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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XIII (1878 / 157)

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Heutzutage ist ja die Herstellung solcher Pracbtwerke um des Kostenpunktes 
willen fast zu den Unmöglichkeiten zu rechnen. 
Von den ausgestellten Bucheinbänden ist sowohl bei Jeggle und 
Moesl in Innsbruck, als bei Cairola in Trient durchschnittlich nur das 
eine und das andere Stück über die Menge mittelrnässiger Arbeiten er- 
haben. Sie alle können an den Bänden, welche von Rollinger aus Wien, 
von der Schule und Herrn Spott aus Prag und von Mame aus Tours in 
dem Saale des Oesterr. Museums zu sehen sind, noch sehr viel lernen, 
besonders was die Zeichnung und die Reinheit der Vergoldung betrifft. 
Wir sind damit am Schlusse unseres Referates über die lnnsbrucker 
Ausstellung angekommen, denn was wir noch von der Betheiligung des 
Oesterr. Museums zu sagen haben, lässt sich kurz zusammenfassen. Jeden- 
falls war die Einsendung diesmal so reichhaltig, wie auf wenigen der 
bisher vom Museum veranstalteten Provincial-Ausstellungen. Der Katalog, 
der für unsere Abtheilung selbständig erschien, weist in 10' Gruppen 417 
Nummern auf, wobei aber die herrliche Collection von Nutz- und Prunk- 
gläsem, welche Herr Lobmeyr der Museums-Ausstellung angeschlossen 
hatte, unter einer einzigen Nummer begriffen ist. Dasselbe gilt von den 
Leclergalanteriewaaren von Pollack und Joppich, von den Thonwaaren 
der Gebrüder Schütz in Liboye und A. Klammerth in Znairn, den 
Silberbijouterien mit Niello und Goldrnosaik von C. Lustig. Von den 
Bronzen von Dziedzinski ä Hanusch und von Lux in Wien haben 
wir bereits oben gesprochen. Ausser diesen Industriellen ist noch Herr 
Garber aus Wien mit seinen Leinen- und Baumwollwaaren, der Bild- 
hauer Springer und der Goldarbeiter Augustin in der Museums- 
abtheilung vertreten. Diese Zulassung geschah aus dem Grunde, weil die 
meisten dieser Firmen mehr oder minder mit dem Museum in inniger 
Verbindung stehen, und die Zeichnung vieler der genannten Objecte 
von Professoren oder Schülern der Kunstgewerbeschule geliefert wurden. 
Die Fachschule für Blumenmalerei war durch eine Reihe von Schüler- 
arbeiten, Copien und Originalentwürien, vertreten. Auch die Wiener höhere 
' Fachschule für Kunststickerei hatte sich mit allem eingefunden, was ihr 
an guten Stücken von der Pariser Ausstellung noch übrig geblieben war. 
Von den Anstalten des Museums glänzte besonders die Ciselirschule durch 
eine grosse Zahl sehr hübscher Stücke und die chemisch-technische Ver- 
suchsanstalt unter Leitung des Herrn Reg.-Rathes Kosch. Auf die Wiener 
Fayencen mit Kosch'schen Farben wurde in diesen Blättern bereits im 
Augusthefte hingewiesen und wir brauchen hier nur als die neueste Erfin- 
dung des Herrn Kosch verschiedenfarbige Patinirung und die Decorirung 
von Metall in Gold und Silber zu erwähnen, die in Innsbruck Aufsehen 
erregte und in Zukunft von besonderer Tragweite werden kann, da auch 
eine Anwendung im grössten Maßstabe, also auch an monumentalen 
Werken, Eisenconstructionen u. dgl. möglich ist. - Ueber die meisten 
übrigen vorn Museum ausgestellten Objecte können wir uns eines Urtheils
	        

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