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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XVII (1882 / 196)

 
der der Ernailfarben-Scala nothwendig gewordenen Correcturen, wie auch 
durch Durchführung neuer Methoden. So wurde die Anwendung des 
Glanzgoldes zur Herstellung matter und gekörnter Goldfonds ermittelt, 
ebenso die Mattvergoldung unter Glasur für die FrittfarbenI-Technik 
erprobt. Was die Fertigstellung der Kunstobjecte dieses Maler-Ateliers 
durch denMuffelbrand betrifft, müssen auch gleichzeitig jene Gegenstände 
mit einbezogen werden, bei welchen eine gleiche Procedur gegen Entgelt 
für Industrielle, Künstler und Private unter Einem an der Anstalt bewerk- 
stelligt wird. 
Es wurden an der Anstalt 167 Mulfelbrände mit 989 Stücken deco- 
rirter Fayencen und Porzellane gemacht; davon entfallen 147 Stücke auf 
das Atelier der Kunstgewerbeschule, 76 Stücke auf die anderen Fach- 
abtheilungen dieser Anstalt, was nach der allgemeinen Kostenberechnung 
eine Belastung der Dotation der Kunstgewerbeschule um 93 fl. 80 kr. 
ausmacht: 766 Stücke kamen der Anstalt von Privaten zu und ist der- 
selben dafür bis dato an Entschädigung zu Gunsten der Dotation ein 
Betrag von 197 fl. 41 kr. zugegangen. Die mit dem Schuljahre 188r[82 
vermehrte Frequenz des Ateliers für Fayencetnalerei machte weiters eine 
Controle der für dasselbe von der Anstalt verfertigten und zur directen 
Anwendung tauglich hergestellten Präparate lohnend; diese ergab für die 
abgelaufenen zwei Monate ein Quantum von 6550 Gramm für Emaille 
und 500 Gramm für Schmelzfarben. Es werden diese Ausweise für das 
Schuljahr r881l82 weitergeführt. ' 
II. Arbeiten und Einrichtungen im Laboratorium der Anstalt. 
Beansprucht wurde die Anstalt von Industriellen und Privaten mit 
Untersuchungen, Analysen und Präparation von Edelmetallen für kera- 
mische Decoration, und zwar llI Ducaten Gold und 2050 Gramm Silber; 
der dafür eingegangene Betrag von 1x5 H. 16 kr. eutiiel zur Hälfte mit 
57 H. 58 kr. an die Cassa der Anstalt. 
Eine wesentliche Ergänzung erhielt die Einrichtung der Anstalt durch 
einen kleinen Porzellanbrennofen, welcher im Verlaufe dieses Sommers 
im Souterrain der Anstalt gebaut wurde und zwar ausgeführt mit den 
bestehenden Mitteln der Dotation der Anstalt. Nach einer Reihe von 
Probebränden richtiggestellt, gestattet derselbe nun bei leichter Hand- 
habung und geringem Aufwand an Brennmaterial hohe Temperaturen bis 
zum Glattfeuer des Porzellans zu erreichen, wodurch die Möglichkeit 
geboten ist, leicht Massen- und Glasurproben anzustellen, sowie Decora- 
rations-Techniken für das Fayence- und Porzellanfeuer zu erzielen. 
Namentlich macht aber das Streben, neu gefundene oder bisher nur 
untergeordnet und zu anderen Zwecken verwendete inländische T hone zur 
Fabrication edlerer keramischer Producte nutzbar zu machen, die Her- 
stellung dieses Versuchs-Apparates zum Bedürfniss, nachdem die Mittel
	        

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