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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XVII (1882 / 196)

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künstlerisches Feingefühl. Im Wesentlichen sind es drei Stylrichtungen, 
welche als Vorbild dienen: die deutschen Gläser des 16. und 17. Jahr- 
hunderts, die venetianischen derselben Zeit und einige antike Formen. 
Letztere sind jene römischen Glasarbeiten aus dem ersten Jahrhundert 
unserer Zeitrechnung, welche aus den Gräbern bei Wiesbaden, Kreuznach, 
Mainz, Worms etc. zu Tage gefördert wurden '). 
Bezüglich der Farbe finden wir verschiedene Nuancen von Grün, 
ferner die bei den venetianischen Flügel- und Filigrangläsern üblichen 
Farben, und endlich farbloses Glas. Schliff und Gravirung kommt nur 
vereinzelt, Vergoldung und Emaillirung gar nicht zur Anwendung. Das 
Material ist Kali-Bleiglas. 
Bisher weist der Muster-Catalog bei 200 verschiedene Formen auf, 
von welchen das Museum 32 Objecte in seine Sammlung aufgenommen 
hat. Von dem Erwerb von Imitationen venetianischer Gläser dieser Fabrik 
konnte es, mit Rücksicht auf die zahlreichen derartigen Arbeiten in seiner 
Sammlung, Abstand nehmen. Dagegen zeigt die Collection verschiedene 
Arten von Humpen, Bechern, Trinkgläsern, Kannen, Krügen, Flaschen 
und Vasen. 
Es ist hier nicht am Platze, so interessant es auch wäre, auf die 
einzelnen Objecte speciell einzugehen, dagegen hielten wir es für unsere 
Pflicht, durch diesen Hinweis die Aufmerksamkeit unserer heimi- 
schen Glasindustrie auf dieses junge und hoffnungsvolle 
ausländische Unternehmen zu lenken, es ihr überlassend, 
aus einem gründlichen Studium unserer Collection Nutzen 
zu ziehen. 
Zum Schlusse sei noch erwähnt, dass ein ausführlich gearbeiteter 
und mit igr Illustrationen versehener Preis-Courant der "Rheinischen 
Glashütten-Actien-Gesellschaft in Ehrenfeldu in der Bibliothek des Museums 
aufliegt. F-s. 
Ueber die Aufgaben der Unterrichtspolitik im Industrie- 
staate Oesterreich. 
Von A. Freih. v. Dumreicher. - Wien, A. Hölder, 188i. 8. 
Die außerordentliche Anerkennung und eingehende Besprechung, 
welche die in- und ausländische Presse der unter obigem Titel veröffent- 
lichten Schrift zu Theil werden ließ, hat das Interesse für dieselbe bereits 
in so weite Kreise getragen, dass wir uns des Eingehens auf deren reichen 
Gedankeninhalt für enthoben erachten, um so mehr, als die darin ent- 
wickelten Ideen auf Jahre hinaus die betheiligten Kreise zu beschäftigen 
') Eine größere Anzahl solcher Gläser befindet sich im Museum zu Wiesbaden, 
Photographien darnach in der Bibliothek des Oesterr. Museums.
	        

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