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Full text: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XIV (1879 / 163)

Die oben erzählte Begebenheit hat indess noch eine specielle Bedeu- 
tung für den eigentlichen Gegenstand unserer Abhandlung. Sie spielte 
zu einer Zeit, in welcher die arabischen Waffen ihren kurz zuvor unter- 
nommenen Siegeslauf durch das Reich der Sasaniden wiederholen mussten. 
Und da war es eben wieder unser 'Abd ulläh ibn 'Ämir, der tapfere 
Vetter des Chalifen, welcher das rebellische Fars züchtigte, lstachr (Per- 
sepolis) und Schiräz eroberte, Kirmän besetzte und nach Chorasän bis 
an den Oxus vordrang (J. 65x), wo ihm die Bevölkerung jenseits des 
Flusses huldigend Geschenke an Seide und Webereien entgegen- 
schickte 95). 
Die Unterjochung dieser blühenden persischen Provinzen brachte die 
Araber mit einem Schlag in den Besitz der überall in frischer Thätigkeit 
befindlichen Stotfmanufacturen; man fand eben die Webstlihle vor, nach 
deren glänzenden Erzeugnissen die Wüstensöhne, wie wir gesehen haben, 
bereits llistern geworden waren. Und so sind wir hier an den Punkt ge- 
langt, von welchem aus wir den Ursprung und die Fortentwicklung der 
arabischen Atlasfabrikation sammt ihren Beziehungen zu den geschil- 
derten ostasiatischen Einflüssen mit leichterem Verständniss betrachten 
können. (Schluss folgt.) 
Organisatorische Bestrebungen im gewerblichen Bildungswesen 
in Preussen. 
(Schluss) 
Mag man nun das Missliche solchen Zustandes mehr oder minder 
lebhaft emplinden, darin werden Alle einig sein, dass eine Abhilfe ange- 
strebt werden sollte. Die Schwierigkeiten, welche da entgegenstehen, sind 
aber aussernrdentliche. Das Volksschulwesen ist nicht nur in Preussen, 
sondern mehr oder weniger in allen Ländern deutscher Cultur erst nach 
vieljährigem Kämpfen und Arbeiten und mit grossen Opfern auf den 
heutigen Stand gebracht werden. Alles, was einer Antastung dieses müh- 
sam errungenen Werkes ähnlich sieht, wird mit Misstrauen betrachtet 
wegen einer Streitsnche. Da derselbe auf die Frage: ob er ein Zeugniss habe, sich unter 
Anderen auf den Rechtsgelehrten el-Muschättab ihn Muhammed (1- 1093) berief, bemerkte 
Abü Beltr: nVon diesem nehme ich keine Zeugenschaft an, weil er sich in Seide kleidet.- 
Als nun der Turlte zweifelnd entgegnete: wAber der Sultün und der Wezir Nizim el-Mullt 
kleiden sich doch auch in Seidei- erwiderte der Richter: -Und wenn diese Beiden vor 
mir auch nur wegen eines Haufchens Gemüse Zeugniss ablegen wollten, - ich nähme 
es nicht enl: lbn el-Athir, l. c. tom. X, p. x73. 
") Belädsori, Kitäh fulüh el-buldän, ed. de Goeje, p. 403, 408. Im arabischen 
Text steht ahl Md ward ensnahr ndie Bewohner Transoxnniensu, worunter wir also in 
diesem Falle die Serer oder das Seidenhändlervolk der Alten, welche die Seide 
durch chinesische Karawanen bezogen und weiter nach Westen verhandelten, zu ver- 
stehen hlben.
	        

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