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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XIV (1879 / 167)

der gewerblichen Fortbildungs- und Volksschule - die volle Aufmerksam- 
keitlzu schenken. Wie nothwendig es ist, dass diese Schulen Hand in 
Hand gehen, hat jüngst Minister Ritter von Chlumecky richtig betont. 
Dem Gewerbe ist mit diesen Schulen aber nur dann gedient, wenn sie 
ihre Aufgabe vertiefen und nicht verseichtern und durch praktisch-unnützen 
Aufputz die Geister verwirren. Die heutige Welt, welche ohnedies geneigt 
ist, die Kreiseder Arbeiterwelt zu verwirren, hätte wohl allen Grund, 
auf Klärung dieser Verhältnisse durch die Schule hinzuarbeiten. 
Ein Novum in unserem Sommer-Ausstellungswesen war die Aus- 
stellung der vier allgemeinen Zeichenschulen (im österreichischen 
Museum). Es ist zum ersten Male, dass diese Schulen öffentlich und 
gemeinsam ausgestellt haben. Der Erfolg der Ausstellung war ein sehr 
günstiger. Die Schulen lernten sich zum ersten Male kennen - sich 
unter einander und das Publicum; beide werden dadurch gewonnen haben. 
Es ist bekannt, dass diese Schulen keine eigentlichen Fachschulen sind, 
sondern dass ihre Aufgabe dahin geht, allen Kreisen, welche sich für das 
Zeichnen interessiren, die Mittel zu bieten, einen guten und methodischen 
Unterricht zu geniessen. Die äusseren Verhältnisse gestatten nicht, dass 
diese Anstalten sich jetzt schon zu Tagesschulen erweitern werden. Leider 
ist es auch bisher nicht möglich geworden, eine allgemeine Zeichenschule 
im Inneren der Stadt Wien und in der industriereichen Vorstadt Wieden 
zu errichten. ln Prag und Lemberg (theilweise in Brünn) haben diese 
Schulen bereits eine selbständige Stellung. So viel ist aber gewiss, dass 
die Ausstellung dieser Schulen - sie sind von den Herren Grandauer, 
Machold, Pönninger und Hörwarter trelllich geleitet -- die Auf- 
merksamkeit des Publicums wachgerufen hat, welches heutigen Tages allen 
Anstalten ein grösseres Verständniss und warme Sympathien entgegen- 
bringt, die sich um Hebung des Zeichenunterrichtes verdient machen. Es 
repräsentiren diese allgemeinen Schulen den gesunden Fortschritt im ötfent- 
liehen Unterrichte. 
Wien, Ende mm. (w. A. P.) 
Frauensehulen und Frauenarbeit auf der Pariser Weltausstellung 1878. 
Von Aglaia v. Enderes. 
In den nachfolgenden Blättern, welche einem Auftrage Sr. Excellenz 
des Ministers Dr. v. Stremayr ihre Entstehung verdanken, will ich das 
Ergebniss einiger in Paris gemachter Studien niederlegen. Der Zweck 
dieser Studien war der, der Frauenthätigkeit auf kunstgewerblichem und 
industriellem Gebiete nachzuforschen, zu sehen was an Fortschritten auf 
eben diesem Gebiete seit dem Jahre 1873 zu verzeichnen sei, wie sich die 
Schule, die Gesellschaft, die einzelnen Länder im Verhältnisse zu der 
bezüglichen Entwicklung seither verhalten haben.
	        

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