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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XVIII (1883 / 219)

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Druckwerke sind in dem Inventar der Bibliothek namentlich verzeichnet; 
aus letzter'Zeit verdient hier noch die Widmung des k. k. Baurathes 
Herrn P. Wasserburger aus Anlass der silbernen Hochzeit lhrer 
Majestäten besonders hervorgehoben zu werden, nämlich das complete 
Werk von Piranesi in 28 Großfolio-Bänden, und schließlich die 
Schenkung des HofeGlaswaarenlieferanten Herrn Ludw. Lob meyr, 
bestehend in eilf Prachtbänden in Großfolio mit den Werkzeichnungen 
sämmtlicher aus seinen Etablissements hervorgegangenen'Glasgefässe. 
Die Anordnung der Bibliothek war seit ihrer ersten Aufstellung 
eine fachgemäße, und zwar in der Weise, dass die neueren Werke mehr 
nach den üblichen bibliographischen Gesichtspunkten eingetheilt wurden, 
dagegen die älteren kostbaren Werke und die Ornamentstiche sich im 
Ganzen und Großen der Anordnung der Sammlungen des Museums an 
kunstgewerblichen Objecten anschlossen. Jene wurden in dem ersten, 
großen Bibliothekssaale aufgestellt, die letzteren, also die lncunabeln, 
selteneren Drucke und die Ornamentstichsammlung in dem zweiten, 
kleineren Saale, welcher bei der Installirung eigentlich als das Arbeits- 
zimmer der Bibliotheksbeamten geplant war. 
Im Laufe der Jahre haben sich die Verhältnisse allerdings nach 
zwei Richtungen gründlich geändert. Der Stellraum im großen Saale 
erweist sich als unzureichend bemessen, und einzelne Partien der modernen 
Literatur mussten bereits in den zweiten Saal übertragen werden. Aber 
auch dieser füllt sich allgemach in einem Maße, dass die Zuweisung 
weiterer Räume für die Bibliothek zur dringendsten Nothwendigkeit 
geworden ist. Nicht minder macht sich der Raummangel nach einer 
zweiten Richtung in empfindlichster Weise geltend, nämlich in Folge des 
stets wachsenden Zudranges von Bibliotheksbesuchern. Die Zahl derselben 
war seit Eröffnung des Museums von Jahr zu Jahr gestiegen und betrug 
im Jahre 1876 rund 11.600 Personen. Bishin war die Bibliothek im 
Sommer von 9 bis 2 Uhr und während des Winters außerdem an zwei 
Abenden der Woche von 6 bis 8'], Uhr für das Publicum geöffnet. Um 
den Bedürfnissen der kunstindustriellen Kreise in weitgehendstem Maße 
entgegenzukommen, ward die Bibliothek seit dem Jahre 1877 während 
der Wintermonate, vom 2x. October bis zo. März, an fünf Abenden der 
Woche, statt wie früher an zweien, der Benützung des Publicums zu- 
gänglich gemacht. Die Zweckmäßigkeit dieser Einrichtung erwies sich 
sofort durch die rapide Zunahme der Besuchszitfer, so dass bereits 
im Jahre 1878 über 20.000, und im Jahre 1882 nicht weniger als 
25.800 Besucher der Bibliothek gezählt wurden. Bei solchem Zudrang 
ist es selbstverständlich, dass die Zahl der Sitzplätze im großen Saale, 
welcher als der eigentliche Lesesaal anzusehen ist, nicht mehr ge- 
nügt, weshalb zahlreichen Besuchern und insbesondere den Professoren 
der Kunstgewerbeschule sehr oft auch das Arbeitszimmer der Bibliotheks- 
beamten zur Verfügung gestellt wird. Was jedoch einerseits als Zeugniss
	        

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