MAK

Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XII (1877 / 136)

wird auch nicht umsonst auf die Entlohnung für die Producte seiner Arbeit zu warten 
haben. Diesen Geschmack nun weiter auszubilden, die Phantasie in erspriessliche Bahnen 
zu lenken, dem Fleisse die Handgritfe und Methoden zu lehren, wie er die grüssten 
Resultate erzielen kann, das ist die Aufgabe, welche sich die Fachschulen gestellt haben. 
Sie wollen erreichen, dass sich die Schönheit mit der praktischen Nützlichkeit im 
Werthe der Arbeit vereinige, und sie haben es in vielen Fallen erreicht. Wenn nun 
hie und da vielleicht ein Saatkorn auf Felsen oder unfruchtbares Erdreich gefallen ist, 
so liegt das in der Natur der Sache; ich glaube aber, die in gutes Erdreich gesenkten 
Saatkörner haben dafür tausendfaltige Frucht hervorgebracht. Man kann nun allerdings 
einwenden, dass man durchaus nicht an der Nützlichkeit dieser Ausgaben zweifle, dass 
uns aber unsere financielle Lage zwinge, uns in Allem zu beschränken, insbesondere 
auch in den productiven Auslagen, wie in vielen anderen Auslagen des Budgets. Es 
kann mir nun nicht einfallen, die indirectc Productivitat der Auslagen für Universitäten, 
technische Hochschulen, Verkehrsmittel u. s. w. zu bestreiten, aber die Rotation, bis 
das ausgegebene Geld durch andere Canäle wieder in die Staatscassen zurückfliesst, ist 
bei allen diesen Auslagen eine viel langsamere, als bei diesen Ausgaben. Da ist sehr 
rasch ein Erfolg erzielt, so dass wir das, was wir im Vorjahre und heuer ausgegeben 
haben, heuer oder vielleicht im nächsten Jahre wieder mitWucherzinsen hereinbringenm 
Redner begründet diese Anschauung durch Ziffern über das Steigen 
des Exports in den letzten Jahren und über die Befriedigung mancher 
Bedürfnisse im lnlande, welche bisher aus dem Auslande gedeckt werden 
mussten; sprach die Hoffnung aus, dass die Regierung selbst die Auf- 
nahme der Kosten für Fachschulen in das Ordinarium beantragen werde 
und schloss Z 
"Die österreichische Arbeit in diesen Zweigen, welche jüngst erst in München sich 
die Anerkennung Europas erworben hat, verdient, dass auch wir sie ihrem wahren 
Werthe entsprechend schauen, und wir sollten ihr unsere Anerkennung nicht in der 
Form aussprechen, dass man von dieser Post Etwas abstreichtnl (Brave! Bravol links 
und im Centrurn.) 
Die Abgeordneten Dr.Weigel, Bodynski und Dunajewski unter- 
stützten diesen Antrag mit besonderer Rücksicht auf Galizien, wo durch 
die Korbtiechtschulen in Kwaczala und Scieiowice und durch die Töpfer- 
schule in Kolornea bereits erfreuliche Resultate erzielt seien, aber noch 
viel geschehen müsse. 
Abg. Dumba trat der Auffassung entgegen, dass von dem durch 
den Ausschuss beantragten Abstriche von 10.000 H. die gewerblichen 
Fachschulcn würden betroffen werden und ersuchte den Herrn Handels- 
minister, eine beruhigende Erklärung über diesen Punkt abzugeben. in 
demselben Sinne äusserte sich Abg. Herbst. 
Der Herr Handelsminister Ritter v. Chlumecky bemerkte auf die 
Anfrage des Abg. Dumba, 
wdass auch bei der Votirung des Betrages von tgo.ooo ll. jene Stipendien, welche 
bereits ertheilt sind, unberührt bleiben, und dass sie im vollen Betrage werden aus- 
gezahlt werden kÖUHChgl 
und fuhr dann fort: 
nNatürlich wurde der Abstrich - möge er auch noch so klein sein - die Nothwen- 
digkcit nach sich ziehen, für das nächste Schuljahr tS77I7S ein oder das andere Stipen- 
dium einzuziehen. Gewiss, Sie werden es, meine Herren, dem Handelsminister nicht 
übel nehmen, wenn er Sie bittet, dem Antrage des Herrn Abgeordneten Baron Walters- 
kirchen zuzustimmen. 
Ich brauche in diesem hohen Hause auf den erspriesslichcti Erfolg der Thätigkeit 
des Handelsministeriums auf dem Gebiete des Fachschulwesens nicht erst aufmerksam 
zu machen. lch kann es, meine Herren, ganz unbefangen thun, denn es ist nicht mein 
Verdienst, es ist das Verdienst meines sehr verehrten Freundes und Vorgängers im 
Atme. des l-landelsministers Dr. Banhans. (Bravo! Brave! links und im Centrum.) Dass mit 
In
	        

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