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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XVII (1882 / 196)

 
der Anstalt nicht hinreichen, derartige Proben in dem bisherigen großen 
Brennofen directe auszuführen. Zunächst erschienen Versuche zur Ermitt- 
lung des Herstellungsverfahrens und der Composition von Fayence-Massen 
in der beliebten Elfenbeinfarbe wünschenswerth. Als Grundlage dienten 
bei diesen Versuchen in erster Linie bekannte und renommirte, im Handel 
erscheinende österreichische Thone, dann solche, idie von A. Koöourek 
im Laufe dieses Jahres auf den fürstlich Schwarzenberyschen Gütern zu 
Wittingau und Frauenberg ausgehoben und von demselben an der Anstalt 
im Auftrage des Fürsten untersucht worden waren, sowie auch Materialien 
aus Böhmen (Bechyn), die vom k. k. Handelsministerium zur Untersuchung 
ihrer Verwendbarkeit an die Anstalt gesendet wurden. 
Es gelang, die Composition der Massen und mehrere Combinationen, 
sowie die entsprechenden Glasuren herzustellen, und es wird gegenwärtig 
daran gegangen, diese Proben in's Größere auszudehnen, um bei nächster 
Ausstellungsgelegenheit die diesbezüglichen Resultate in größeren fertigen 
Obiecten zur Anschauung zu bringen. 
Gleichen Schritt damit mussten Versuche zur Ermittlung von Farben 
für das Glattfeuer des Fayence-Ofens gehen, welche der Adiunct der 
Anstalt, Dr. Linke, im Vereine mit C. Steidl und A. Koöourek 
durchführte und die bisher schon zu mehreren befriedigenden Resultaten 
geführt haben. In dem Bestreben, der schönen Fayence-Technik von 
Ph. Deck in Paris nahe zu kommen, wurden die ersten Schritte zur 
Herstellung einer entsprechend weißen Fayence mit bleifreier alkalischer 
Glasur gemacht. Dem Stipendisten der Anstalt, E. Adam, fiel die Auf- 
gabe zu, die Metall-Emaillage, resp. speciell die Technik des Limousins 
einem eingehenden Studium zu unterziehen. 
Nach vielfachen Versuchen mit Emailplatten wurde das als das beste 
und widerstandsfähigste befundene Email von der Platte losgelöst und 
einer Analyse unterworfen, welche die Anhaltspunkte zu den synthe- 
tischen Versuchen liefern musste, die daraufhin E. Adam im Vereine 
mit Dr. Linke durchführte. Unter den bisherigen Resultaten ist zu 
verzeichnen ein tiefschwarzes hartes Grundemail, sowie farbige trans- 
parente Emaile nebst dem dazu gehörigen weißen Malemail, dem sich 
mehrere Farben (Fleischton, Blau, Violett, Türkis u. s. w.) anschließen. 
Diese Resultate werden an Probeobjecten in nächster Zeit im k. k. Oesterr. 
Museum zur Anschauung kommen. Weiters mussten die an der Anstalt 
geschaffenen früheren Decorations-Techniken fort im Auge behalten werden 
und deren Vervollkommnung und Erweiterung das Ziel fortlaufender Ver- 
suche sein. 
Von Seite des ergebenst Gefertigten wurde eine specielle Rustik- 
Fayence-Technik geschaffen und diese weiters auch für freies l-Iafner- 
feuer ausgedehnt, wodurch der inländischen Ofenindnstrie ganz neue 
Behelfe in technischer Beziehung zur Erzeugung moderner polychromer
	        

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