpfe, deren künstlerische Gedanken in ganz anderer Richtung 
liefen, es fehlten die Hände, geschickt und fertig genug, um die Zeich- 
nungen auszuführen. Auch ein Ludwig Lobmeyr hätte damals mit allen 
Mitteln und Kräften das nicht schaffen können, was heute jenen großen 
Saal vollständig ausfüllt. 
Was wir sehen, ist das Werk einer langen Zeit, das Resultat einer 
fünfundzwanzigjährigen Entwickelung der Dinge. Wir meinen nicht, dass 
die Gegenstände selber so viel Zeit erfordert hätten, obwohl ja Arbeiten 
Jnhrg. 1389. 4
	        

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