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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XVII (1882 / 206)

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auch das Ganze in der Art derselben mit urngehendem, auf Säulen ruhen- 
dem Gang und Vordach, verziertem Giebelfeld, offenen Eckloggien, durch- 
brochenen Brüstungen und oßenen Treppenaufgängen. Um ein Bild zu 
geben von der Productionsfähigkeit unserer Hausindustrie, über die ich in 
diesen Blättern schon ausführlich gesprochen (Jahrg. XVll, Nr. x98 ff.), wen- 
dete ich mich an bewährte Freunde in nur zwei Dörfern und erhielt 700 
Teppiche zugesendet,' mit denen ich den Pavillon von Innen und Außen 
reichlich zu decoriren im Stande war. Da es mir jetzt hauptsächlich 
daran liegt, für die Gegend, wo die Teppichindustrie am stärksten ist, 
eine Fachschule durchzusetzen, die Production zu vervollkommnen, die 
Preise zu regeln und den Artikel exportfähig zu machen, wie es die bul- 
garischen Teppiche vnn Pirol sind, so beachtete ich auch vornehmlich 
diesen Hausindustriezweig, von den anderen stellte ich Proben nur in 
geringerer Anzahl auf. In der Folge könnte besonders im Küstenlande 
auch die Holzindustrie durch entsprechende Pflege emporgebracht wer- 
den; die ausgestellten Proben, Drechslerarbeiten aus Lärchenholz, zeigen 
viel natürliche Anlage. Das Material ist ein ausgezeichnetes, wie es die 
reichliche Holzausstellnng des croatischen Pavillons beweist. 
Von den städtischen kunstindustriellen Producten beherrschen die 
von unserer Fortschrittsgarde nach Bolle's Zeichnungen hergestellten Ar- 
beiten unser Terrain im Pavillon. An der Spitze dieser Getreuen ist zu 
nennen Mesiö, dessen Kunstschlosserarbeiten den Vergleich mit dem 
Besten dieser Art nicht zu scheuen brauchen; dann Jokuä, der Zimmer- 
mann, der den Pavillon solid und treElich aus Eichenholz zimmerte, 
Haecker, der Tischler, der eine Reihe schöner Eichenholzmöbel aus- 
stellte und mit einem nach eigener Zeichnung gefertigten schönen Aus- 
stellungsschrank zeigte, wie viel er schon auch an Selbständigkeit gewon- 
nen, Heferer, der Orgelbauer, hat in der Eile Bolle's Zeichnung nicht 
so gut verwendet, wie bei der großen Orgel in der Bistrizaer Wallfahrts- 
kirche; einen treueren Dolmetsch fand Bolle in seiner Frau, die eine 
ausgezeichnete Stickerin ist und schöne Nadelspitzen sowohl als Sticke- 
reien nach Zeichnungen ihres Mannes ausstellte. Pospischil machte 
vorzüglich glasirte Oefen nach des vielseitigen Dombaumeisters Zeichnung, 
Maruzzi ein schönes gothisches Dachfenster, l-lochstätter ein Kaffee- 
service von Porzellan, wobei Belle die Motive von den nationalen Flaschen- 
kürbissen verwendete, Budicky ein schönes Bulfet und die Goldarbeiter 
Bulvau und Peöak schöne Schmuckgegenstände. Bolle selbst stellte 
die Entwürfe zu allen diesen Sachen aus und eine Reihe von Plänen für 
Bistriza, für Kirchendecorationen und Profanbauten. 
Hervorzuheben sind noch die Stickereien des Klosters der barm- 
herzigen Schwestern, der Lehrerinnen-Bi1dungsanstalt, an welcher eine 
Frau Basariäek sich durch großen Eifer und Geschicklichkeit aus- 
zeichnet, und die Arbeiten der Lehrerin Ettinger und ihrer Stickschule. 
die darum sehr beachtenswerth sind, weil die Entwürfe von der Lehrerin
	        

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