MAK

Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XVI (1881 / 195)

schöner Gegenstände geschickt wurde, die unsere Umgebung schmücken 
sollen. Haben auch die Unternehmer der Ausstellung große materielle Ver- 
luste durch ihr zu kühnes und großartiges Arrangement zu tragen, so 
bleibt doch für weitere Kreise der bei Weitem höher anzuschlagende ideelle 
Culturgewinn. Die Anregungen, die das Oesterr. Museum für Kunst und 
Industrie gegeben hat, dringen auf diesem Wege befruchtend in weitere 
Kreise. Fr. Fischbach. 
Lltaraturbaricht. 
A. Freiherr v. Dumreicher: Ueber die Aufgaben der Unterrichtspolitik 
im lndustriestaate Oesterreich. Wien, A. Hölder, 1881. 8. 
Soeben ist unter obigem Titel bei A. Holder in Wien die Brochure des Freiherrn 
v. Durnreicher erschienen. Sie enthält außer dem Vortrage, weichen der Verfasser am 
a5. November im n. o. Gewerbeverein gehalten hat, in einem Anhang: eine Reihe 
von Aclenstucken, welche sich auf Organisation der Staatsprüfungen der Staats-Gewerbe- 
schuleu beziehen. Die schon ausgestattete Abhandlung ist durch zahlreiche instructive 
Anmerkungen erweitert und als grundlegend für die BegritTe: Fachschule, Gewerbeschule, 
Fortbildungsschule zu betrachten; sie setzt in überxeugender Weise auseinander, in wele 
chen Formen eine Förderung des Gewerbewesens durch die Schule möglich ist. Wir 
kommen wohl auf das Thema der Brochüre noch öfters und eingehend zurück. 
wStudien zur Kunst- und Culturgeschichte." l. Hans Sebald Beham, 
Maler und Kupferstecher, und seine Zeit. - Deutsche Trinkgläser 
_des 16. und 17. Jahrhunderts, von G. K. Wilhelm Seibt. Frank- 
furt a. M., Heinrich Keller, 1882. 64 S. 8. 
Der Mangel eines Prospectes lässt es ungewiss, in welcher Weise die nStudien zur 
Kunst- und Culturgeschichte- erscheinen sollen, ob nach Art einer Zeitschrift in regel- 
mäßigen Zwischenräumen, oder nur gelegentlich in zwangloser Folge, ahnlich Seemann's 
Beitragen zur Kunstgeschichte, welche leider so spärlich geliefert werden. Wir erklären 
uns übrigens mit jeder Form zufrieden, wenn die Abhandlungen den beiden oben genannten 
von W.Seibt an Werth gleichlrommen. An dem ersten Aufsatze, über H. S. Beham, haben 
wir nichts auszusetzen, als den etwas protzigen Titel. Die Schilderung der Zeitstrümung 
beschränkt sich hier auf die reformalorische Bestrebung in Nürnberg und auf den 
bekannten Process der drei gottlosen Maler, Barrel, H. S. Beham und G. Pencz vor dem 
Rathe im Jahre 1525. Bezüglich H. S. Behanfs Aufenthalt in Frankfurt bis zum Lebens- 
ende 1550 verwerthet der Verfasser die archivalischen [Forschungen des verstorbenen 
Dr. Kriegk, um den Künstler "gegen die althergebrachte und von Rosenberg leichtfertig 
festgehaltene Marc zu vertheidigen, dass er einen Wcinschank in Verbindung mit einem 
andern entehrenden Geschäfte betrieben habe Die Geschichte ergibt sich als eine simple 
Verwechslung mit dem übelbeleumundeten Büchsenschäfter Hans Beham von Soundtraw, 
welcher im Jahre t57g eine Concession für Herberge, Bier- und Weinschank vom Frank- 
furter Rath erlangte. Der Charakterisirung von H. S. Beham's Verhältnis: zu Dürer, 
seines Stiles und der Erklärung einiger Stiche lasst Seibt einen Nachtrag zu Bartsch, _ 
Passavant und Rosenberg folgen. 
Die zweite Abhandlung, über deutsche 'I'rinltglaser, berichtigt einige minder präcise 
Bezeichnungen in Dr. llg's Geschichte der Glasindustrie, welche in L. Lobrneyfs interes- 
santem Buch über die Glasindustrie der Gegenwart, gelegentlich der Wiener Weltaus- 
stellung 1373, vorangestellt ist. Seibt bringt nun werthvolle Beitrage zur Ge ichte und 
Erklärung der Namen Römer, Willkomm, Passglas, Stiefel, Ängster, Kutrol , Tummler; 
ferner biographische Skizzen über den Glasmaler Joh. Schapper und den Erfinder des 
Rubin- und Smaragdglasea und Phosphors Job. Kunckel und schließlich eine Notiz über 
die Doppelglaser mit Zwischenvergoldung. 
- Der Feder J. v. Falke's verdanken wir zwei Werke, welche gegenwärtig vollendet 
vorliegen, und zwar die nCostümgeschichte der Culturvolker- und i-Die Kunst im Hause-u 
Letzteres Werk ist bei Gerold (Wien) in vierter, nun illustrirter Ausgabe erschienen,
	        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.