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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XV (1880 / 177)

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(als Waare) auf 40, der einfachen Färbung auf so Soldi sich stellte, 
kostete eine Herstellung di grana nur tz Soldi (p. 78). Oder, das Pfund 
Tafettä chermisi ward im Tauschhandel mit 14 Lire bewerthet, indess 
das gleiche Gewicht dieses Stoffes di grana nur auf 8 Lire fixirt war 
(p. 102) u. s. w. Schlagend sind aber im LXXI Capitel, p. 109, dieses 
Tractates die Aufzeichnungen über die nValuta de! Kermes e della Gnmas. 
Hier stellt sich das Verhältniss folgendermaßen dar: 
Chermisi minuto Ia libra per danari . . . . . . . .. F. l.-- 
Chermisi grosso . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. v -.1o 
Grana di Cintri . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. w -.1o 
Granu du" Spugnuola . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. v -.o9 
Und darauf folgt die höchst wichtige Bemerkung: 
wSonci molte altre graue, come sono le barbaresche, {a Va- 
lenga, Ia Provenga, et altre assai, ma basti 41118510." 
Wir bemerken in dieser Aufstellung einen wesentlichen Preisunter- 
schied zwischen der feinern (minuto) und gröbern (grosso) Kermes- 
Sorte, von welchen beiden die erstere per danari (d. h. contanti), also 
baa r, r Fiorino, die letztere aber nur ro Soldi kostete. Diese bedeutende 
Valuta-Differenz erklärt sich aus den Vorzügen des chermisi minuto vor 
dem grasso; denn während jener die doppelte Färbekraft des grosso 
besaß und ein durchwegs haltbares Colorit ergab, gierig dasselbe nach der 
grosso-Färhung während eines etwaigen Avivirungsprocesses in Alaun- 
lösung gleich wieder verloren m). 
Gehen wir in der obigen Liste weiter, so sehen wir die Werthe der 
grana abfallen und zwar in der Weise, dass die Valuta aller vier ange- 
führten Sorten, nach anderrn Schätzungsverhältniss ausgedrückt, der Reihe 
nach sich darstellt auf 400, 120, x20 und 108 Danari. Wir finden also 
die portugiesische grana von Cintra, Provinz Estremadura, welche in 
den toskanischen Seidenfärbereien als die beste europäische Sorte dieses 
Farbstolfartikels erkannt wurde, höher bewerthet, als die spanische grana, 
aber unter einem Drittel niedriger als den chermisi minuto! 
Sehr bezeichnend ist nun der schließliche Hinweis des Tractates 
auf die "vielen andern Grana-Sortenu, von denen derselbe nur noch 
beiläufig die der Barbaresk en, von Vale nza (Valence in der Dauphine) 
und der Provenza (Provence) hervorhebt. Es ist klar: diese letztern 
Sorten müssen gegenüber den beiden erstgenannten minderwerthig gewesen 
sein; zwischen der ersten und besten graue-Gattung aber und der echten 
feinen Sorte chermisi bestand nichtsdestoweniger auch wieder ein gewal- 
tiger qualitativer Unterschied, der, wie ich glaube, nicht allein durch 
die oben ausgedrückten Valuten für die genannte Zeitepoche fixirt, son- 
dern vielmehr noch durch den auffälligen Bezeichnungsmodus hervor- 
gehoben erscheint. Und in der That sehen wir geradezu die Färbekörner 
'") lfarta della sßln in Firenze, 
. c. p. 195-
	        

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