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Full text: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XVI (1881 / 189)

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Kunstkennern und Archäologen Roms ernannt; dieselbe begab sich in den gedachten Palast 
und erkannte nach eingehender Prüfung, dass die Büste in der That ein Werk des großen 
Künstlers sei. Sie stellt einen Zeitgenossen Benvenuto Cellinfs, den Patrizier Altovriti aus 
Florenz, vor. Michel Angelo sagte, er gehe niemals über die Brücke San Angelo, ohne 
in den Palast Altnviti einzutreten, um das kostbare Werk zu bewundern; er wollte damit 
die nunmehr aufgefundene Büste bezeichnen. (W. A. Z.) 
(Der Schatz zu Limbnrg.) Bei Ausgrabungen, welche in Durkheim in der Pfalz 
vorgenommen wurden, stießen am n. April die Arbeiter auf eine gewaltig: Kiste, welche 
den berühmten Schatz der Abtei von Limburg enthielt, der seit der Belagerung derselben 
Anno t5o4 verschwunden war. Die Kiste enthalt viele Vasen, goldene und silberne Ge- 
genstände, eine Menge von Münzen aus" dem I5. Jahrhundert, und Kirchengefaße, die 
noch von der Zeit der Gründung der Abtei (um 1030, von Conrad dem Salier) herrühren. 
Nach den bestehenden Gesetzen fallt die Halfte des Schatzes an den Staat, die andere 
an die französische Gesellschaft, welcher das Etablissement, auf dem der Fund gemacht 
wurde, gehört. 
(Prahlatodaohe Funde.) Das Museum für die nordischen Alterthümer in Kopen- 
hagen hat einen Fund von großer wissenschaftlicher Bedeutung erhalten. In einem Torf- 
moore bei Ringkjobing an der Westküste von Jütland stieß man im vorigen Frühjahr 
beim Turfgraben auf die Ueberreste eines Wagens aus dem Bronzealter. Wie es bei der- 
gleichen Gelegenheiten so häufig geschieht, wurde der Fund, trotzdem nicht unbedeu- 
tende Ueberreste von verarbeitetem Holz vorhanden waren, nicht sogleich genügend be- 
achtet. so dass leider viel davon verloren egangen ist. Nur 12 Stück Bronzebeschla e 
von schbner solider Arbeit und circa t8 P nd wiegend sind gerettet; einzelne Theile 
derselben scheinen vergoldet gewesen zu sein. ln naehster Zeit wird das Museum die 
Fundstelle von einem Sachveratandigen naher untersuchen lassen, da man der Ueber- 
zeugung ist, dass die noch fehlenden Beschlagtheile und möglicherweise auch Ueberreste 
von den Holztheilen des Wagens in dem Moore zu finden sein dürften. 
(Ausgrabungen) Ein sehr interessanter Fund wurde vor Kurzem im Friedhof: 
zu Cannatatt bei Stuttgart beim Ausheben eines Grabes gemacht. ln einer Tiefe von 
1'], Meter stieß der Todtengraber auf senkrechte, aus Thonplatten bestehende, regel- 
maßig gemauerte Canale. Bei weiterem Nachgraben zeigten sich viele Reste von 
römischen Dachziegeln und Thongehßen, und endlich wurde der Boden eines circa 3 Meter 
breiten Raumes bloßgelegt, welcher ohne Zweifel einem römischen Hause angehörte. Die 
Nachgrabungen werden eifrig fortgesetzt. - Bei den Ausgrabun en, welche gegenwärtig 
zu Ostia, das wahrend der römischen Kaiserzeit eine Stadt von .ooo Einwohnern war, 
ausgeführt werden, ist man kürzlich in der Nähe des altrotnischen Theaters auf einen 
Altar von groCer Schönheit gestoßen. Es sind an dessen Wanden Darstellungen der Geburt 
und Kindheitsgeschichte des Zwillingspaares Romulus und Remus in erhabener Arbeit 
angebracht; der Altar, das bedeutendste Kunstwerk, das in Ostia seit langer Zeit entdeckt 
wurde, ist sehr gut erhalten. 
(Ausgrabungen im Tunesiachon.) ln Paris hat sich ein Verein reicher Kunst- 
freunde gebildet, wie Baron Alphonse de Rothschild, Sir Richard Wallace, die beiden 
Grafen Camondo, Graf de Lambertye, Baron Seilliere u. m. A., welche eine Summe von 
100.000 Frcs. zusammengescbossen haben, zur Fortsetzung der im Jahre 1874 in Utica, 
im Tunesischen, begonnenen kunst-antiquarischen Ausgrabungen. Mit der Leitung dieser 
Arbeiten ist Maurice lrisson d'Heriss0n beauftragt worden. Derselbe war bereits so 
glücklich, Anfangs März eine römische Senatoren-Villa und einen Tempel des Hercules 
aufzudecken, am 14. März eine Herkules-Statue und am 14. die eines Bacchus zu finden. 
- Bei einer Grundaushebung auf dem Boulevard Arago wurde ein sehr wohl erhaltener 
Sarkophag von riesigen Dimensionen zu Tage gefordert. Weiters angestellte, genaue Nach- 
forschungen ergaben, dass man es hier mit einem ausgedehnten, galIisch-romiscben Be- 
grabnissplatze zu thun habe; bisher wurden bereits 78 Grabmaler, worunter 47 steinerne 
Sarkophage, aufgefunden; einzelne Sarge enthalten Medaillen mit den Bildnissen Here's 
und Constantins. Der gelehrte Archaolog Toulouse hat einen Plan des Kirchhofes auf- 
genommen und arbeitet an einer Abhandlung, welche er nachstens der Pariser Archäolo- 
gischen Gesellschaft vorlegen wird. 
Hierzu als Extrabellage: 
Verzeichniss der im k. k. Oesterr. Museum für Kunst und Industrie aus- 
gestellten Huldigungsgeschenke und -Adressen zur Vermählung Sr. kais. 
Hoheit des Kronprinzen Rudolf. 
lelbltvorlng den x. k. Gesten. lnuunl. Ülllhdfllßlufti Von cm GemIrPa Bahn iu Wien.
	        
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