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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe III (1888 / 12)

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an der Tafel; am Tage architektonisches Zeichnen für die betreEenden 
Abtheilungen. 
Gezeichnet werden in den unteren Classen Ornamente, Blumen, 
menschliche und Thieriiguren (nach Vorlagen), in den höheren Classen 
dieselben Uebungen nach der Natur und der Antike. 
Ornamentale Compositionen werden wöchentlich mit Demonstra- 
tionen an der Tafel gemacht, im Winter von 1-4, im Sommer von 
1-5 praktische Uebungen. 
Außerdem werden von Zeit zu Zeit öEentliche Curse gehalten über 
vergleichende Anatomie, praktische Perspective, Grundlehren der Archi- 
tektur, einschlägige Gesetzgebung, Kunstgeschichte, Sonntags öffentliche 
Vorträge über Baugesetzgebung und Fragen des Kunstgewerbes. 
Acht Stipendien, eines von 600 Frcs., drei von 480 Frcs. und vier 
von 360 Frcs. werden an die bedürftigsten Schüler französischer Natio- 
nalität verliehen. 
Die Ausbildung in den decorativen Künsten hält sich an die all- 
gemeinen Grundlagen, fasst nicbt die verschiedenen StolTe und Techniken 
in's Auge. 
wlch besuchten, sagt der Verfasser auf S. 95, nzu verschiedenen 
Zeiten die Schule, hatte jedoch nicht das Glück, den Director anzutreffen, 
und meine Beobachtungen während des Unterrichtes waren nicht genügend, 
um mehr als ein allgemeines Urtheil über die Anstalt zu gewinnen, welche 
sich eines hohen Rufes erfreutux Es ist allerdings schwer verständlich, 
wie Jemand Director dreier Schulen in verschiedenen Städten sein kann. 
Die Ecole nationale d'art däcoratif de Limoges wurde 1868 von der 
Stadt Limoges und den dortigen Industriellen unter dem Titel nEcole 
municipale des beaux-arts appliques a Pindustrieu gegründet und 188i 
unter dem jetzigen Namen vom Staate-übernommen. Die Erhaltungs- 
kosten, 60.000 Frcs., werden vom Staate und der Gemeinde zu gleichen 
Theilen getragen. Der Unterricht ist unentgeltlich. 
Zweck der Schule ist, junge Leute für die Industrie von Limoges, 
welche Stadt bekanntlich den Mittelpunkt der keramischen Industrie 
Frankreichs bildet, künstlerisch auszubilden. Mädchen werden mit dem 
vollendeten zwölften, Knaben mit dem dreizehnten Jahre aufgenommen. 
Ausländer können in Folge des Einschreitens ihrer diplomatischen Ver- 
treter zugelassen werden, haben jedoch keinen Anspruch auf Stipendien 
oder Preise. Die Schule gliedert sich in eine allgemeine und eine Special- 
abtheilung. In der allgemeinen Classe werden gelehrt geometrische: und 
Freihandzeichnen, Perspective, Grundlehren der Architektur, Zeichnen 
von Ornamenten, Blumen, menschlichen und Thierfiguren, vergleichende 
Anatomie, Composition von Ornamenten nebst Vorträgen über die Ge- 
schichte des Ornaments und über Botanik in ihrer Anwendung auf das 
Ornament, allgemeine Kunstgeschichte, endlich Modelliren von geome- 
trischen Formen, Ornamenten, Blumen, Thieren, und Uebungen für die 
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