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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XIV (1879 / 169)

Mmheilunuan des k. k. (lßslarreißh. Musßums 
KUNST UND INDUSTRIE. 
(Monatschrift für Kunst und Kunstgewerbe.) 
Am l. eines ieden Monats erscheint. eine Nummer. - Abonnementspreis per Jahr H. 4.- 
Redacteur Eduard Chmelnrz. Expedition von C. Gerald": Sohn. 
Man abonnirt im Museum, bei Gerold 61 Comp., durch die Postanstalren, sowie durch 
alle Buch- und Kunsthandlungen. 
 
 
Inhalt: 
l. VOCTOBER r879. Xivqjaylirgy, 
  
Die lxunstiuduslrielle Ausstellung _ 
zrben auf der Pariser Weltausstellung 1878. Von Aglun von Enderes. 
der Verbmdun 
Von R. v. Eitc berger. (SChiussJ - Re lement für die Ciaelir-Abtheilung der Kunslgewerbe- 
in lschl. Von Jakob v. Falke. - Frauenscliulen und Frauen- 
(FonlsJ - Zur Fr e 
einer gewerblichen Arbeitsschule mit der Volksschule und mit der Fachschu e. 
schule des k. k. Outerr. Museums für uns! und Industrie in Wien. - Reglement für die 
Holzschnilz-Abtheilung daselbst - Lilerarurberichl. - Kleinere Mittheilungen. 
    
Die kunstindustrielle Ausstellung in lschl. 
Von Jakob v. Falke. 
Es war einmal eine Zeit, da gab es eine blühende Kunstindustrie in 
Oberösterreich und Salzburg; das ganze Gebirge war ihrer Thätigkeit voll. 
Da wurde gemalt, geschnitzt, in Stein gemeisselt, in Gold und Silber 
gearbeitet, in Eisen geschmiedet, in Messing geschlagen, da lieferten die 
Töpfereien farbige Majolika-Oefen, reich geschmückte Krüge und Gefässe, 
da fertigten die Tischlereien und Bildschnitzerwerkstätten das reichste 
Mobiliar und Geräthe für Haus und Kirche. Jahrzehnte lang, ein halbes 
Jahrhundert schon, seitdem die Liebhaberei an Alterthümern erwacht ist, 
haben Kunstfreünde und Antiquitätenhändler Schlösser und Häuser, zum 
Theile auch die Kirchen selbst von ihrem alten Geräthe entleert; ganze 
Schiffsladungen sind nach Wien geschwommen, alle Antiquariatsgcschäfte 
in München, Nürnberg, Augsburg, Frankfurt u. s. w. haben fort und fort 
und immer auf's neue ihre Waarenräume mit oberösterreichischen oder 
salzburgischen Kunstarbeiten gefüllt. Heute schmücken diese Arbeiten, 
wenn auch ihre Herkunft grösstentheils vergessen ist, alle Museen, die 
kostbarsten Wohnräume reicher Knnstfreunde, königlicher Schlösser selbst 
in aller Welt von Russland bis nach England. Was ehedem nicht selten 
die Ausstattung eines reichen Bauernhauses war, das bildet heute den 
Stolz eines fürstlichen, eines königlichen Sammlers. 
So viel ist dem Lande entzogen worden, aber immer noch ist genug 
übrig geblieben, um zu erkennen, dass hier ein überaus kunstfertiges 
187g. XIV. 15
	        

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