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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XV (1880 / 176)

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ln der vollendeten Bereitung dieser glanzvollen Färbungen fußte 
hauptsächlich der ausgezeichnete Ruf und die Kostbarkeit der Seiden- 
gespinnste unserer chuzistänischen Stadt, in Folge dessen sie mit den 
byzantinisch - griechischen Purpurstoffen erfolgreich wetteifern konnten: 
und wenn wir Tha'älibi's Worten Glauben schenken, war es eben nur 
der tusterische Dibädsch , welcher dem griechischen Di- 
bädsch völlig gleichwerthig erachtet wurde m). 
Halten wir dieses fest, so entsteht die wichtige Frage: was für eine 
Stoigattung und welcher einheimische Name der Byzantiner ist unter 
dem sogenannten grie chischen Dibädsch der Araber zu verstehen? 
Das Ergebniss der Beantwortung derselben, welche ich im Folgenden ver- 
suchen will, wird zugleich auch die Probe liefern müssen für die Rich- 
tigkeit dessen, was bisher über das Wesen des persisch-arabischen Dibädsch 
gesagt worden ist. (Fortsetzung folgt.) 
Die Fachschule für lluincaillerie in Gablonz. 
Im Jahre 1878 erlaubte ich rnir die Aufmerksamkeit der Leser der 
nAbendposti- in einem Aufsatze: vGold- und Silberwaaren-Aus- 
Stellung in Schwäbisch-Gmündß, auf die Bedeutung der Quin- 
caillerie-Industrie und auf die Anstrengungen zu lenken, welche insbeson- 
dere in Schwäbisch-Gmünd und in Pforzheim gemacht wurden, um durch 
Fachschulen die Quincaillerie-Industrie zu heben. Es wurde darauf hin- 
gewiesen, welche Bedeutung die QuincailIerie-Industrie überhaupt habe, 
in wie hohem Grade wIinschenswerth es wäre, auch in Oesterreich diese 
Industrie durch die Schule zu fördern. In Oesterreich wird die Quin- 
caillerie-Industrie in Wien betrieben; im Reichenberger Handelskammer- 
bezirke hat sich diese Industrie zu einer eigentlichen Hausindustrie ent- 
wickelt, namentlich in Gablonz und seiner Umgegend. Dieselbe hat es 
verstanden, sich auf dem Weltmarkte einzubürgern, und ist eine Quelle 
des Wohlstandes der ganzen Bevölkerung geworden. 
Kein Zweig der Kunstindustrie ist aber in so hohem Grade den 
Schwankungen des Geschmackes und den wechselnden Conjuncturen der 
Geschäftswelt ausgesetzt als die Quincaillerie. In Zeiten, in welchen die 
Geschäftslage günstig ist und die Leistungen der Gablonzer Industrie den 
Bedürfnissen des Geschmackes entsprechen, steigt der Arbeitslohn und der 
Verdienst der arbeitenden Bevölkerung. Treten hingegen ungünstige Con- 
juncturen auf dem Weltmarkte ein, sind die Träger der Industrie nicht 
'") Latiif ul-mdärif, p. m7. Die wichtige Stelle lautet: Wa minha Tuster 
ällati bihi tkira"; ed-debäbidsch el-fdchire, ava hije mausüfe und debdbfdsch er-Rüm d. h. 
nDnselbst (im Distrikt Ahwäz, Provinz Chüzistän) ist Tuster; hier befindet sich eine Mu- 
nufaktur von prachtvollen Dibädsch-Slolfen, die mit den Dibädsch-Geweben Rünfs (Grie- 
chenlands) gleich qualiücirt werdenw
	        

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