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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XVIII (1883 / 208)

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um sich. welche seinem Beispiele folgten. Aber all' diesen Künstlern 
fehlte noch jene Sorgfalt der Naturbeobachtung. jenes Streben nach Aus- 
druck und der Humor, welche die heutige realistische Schule Russlands 
in so hohem Maße auszeichnen. 
Als Venetzianoff im Jahre 1820 sein erstes Bild nach der Natur: 
"eine Scheunen, malte, fühlte er selbst, wie wir aus seinen Memoiren 
entnehmen, dass ihm das Streben nach Empfindung bei dieser Arbeit sehr 
hemmend war. Mit mehr Recht könnte man als den Begründer der neuen 
russischen Schule den Maler Fedotoff nehmen, welcher unter dem Ein- 
ilusse des berühmten Fabulisten Kryloff Sittenbilder seiner Zeitgenossen 
zu malen begann und im Jahre 1849 drei Genrebilder ausstellte: Ein 
Ritter empfängt die lnsignien eines Ordens; die Brautschau eines Majors; 
ein junges Mädchen unschlüssig in der Wahl eines Bräutigams. 
ln der That. die nationale und naturalistische Richtung in der rus- 
sischen Kunst entwickelt sich vor Allem bei den Zöglingen der Maler- und 
Bildhauerschule in Moskau. Dort erscheint noch, gegen t84o, eine ganze 
Plejade junger Genre- und Landschaftsmaler, welche ausschließlich nationale 
Stoffe behandeln, wie "der Ostersonntag in einer russischen Familieu; "der 
Segensspruch für die Heiraty: "der Bericht eines Kriegers in die Heimat-i. 
Von dort gehen mehrere Maler hervor, welche eine mehr minder bedeut- 
same Rolle in der russischen Kunst nach 1855 spielen: Peroff, Puki- 
reff, Nevreff. Pribkoff, Ratchkoff, Prianischnikoff, V. Ma- 
kovski, Savrassof, Kameneff u. a. Fast zur selben Zeit erscheinen 
auch unter den Zöglingen der Kunstakademie von Petersburg Realisten. 
Die einen behandeln Stoffe aus dem modernen Leben, und unter diesen 
waren hervorzuheben: Tschernyscheff, die zwei Brüder P. und A. R iz- 
zoni. A. Popoff, Baron M. P. Klodt, A. Volkoff, Trutovski, 
J. Sokoloff, Jakoby, N. Petroff, Miassojedoff, Morozoff. Kor- 
zukin, Koscheleff, Juravleff, Sedoff, Pelevin, Lemoch, Maxi- 
moff, Repin, Savicki. Vasnetsolf, B. V. Vereschagin, Demi- 
trieff, gen. von Orenburg, C. Makovski etc. Andere dagegen malen 
Scenen aus dem Leben der Vergangenheit, und da seien unter andern 
Schwarz, Litovtschenko, Gue, Surikoff genannt. Auch Bildniss- 
maler treten auf, wie Koehler, Kramsltoi, und Maler russischer Land- 
schaften, wie der Baron M. P. Klodt. Mestscherski, Schischkin, 
Vassilieff, Volkoff, Orlovski, Kujindschi und Klever. 
Eine ganz neue Bewegung beginnt gegen 1863 unter den russischen 
Künstlern. Damals geschah es, dass Peroff, als Stipendist der Akademie 
nachlFrankreich geschickt, um die Erlaubniss bittet, vor der bestimmten 
Zeit nach Russland zurückkehren zu dürfen; er fühlte sich unfähig, Stoffe 
aus dem Leben eines fremden Volkes zu behandeln, und zog es vor, die 
Sitten seines Geburtslandcs zu studiren. Mehrere Schüler der Akademie: 
Krarnskoi. Lemoch, Litovtschenko, C. Makovski, S. GrigarieH, Dmitrieff 
aus Orenburg, Juravlelf, Korzultin, Morozofl", PerkoH, Schustofl", B. Wenig,
	        

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