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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XIV (1879 / 163)

Schon die arabischen Geographen des X. Jahrhunderts schildern unter 
Aufzählung der verschiedenen Aus- und Einfuhrartikel den Wohlstand 
der Bewohner dieser Kiistenstädte in Folge ihrer überseeischen Handels- 
beziehungen, von deren Ausdehnung man sich einen ungefähren Begriff 
machen kann, wenn wir bemerken, dass damals schon das kleine Fars 
die ganze Welt, nach Westen hin bis Spanien und irn Osten bis nach 
Indien und China, mit seinem gepriesenen Rosenwasser versorgte m). 
In gleicher Weise wie diese persischen Seeplätze hatte unter Anderen 
auch die südarabische Hafenstadt "Aden frühzeitig an dem indisch-chine- 
sischen Verkehr, als Vermittlerin des ägyptisch-afrikanischen Handels, 
einen hervorragenden Antheil genommen. Die Wichtigkeit derselben für 
die Wechselbeziehungen aller westlichen Länder der muhammedanischen 
Welt mit Ostasien, geht nicht nur daraus hervor, dass wir auch sie schon 
im IX. Jahrhundert von chinesischen Handelsschiffen aufgesucht sehen ü); 
sondern viel mehr noch aus der treEenden Aeusserung des vielgereisten 
Mukaddasi, welcher 'Aden, gleich Siräf, in merkantiler Hinsicht geradezu 
als die Vorhalle von China (dehli; es-Sin) bezeichnet u). 
Wir wollen es bei diesen kurzen Andeutungen über die ostasiatischen ' 
Handelsverbindungen der Araber bewenden lassen 55). Sie gewähren einen 
hinreichenden Einblick in den Umfang des gegenseitigen Waarenaus- 
tausches; denn neben den oft weit beschwerlicheren Landwegen benutzte 
man wohl auch für die Producte China's die Seestrasse längs der indischen 
Küste nach dem persischen Golf, wo in den schon genannten Städten die 
Rückverfrachtung derselben zum Transport in's Innere Asiens vor sich 
gieng w). Man konnte daher, so lange die Araber den Hauptantheil des 
Frachtgeschäftes den Chinesen selber überliessen, zahlreiche Handelsschiffe 
rung u. s. w. dienenden satinnrtigen Seidenstoies mit punktirten oder gewürfelten Mu- 
sterungen (con opere a puntine o quadretti). Es ist dies also kein anderer als der schon 
im X. Jahrhundert in den ararisehen Fabriken von Fars erzeugte Stoff für -Behängc 
mit rautenformig gezeichneten Dessins- (sunir mxidjinne mxflame), welcher 
seither olfenbar über Siräf und Hurmüz nach dem Wßten verfahrt wurde. Vgl. lstachri, 
l. c. p. 153; lbn Haukal, l. c. p. 2x3. - Dass Du Cange s. v. Ermisinus statt diesem 
Worte Cremasinus zu lesen verschlägt, ist nach dem Gesagten eln oßenbarer lrrthum. 
") lstachri, l. c. 151 E. - lbn Haukal, l. c. p. 213. 
") Jakübi, l. c. p. m5. - Jältüt (1- 1228), l. c. lll, p. 63x schildert diese 
wHandelsstadt-i (bilde lidschire) auch als Ankerplatz für die indischen Kauffahrer. 
5') Mukaddnsi, l. c. pp 85, 4.26. Auch die Küstenstadt Schar, in der ostara- 
bischen Provinz "Omän, war von Alters her berühmt wegen ihres ostasiatischen Handels, 
konnte aber auf die Dauer die Ccncurrenz mit Siräf und 'Aden nicht ertragen. Mu- 
kaddasi, l. c. p. 92 giebt ihr gleichfalls das obige Epithetnn. Vgl. auch lbn el-Athir, 
l. c. Xl, p. 26x, und Sprenger, Die alte Geogr. Arabiens, 1875, p. 300. 
ß) An der Stelle weitläufiger Citate verweise ich in dieser Beziehung auf die so- 
eben erschienene Arbeit H eyd's: Geschichte des Levantehandels im Mittelalter, l. Bd., 1879. 
") Z B. v. Hormüz gieng der Waarenzug in's innere von Kirmän, nach Sid- 
schistln und Chorasän etc. Jäküt, Mudschem el-buldän, lV, p. 968. - Derselbe, 
Musehtarik ed. Wüstenfeld, p. 440. ' '
	        

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