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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XIV (1879 / 163)

(Bibliothek des Museums.) Vom a3. März angefangen ist die Bibliothek wah- 
rend des Sommersemesters an Sonn- und Feiertagen von 9-1, an Wochentagen, mit 
Ausnahme des Montags, von 9-2 Uhr geöffnet. 
(Die Gesellschaft für vervielfaltlgende Kunst.) hat kürzlich die Vollversamm- 
lung ihres Curatoriums abgehalten, in welcher der Vorsitzende. Reichs-Finanzminister 
Freih. v. Hofmann, die Mittheilung machte, dass der Kaiser auf einen Vortrag des Oberst- 
kammerers Grafen Crenneville der Gesellschaft einen Beitrag von 4000 fl. zur Publication 
des berühmten Dreifaltigkeitsbildes von Albrecht Dürer im Belvedere an- 
gewiesen habe. Die Gesellschaft hat beschlossen, das Bild in einem grossen Stiche, wel- 
cher dem Professor Jacoby übertragen wurde, zu publiciren und eine Deputation zu 
entsenden, um dem Kaiser den Dank fur die andauernde Unterstützung der Bestrebungen 
der Gesellschaft auszusprechen. Hierauf wurden mehrere um die Gesellschaft verdiente 
auswärtige Mitglieder, und zwar die Herren Dr. Karl Pulszlty, G. Rath in Pest, Kupfer- 
stecher Professor Raab in München und Maler Steinfurth in Hamburg zu auswärtigen 
Curatoren ernannt. 
(Preisaufgabe für Zöglinge der Kunstgewerbesohule des k. k. Oeaterr. 
Museums.) Der k. k. Hofrahmenfabrikant Herr Karl Ullri ch hat einen Preis von hundert 
Mark in Gold gestiftet für die beste von einem Zöglinge der Kunstgewerbeschule ent- 
worfene Decoration des Fayencekorpers einer Moderateurlampe. Der Entwurf ist auf die 
gegebene Grosse und Form zu berechnen und in den Farben der prpjectirten Ausführung 
sorgfältig darzustellen. Die Concurrenzarbeiten sind am 1. November 1879 an die Direction 
des k. k. Oesterr. Museums einzuliefern und werden durch 14 Tage im Museum aus- 
gestellt. 
(Rafaefs "Poesieu in Mosaik ausgaüihrt.) ln der Alb. Neu- 
hausefschen Mosaikanstalt in Wilten bei Innsbruck wird gegenwärtig 
RafaePs "Poesiew - das berühmte Deckengemälde in der Stanza della 
Segnatura im Vatican - für das Oesterr. Museum mit Zustimmung des 
h. Obersthofmeisteramtes aus dem Fonde der Hoftiteltaxen ausgeführt. 
Das Mosaik ist ein Rundbild im Durchmesser von fünf Fuss. In der 
Votivltirche ist ebenfalls Anlass genommen worden, die junge Anstalt zu 
beschäftigen. Dieselbe erzeugt auch den für die Mosaiken nöthigen Glas- 
schmelz. - Auch die ältere Schwesteranstalt, die Tiroler Glasmalerei- 
anstalt, beschäftigt sich nicht blos mit der Glasmalerei, sondern auch mit 
Erzeugung des sog. Kathedralglases. Beide Anstalten prosperiren und er- 
freuen sich allgemeiner Anerkennung. 
(Kunetgewerbe-Ansstellung in Lelpmg 1879.) Anlässlich der unter dem Pro- 
tectorate des Königs von Sachsen während der Zeit vom 15. Mai bis 30. September 1879 
in Leipzig stattfindenden lrunstgewerblichen Ausstellung sollen auch stilvolle Frauen- 
arbeiten als solche eine besondere Gruppe derselben bilden. Ferner wird auch als 
Specialabtheilung eine Gesammtausstellung des Buchhandels und der Druck- 
gewerbe im Königreich Sachsen, der künigl. preuss. Provinz Sachsen und der Thürin- 
gischen Staaten veranstaltet. Der Ausschuss der kunstgewerblichen Ausstellung hat dieser 
Abtheilung derselben einen schönen und grossen Raum des Ausstellungsgebaudes ge- 
sichert. Die Ausstellung soll ein klares Bild des gegenwärtigen Standes und des geschicht- 
lichen Entwicklungsganges dieser Gewerbe in den genannten Ländern geben. 
(Belgische Kunstschule in Rom.) Der Architekt Naert hat von der belgischen 
Regierung den Auftrag erhalten, in Rom ein Gebäude ausfindig zu machen und dasselbe 
zu dem Zwecke zu adaptiren, dass die stipendirten jungen belgischen Künstler während 
der Zeit, die sie zu ihrer ferneren Ausbildung in der ewigen Stadt zubringen wurden, 
dort gemeinschaftlich wohnen könnten. Die belgische Regierung hat nämlich den Beschluss 
gefasst, nach dem Muster der von Ludwig XlV. gestifteten und seit dem Jahre 1801 in 
der Villa Medici untergebrachten französischen Maler-Akademie - i-Academie nationale 
de France- - eine wEcole belge- in Rom zu gründen. An die Spitze dieses Kunst- 
institutes soll Herr Portaels berufen werden. 
Hierzu als Extrabeilage : 
Jahresbericht des k. k. Oesterr. Museums für Kunst und Industrie 
für 1878.
	        

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