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Volltext: Monatszeitschrift V (1902 / Heft 2)

in das deutsche Buchgewerbe gebracht hat. Die Technik war wohl im 
deutschen Buchdruck und in den graphischen Verfahren auf der Höhe 
gewesen, aber die Kunst hatte auf diesem Gebiete lange geschlummert. 
Wir wollen nun unsere Bücher wieder künstlerisch ausstatten in dem Sinne, 
dass Schrift, Druckeinrichtung und bildlicher Schmuck, auch das Druck- 
papier, der Vorsatz und der Einband übereinstimmen, so dass die Bücher 
einheitliche Kunstwerke werden wie in früheren Zeiten. Was in dieser 
Absicht und in dieser Einsicht geschaffen worden ist, bedeutet noch keinen 
Höhepunkt der deutschen Buchkunst, es sind nur Anfänge, Keime, die in 
die Breite und in die Höhe wachsen sollen. Neben manchem glücklich 
Gelungenen sehen wir eine ganze Reihe von Versuchen, die zu neuen 
Versuchen und zu neuen Lösungen künstlerischer Fragen anregen werden. 
Die schaffenden Künstler sind, wie wir gesehen haben, im Buchgewerbe 
fleissig und mit vollem Interesse an der Arbeit, an künstlerischen Druck- 
schriften ist jetzt auch kein Mangel mehr, - an den Buchdruckern ist es 
nun, das vorhandene reiche Material richtig und mit Geschmack gebrauchen 
zu lernen, und - was für die gedeihliche Entwicklung der deutschen 
Buchkunst wohl noch wichtiger ist - die deutschen Verleger sollten den 
wenigen ihrer Fachgenossen, die muthig und unbeirrt vorangegangen sind 
in der wahrhaft künstlerischen Ausstattung ihrer Verlagswerke bald mehr 
und mehr nacheifern zum Nutzen der deutschen Kunst. 
DIE SPÄTRÖMISCHE KUNSIINDUSTRIE 
NACH DEN FUNDEN IN OSTERREICH- 
UNGARN so VON MORIZ DREGER-WIEN so 
IE heute beliebte Art von Besprechungen, die uns 
das Lesen des Buches selbst ersparen soll, 
dürfte man eigentlich doch nur bei schlechten 
Büchern anwenden. Diese Art fällt hier somit 
weg. Dann kennt man noch eine andere Manier, 
die des souveränen Besserwissens; mit dieser 
könnte man sich hier aber noch lächerlicher 
machen, als es gewöhnlich geschieht. Ich halte 
es aber überhaupt nicht für möglich, kurzhin 
die Besprechung eines RiegFschen Werkes 
zu geben, so nöthig es auch ist, auf sein Er- 
scheinen hinzuweisen." 
Sein Werk ist so anregend, dass es kaum möglich ist, nach dem Lesen 
die angeregten Gedanken und die anregenden auseinanderzuhalten. Vielleicht 
 
" Riegl, Alois. Die spätrömische Kunstindustrie nach den Funden in Österreich-Ungarn, im Zusammen- 
hang: mit der Gesammtentwicklung der bildenden Künste bei den Mittelrneervölkem dargestellt. Mit 23 Tafeln 
und m0 Abbildungen im Texte. Wien, k. k. Hof- und Staatsdruckerei, zgox. F01.
	        

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