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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe III (1888 / 9)

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Nach den oben angeführten Umständen wird die Erklärung der 
Zeichnung der Repunzen keine Schwierigkeiten bieten. 
In Fig. 2a bedeutet das Innere, 12A, dass der Gegenstand wenig- 
stens zwölflöthig ist (eine höhere Feingehaltszahl wurde meines Wissens 
nie angewendet) und dass er in der Repunzirungsstätte A bezeichnet 
worden ist. 
Welche Repunzirungsstätte die Buchstaben bezeichnen, ergibt sich 
aus dem vorher angeführten Kreisschreiben (ä. 16), woselbst wir die 
Reihenfolge der Städte angegeben haben. Demnach wäre: 
A : Wien, F : Linz, 
B : Prag, G : Graz, 
C : Brünn, H r. Laibach, 
D I Lemberg, l : Klagenfurt, 
E : Krakau, - K I Triest, 
L : Salzburg. 
Dass es so und nicht anders ist, bestätigen die Zusammenstellungen 
der auf verschiedenen alten Silbergegenständen vorgefundenen Beschau- 
zeichen. 
Wo das Silber minderhältiger als zwölflöthig befunden wurde, 
verwendete man die nächste Repunze, Fig. 2b, mit Mondsichel und ent- 
sprechendem Buchstaben der Repunzirungsstätte; dadurch hat man das 
Geräthe als Silber anerkannt, ohne aber für die Probehältigkeit Garantie 
zu geben. Die dritte Art der Repunze fand Anwendung bei kleineren 
Silbergegenständen oder auch nicht selten bei größeren, wie es scheint 
aus Rücksichten, um den Gegenstand durch das Repunziren nicht zu 
beschädigen (die Garantie außer Acht lassend), endlich bei den Goldsachen. 
Etwas anders beschaffen sind die Nothstempel (s. Fig. 3a, b, c). 
Dieses letztere oder die Worte wNeuer Stempeln können die Buchstaben 
NS vertreten. Fig. 3a und 3b enthält ein Monogramm aus F und R; 
der Umstand, dass diese Marken nur auf den Gegenständen zu finden 
sind, die vor dem Jahre 1810 erzeugt wurden, berechtigt uns zu der 
Annahme, dass es die Bedeutung des Wortes "freie (nämlich von der 
Einlieferung) habe, was auch durch die im Gesetze vom Jahre 1824 
angeführte Benennung "Freistämpelungn seine Berechtigung findet. 
Der erste Nothstempel (Fig. 3a) scheint bei den größeren Stücken, 
der zweite (Fig. 3b) bei den kleineren Silbergeräthen angewendet worden 
zu sein; die dritte elliptische Marke (Fig. 3c) erhielt zum Gegensatze 
der früheren Nothstempel außer dem Monogramm aus F und T, welches 
nach meiner Meinung die erst neu wfertigu gemachte Waare bezeichnen 
soll, auch den wechselnden Ortsbuchstaben, in diesem Falle A "). Für 
") Obwohl, wie auch die in der kirchlichen Ausstellung gewesenen Gegensmnde 
beweisen, die Punzenbestimmung nicht gar zu stricte genommen und statt 3b die Punzc 
3c verwendet wurde. 
13'
	        

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