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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XVIII (1883 / 208)

Es ist bedauerlich, dass diese Angelegenheit in Oesterreicb so wenig gewürdigt 
wird, was wohl zumeist dem Umstande zuzuschreiben ist, dass unsere Schullehrer und 
Gewerbsleute, welche naturgemäß dieser Frage ihre Aufmerksamkeit zuwenden sollten, 
zu viel mit politischen und nationalen Dingen bechäftigt sind, als dass sie den Bestre- 
bungen, wie solche von dem Verein zur Förderung des Haustleißes in Bremen ausgehen, 
einen Theil ihrer Zeit widmen konnten. 
(Fabrloatlou von Anuonceutafeln.) Die Herren Lott und G erber haben ihr 
Geschaftslocal (lll, Rasumoßskygasse 22) so vergrbßert, dass sie Annoncen in Oelfarhen- 
druck auf Eisenblech, sowie Email-, Glas- und l-Iolzbuchstaben schnell und billig aus- 
führen können. 
Die Katalogisirung der antiken Sammlungen in Oborltallen, welche mit 
Unterstützung der Central-Direction des k. deutschen archäologischen Institutes Dr. Hans 
Dütschke übernommen, ist mit dem V. Bande, welcher die antiken Bildwerke in 
Vicenza, Venedig, Catija, Modena, Parma und Mailand enthält, zum Abschlüsse gebracht 
(Ein Künstlerhaus mit Haleratellers in Salzburg.) Ein Comite, welches 
unter dem Präsidium des Statthalters Grafen Thun steht, hat sich zur Aufgabe gestellt, 
in Salzburg ein Künstlerhaus mit Malerateliers zu bauen. Es soll nicht blos ein Aus- 
stellungssaal geschaffen, sondern ein besonderer Werth darauf gelegt werden, dass zwei 
sehr große und mehrere kleine Ateliers, allen Anforderungen entsprechend, entstünden, 
welche Künstlern von Fall zu Fall zur Verfügung gestellt werden konnten. Es ist wohl 
kein Zweifel, dass speciell Salzburg, welches dem Landschafter geradezu classisches 
Terrain für Studien bietet, der richtigste Ort für ein derartiges Unternehmen ist. 
(Balzburger Geschirr.) Der Director der Szaatsgewerbeschule in Salzburg hat 
soeben eine kleine Broschüre verolfentlicht unter dem Titel: Zur Geschichte der 
Salzburger Weißgeschirrfabrication, Durch seine Vermittlung hat die Direction 
des Oesterr. Museums eine größere Anzahl derartiger Erzeugnisse erworben. 
(Hamburgisahea Museum für Kunst und Gewerbe.) Der Director dieser An- 
stalt, Dr. Justus Brinckmann, bringt in seinem Berichte über die Entwicklun des Mu- 
seums seit der Eröffnung am 25. September 1877 bis zum a5. September t 82 außer- 
ordentlich schätzbare Daten über die Kunstgewerbe Hamburgs und der angrenzenden 
Gebiete. im Anbange lll ist ein Verzeichniss Schleswig-Holsteinischer und dänischer 
Fayencefabriken des XVlll. Jahrhunderts gegeben. r 
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(Genaue-Ausschreibung) An der Fachschulc für Glasindustrie zu Steinschönau 
ist die Stelle eines Zeichenlehrers mit einem jährlichen Gehalte von Eintausend (tooo) 
Gulden, vom Schuljahr 1883184 an, zu besetzen. 
Die Stelle ist verlragsmaßig halbjahrig kündbar; dabei ist die Umwandlung der vera 
tragsmaßigen Bestellung bei zufriedenstellender Dienstleistung in definitive Staatsanstellung 
in Aussicht genommen. 
Bei Verleihung dieser Stelle werden nur solche Bewerber berücksichtigt, welche 
sich entweder über eine entsprechende Lehramtsthatigkeit im Freihand- und kunstgcwerb- 
lichen Zeichnen oder mindestens über einen, an einer technischen oder artistischen Lehr- 
anstalt gründlich erhaltenen Zeichenunterricht ausweisen künnen. Bewerber, welche über- 
dies eine praktisch-industrielle Verwendung darthun können, erhalten bei sonstiger gleicher 
Qualification den Vorzug. 
Bewerber um diese Stelle müssen übrigens in der Lage sein, vom Unterrichts- 
ministerium bereits mit t. April t873 in Verwendung genommen werden zu können. 
Die gehörig gestempelten und mit den Zeugnissen versehenen, sowie mit konst- 
lerischen Arbeiten belegten Gesuche sind, unter Anschluss eines curriculum vitae, bis 
15. Februar 1883 im Einreichungs-Protokolle des Unterrichtsministeriums einzubringen.
	        

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