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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XVIII (1883 / 208)

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Kunstsammlungen und Schlössern des A. H. Kaiserhauses in wohlwol- 
lendster Weise zugesagt haben. Eine Reihe von Zusagen der Besitzer be- 
deutender Privatsammlungen stehen in sicherer Aussicht. 
Die Berliner Bronze-Industrie. 
Nach den Berichten der Aeltesten der Berliner Kaufmannschaft vom Jahre 1881. 
Bei dem lebhaften Interesse, welches man gegenwärtig der österrei- 
chischen Bronze-lndustrie entgegenbringt, kann es nur von Nutzen sein, 
die gleichen Bestrebungen der Nachbarländer, namentlich des für uns in 
handelspolitischer Beziehung so wichtigen Deutschen Reiches, welches in 
Bezug auf die Entwicklung seiner Kunstindustrie große und erfolgreiche 
Fortschritte macht, nicht unbeachtet zu lassen. Wir entnehmen dem 
"Bericht über den Handel und die Industrie von Berlin im Jahre 188m, 
erstattet von den Aeltesten der Kaufmannschaft in Berlin, dass die im 
Jahre 1880 durchgeführte Reorganisation der Unterrichtsanstalt des Ber- 
liner Kunstgewerbe-Museums in ihrer Vorschule mit neun Classen 
den Unterricht der am Tage beschäftigten Handwerker mittelst eines 
Abend- und Sonntagscurses zum Zwecke hat, während die eigent- 
liche Kunstgewerbeschule ihre Besucher zum selbständigen Erfinden und 
Schaffen innerhalb der verschiedenen kunstgewerblichen Fächer heran- 
bildet, zu welchem Zwecke die ganze tägliche Arbeitszeit der Zög- 
linge in Anspruch genommen wird. Zu den früher bestandenen fünf 
Classen ist noch eine sechste hinzugekommen, welche für den Unterricht 
im Ciseliren, Graviren und Metalltreiben bestimmt ist, deren 
Begründung, wie der Bericht anführt, dem Bedürfniss der aufblühenden 
Metallindustrie in Berlin entgegenkommt. Der Kunstgewerbeschule sind 
im neuen Gebäude des Kunstgewerbe-Museums in der Königgrätzer- 
straße, welches am 21. November 1881 feierlich erölfnet wurde, entspre- 
chende Räume zugewiesen und ist die Zahl ihrer Zöglinge (mit Hinzu- 
rechnung der Frequentanten der Abend- und Sonntagscurse) im Schuljahre 
188of81 bereits auf 460 gestiegen. _ 
Aber auch das Kunstgewerbe-Museum konnte mit Genugthuung auf 
die überraschende Thätigkeit hinweisen, die aus schwachen Anfängen am 
Ende der Sechziger Jahre sich entwickelt hat. Das rege Interesse für die 
Bestrebungen des neuen Kunstgewerbe-Museums rnanifestirt sich am 
besten in dem überaus regen Besuch der Anstalt, indem während der 
ersten drei Monate seit der Erölfnung mehr als 60.000 Personen das 
Tourniquet passirten. Auch die eifrige Benützung der Vorbilder Seitens 
der Künstler und Gewerbetreibenden lässt erkennen, dass in den An- 
schauungen, Bestrebungen und Bedürfnissen der gebildeten Stände Deutsch- 
lands die Förderung der deutschen Kunstgewerbe einen hervorragenden 
Platz errungen hat. Dies wird auch bestätigt durch die mit jedem Jahre
	        

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