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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XVIII (1883 / 214)

7.71.52 
268-269. Bruchstücke eines genau nach der vorbeschriebenen Manier 
270. 
angefertigten, jedoch mehrfach gestreiften Einschlagtuches (für den 
Todten). Die an der rechten Seite umgeschlagenen Enden lassen 
wieder die flottliegenden Kettfäden der Rückseite erkennen. 
Die grössere Hälfte eines Linnen-Hemdes mit eingesetztem langen bis 
an die Handwurzel reichenden Aermel (cumisia manicata). Das Aermel-. 
ende wie der gerade Halsausschnitt sind mit einer merkwürdigen 
Reliefstickerei benäht: auf einem Untergrund von Kettfäden sind 
querüber feine verschiedenfarbige Strähne und Schnürchen derartig 
kunstvoll mit unsichtbaren Stichen in Streifendessins aneinander 
gereiht, dass sie die Kettfäden völlig decken und diese nur dort 
unterfangen, wo sie zur Bildung des zarten Weissmusters aufgezogen, 
an die Oberfläche treten sollen. Das Weissmuster besteht in + und 
Z Figuren en relief; die letzteren erscheinen in Reihen abwechselnd 
recht- und rückläufig, so dass durch sie im vertieften Untergrund 
eine Tau-(T)-Linie gebildet erscheint (s. Anm. zu Nr. 121-122). 
271. Gobelin-Orbiculus (s. Nr. 71-72, 234-238) auf rothem Wollstoff 
genäht. Derselbe enthält als Mittelpunkt einer Kreiseinfassung eine 
von stilisirten vegetabilischen Ornamenten umgebene Vogelgestalt. 
Das Ganze weiss auf blauem Grunde. 
272. Orbiculus auf Purpurstoff aufgenäht. Die Darstellung, ein nach rechts 
gewandter Hase, umgeben von einer My- (Z : M)- Kreislinie (s. Anm. 
zu Nr. x24), lässt den Charakter der Gobelinarbeit als Nadelmalerei 
zur vollsten Geltung kommen. 
273. Prächtiger viereckiger angustus clavus (s. Anm. zu Nr. 2x6) in 
274. 
feinster Gobelinausfübrung, mit weichem gelben Wollstoff als Unter- 
lage. Von der mit einer violetten Kreuz-(stauracin-)Musterung 
bedeckten gelben Grundfläche, hebt sich als Mittelstück ein violett 
fundirtes kleines Quadrat ab, in welchem vier mit den Spitzen 
zusammengestellte, zierlich stilisirte gelbe Blattfiguren sich zu einem 
Rosetten-Bild vereinigen. Die linke und rechte Seite des clavus ist 
mit einer Eta-(H)-Linie, die obere und untere Seite hingegen mit 
einer Delta-(AyLinie eingefasst (s. Anm. zu Nr. izi-rzz). Die 
Rückseite des Stückes hat sich merkwürdig farbenfrisch erhalten. 
Untertheil einer uniagestreiften leinenen Prachttunica. Dieselbe ist 
nicht wie gewöhnlich mit nur zwei farbigen Verticalstreifen 
(s. Nr x39 und Anm.) geziert, sondern sie erscheint durchwegs mit 
solchen geschmückt, in der Weise nämlich, dass immer auf ie zwei 
aufgenähte breite Gobelinstreifen (mit rothem Fond und zarter 
weisser Oramentik) eine breite rothe Wollborte mit geometrischer 
überschossener Weissmusterung folgt. Eine Borte der letztem Art 
bildet auch den Sauin (listu). 
 
Fonsetqung auf der Beilage.
	        

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