MAK

Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XV (1880 / 174)

54 
alten Meister (besonders die Kleinrneister) geistig in sich aufgenommen hat und Grazie 
mit Lebendigkeit verbindet. Bildhauer und insbesondere Maler, welche sich dem deco- 
rativen Fache widmen, werden die vorliegenden Blätter mit Nutzen und' Befriedigung in 
die Hand nehmen. 
Perou et Bolivie, par Charles Wiener. Mit mehr als 1100 Gravuren, 
35 Karten und Plänen. Paris, Hachette, 1880. 791 SS. gr. 8. 
Ch. Wiener, ein Oesterreicher, naturalisirter Franzose, hat im Jahre 1875 im Auf- 
trage des französischen Unterrichlsmiuisteriums eine Forschungsreise nach Peru und Bo- 
livia unternommen. in dem vorliegenden Werke liegen die Resultate der Expedition vor; 
es ist für die Alterthumsforschung ein neues Gebiet -erobert worden. Vor Allem sind die 
Mauern und Steinbauten, die keramischen und textilen Arbeiten von Alt-Peru und Bolivia 
für Kunstfreunde und Alterthumsforscher von höchstem Interesse. Die entdeckten Arbeiten 
gehen weit über die Zeit der Berührung dieser Länder mit Europa hinaus. Die Ausstattung 
ist glänzend, die Darstellung voll Reiz. 
K. Robert: Le fusain sur faience. Petit guide des peintures vitrifiables 
en grisailles. Paris, A. Quantin, 1879. 8. 
Ein verhaltnissrnassig simpler Gegenstand, die Herstellung von lCamaieuxl auf Email- 
oder Thonplatten von weisser Farbe, wird in dieser einige und dreissig Seiten starken 
Brochüre abgehandelt. 
Das Sehriftchen erklärt das besagte, ganz einfache Genre mit all' der behaglichen 
Ausführlichkeit, welche bei ähnlichen französischen Anleitungen fast ausnahmslos zu 
finden ist. Klar und verständlich geschrieben wird es dem Dilettanten hoch willkommen 
sein, aber auch den Künstler vielleicht zu dankbaren Arbeiten auf dem vorgeführten Felde 
sowohl als auch auf anderen zunächst liegenden anregen und soll daher bestens ern- 
pfohlen sein. 
Noch wollen wir hier anmerken, dass vitriliable Zeichenstifte, deren auf pag. 17 
als einer neuen Erfindung des Dr. Laval in Dijon Erwähnung gethsn wird, wohl nur in 
Frankreich neu sind; Szolnay in Fünfltirchen erzeugt und verwendet dieselben schon 
lange, auch Schutz in Cilli bedient sich solcher, u. zw. wie Szolnay unter der Glasur 
und auch in mehreren Farben. 
S 
(Kirchliche Kunstdenkmäler in Siebenbürgen.) Die soeben erschienene 
2. Lieferung dieser mit Unterstützung des ungar, Cultusministeriums vom Ausschusse des 
Vereines für sicbenbürgische Landeskunde in Hermannstadt herausgegebene Publication 
bringt ausser drei Grabsteinen sechs Blätter von Kirchengefässen, Arbeiten der Gold- 
schmiede im siebenbürgischen Sachsenlande. Ueber das Alter der Goldschmiedekunst in 
diesem Lande gibt der Text (Seite 13) werthvolle Aufschlüsse; es reicht bis Mitte des 
14.- Jahrhunderts zurück. 
KLEINERE Mrrrnnxeuuoen. - 
(BBSIIOII G68 Museums.) Die Sammlungen des Museums wurden im Monate 
Februar von 13.466, die Bibliothek von 2573, die Vorlesungen von 1x14 Personen 
besucht. 
(Ooowrr. lnsenm.) Neu ausgestellt: Colleclion älterer chinesischer Glas- 
arbeiten und Seidensroße, Eigenthum des Museums; - 7 Schüsseln, Meißner Porzellan, 
18. Jnhrh., Eigenthum des Herrn Hriss; - Etui und Dose in Schildkrot, Eigenthum 
des Herrn A. v. Camesina; - Collection kleinerer Arbeiten in Silber aus verschie- 
denen Jahrhunderten, Eigenthum des Herrn H. Kautsch; - Theseus mit dem Mino- 
taurus, Bronzegruppe von Barye in Paris; - japanische Elfenbeindose mit Perlmutter- 
einlagen und Goldlack, Geschenk an das Museum; - Madonna mit dem Kinde, Copic 
nach Guido Reni, gemalt von V. Benesch; - Ofenschirrn, Tisch und Tasse, Spritz- 
arbeit auf Holz und Seide, angefertigt von Fräulein Marie Pirkhert in Graz; - persische 
Eselmsche, Geschenk des Herrn H. Macht an das Museum; - künstliche Blumen von 
Frl. Anna Faßbinder in Baden; -Slickereien von Frau Jeannette Kempen in Wien; 
f syrische Schmuckgegensrände, Eigenthum des Museums; - Collection von hundert 
Bucheinbxinden, sämmtlich nach Entwürfen und Zeichnungen des Architekten Leop. 
Theyer, Docenten an der Kunstgewerbeschule des Oesterr. Museums, ausgeführt im 
Buchbinderntelier Fritzsche zu Leipzigp-Collection englischer und böhmischer Glaser
	        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.