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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XIII (1878 / 152)

ohne Plasch, Platt-,Plaschkraus und hohl Pollion, Kripp, Kettel- und Flieder- 
Ieinwaare sowie Toque fertigte. Schnürbarchent machte man in Klosterneu- 
burg, Sclrweizerbänder in mehreren Fabriken und zwar glatte, gewässerte, 
gemodelte und gebllimte, so zu Klosterneuburg, in Matzleinsdorf, Penzing 
und am Rennweg. Zur Verbreitung der Seidencultur war eingeführt, dass 
der k. k. Regierungs- und Commerzienrath von Pillwitz Seidenwurm- 
samen (sie) und Maulbeerbäume unengeltlich auszutheilen hatte, da die 
Cultur Jedermann erlaubt war. Filatoren gab es an mehreren Orten, auch 
imitirte man bereits krause und Neapolitanische Flöre. 
In Mariahilf "beim grünen Kranzu bestand eine wNiederländer Spitzen- 
fabrik-i, deren Inhaberin die wI-Iauptmännim Hunnin war. Dieselbe hielt 
Meisterinnen, Klöpplerinnen und Lehrmädchen und verkaufte feine Brüssler- 
spitzen, Mauchetten, Mantillen und Entoilages. In Perchtoldsdorf war eine 
Teppichfabrik a la Savonnerie in Betrieb und producirte schafwollene Fuss- 
teppiche, Möbelüberzüge und Wandtapeten; am Fleischmarkt bei der Rose 
war eine sog. Linzer Fabrik, d, h. eine solche von bedruckten Zeugen, Möbel- 
stolfen, als deren Bezeichnungen unser Autor die Namen Atniens, Barakans, 
Kronrasch, Crepon, Chalon, Cadis, Camelott, Cosent, Calamank, Droguet, 
Etamin, Flanell, Grosgrain, Rasch, Quinett anführt. 
Unter den Handwerkern hieher gehöriger Richtung gedenkt er zu- 
nächst der Fliederleinschläger. Sie erzeugten grosse, kleine, glatte, mussirte 
(vergoldete), faconnirte, goldene und silberne Fliederlein für Sticker, Posa- 
mentirer und Crepinmacher. Gold- und Silbersticker, respective Stickerin- 
nen zählt er 57, sie machen glatte, erhabene und durchbrochene Sticke- 
reien von Gold, Silber, Perlen und Seide, goldene und silberne Schleifen, 
ganze Broderien auf Kleider, Points d'Espagne, Heiducken- und I-Iussaren- 
taschen, Bettdecken und Schabraken, endlich die sog. gemalene Arbeit (?); 
daran reihen sich die ungarischen Schnürmacher, 15 Seidenfärber. Seiden- 
strumpfwirker existirten damals bereits 72, sie machten galletene, glatte, 
rauhe, mussirte Strümpfe, auch Handschuhe und ganz gewirkte Manns- 
kleider. Brokat- und Sammtmacher arbeiteten 83 und 8 Schutzverwandte, 
deren Erzeugniss in ganz- und halbreichen Westen, brochirten und 
faconnirten, schweren und leichten Zeugen, Peruviens, Droguets, Gros de 
Tours, Gros de Naples, Caroles, Rats de Sicile, Lustrins, Atlasse, Luccheser 
und Florentiner Duc, Dritti, SpaIier- und Rolldamast, Talfet, Plüsch, Moirs, 
Croisens, Brokatelle, Rasetts, Velpos, Mousselin und Gelsengarn bestand. 
52 Spitzenklöpplerinnen fertigen Seidenspitzen, Blonden und Entoilagen, 
auch Points d'Espagne. Ausserdem gab es 77 Weber, deren Product Fuhr- 
mann als gemodelte und gezogene Leinwand, Tischzeug, Cannevas, Flor 
und PorcellantlichlQ) bezeichnet. 43 Weissstickerinnen beschäftigten sich 
mit Marseillearbeit und machten Halstücher, Leibel, Manchetten und Frauen- 
kleider, auch stickten sie auf Leinwand, Battist, Mousselin und Cotton. 
Ein Industrieller betrieb die Erzeugung von Wollenplüsch und Trippsammt. 
Wollenstrümpfe fertigten 15 Meister und 4 Hofbefreite und Schutzver-
	        

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