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fullscreen: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XVIII (1883 / 212)

l. Die textilen Gräberfunde. 
IIL-IX. Jahrhundert n. Ohr. 
(Wo keine bestimmt: Angabe steht, ist immer der GrundstotT als ursprünglich weiss anzunehmen.) 
Schwerer, dicker, gelblicher Wollstorf (arab. cheisch), braun ge- 
streiftes Bruchstlick eines Mantels, gestopft und am untern Rande 
mit groben Ueberfangstichen eingesäumt. 
Hauptsitz der Fabrication dieser Gewebegattung war die mittelagyptische Pro- 
vinz el-Faijum (Zlganlofrqg voiuie). Man pflegte auch mit dem in Wasser getauchten 
Cheisch zur Kühlung die XVein-Amphoren zu umhüllen; ebenso construirte man 
die sogenannten Cheisch-Kioske (kübbet el-cheisch), welche, da sie durch Begiessen 
mit frischem Wasser stets feucht gehalten wurden, einen angenehm kühlen Auf- 
enthalt zur Sommerszeit boten. 
Leichteres leinwandbindiges Wollenzeug von gelblicher Färbung, 
am untern Rande eingesäumt. Merkzeichen aus rother Wolle (Fabriks- 
marke _-_ arab. sime). 
3-4. Cannelirtes grobes Hanfgewebe (arab. nmhfür), zu Decken 
5. 
6. 
lO. 
(mifrasch) verwendet. Es diente zum Einhüllen des vollständig be- 
kleideten Leichnams. 
Desgleichen, mit glattem Rande. 
Desgleichen, mit blauen, durch das Alter grün gewordenen, Doppel- 
streifen quadrillirt. Besonders schöne Arbeit. 
Rauher, aus feinstem Material nach Art des Sammtes gewebter 
Baumwollstotf, mit langen auf beiden Flächen des Gewebes sicht- 
baren unaufgeschnittenen Noppen. Mit glattem Rande. Bruchstück 
der reichverzierten orohi, stola oder tunica eines höchstgestellten 
römischen Würdenträgers des IV. Jahrhunderts n. Chr. Bekleidungs- 
stück für die rauhe Jahreszeit. S. die Nummern 102, 421, 422 
und 423. 
Dieses herrliche Gewebe entspricht vollständig dem modernen englischen, zu 
Badehnndtüchern verwendeten Rubber-Stofl" und reprasentirr die ursprüngliche 
Form des altarabischen Cluny-Gewebes. 
Feiner rother (kirmizf) Wollenstoff, leinwandbindig, gestreift mit 
breiten blaugelben Schachbrettmustern verschiedener Grösse. Am 
untern Rande Spuren von Einsäumung. 
Endstück eines befransten Gürteltuchs (cingulum, arab. hizäm). 
Orangefarbig mit hellgelben und weissen Randstreifen dessinirt. 
Lockerer feiner Wollstoli", in den Streifen dicht gewoben. 
Feines gelbes Wollengewebe mit gerippten Streifen (ribs) in rother, 
gelber, grüner und blauer Farbe. 
 
Fortsetquvrg auf der Beilage.
	        

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