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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XVIII (1883 / 219)

bestrebt sind, dem l-landfertigkeits-Unterricht Eingang zu verschaffen. 
In Deutschland wirken in Schrift und That seit den letzten Jahren der 
' Oberlehrer Götze in Leipzig und der Directionsrath v. Schencken- 
dorff in Görlitz, um das Interesse für den Handfertigkeits-Unterricht 
zu befördern. Es hat sich im deutschen Reiche ein Central-Cornite 
für Handfertigkeits- Unterricht und Hausfleiß gebildet, welches 
heuer im October in Leipzig seine Sitzungen abgehalten hat. Der 
nächstjäbrige Versammlungsort des Central-Cotnitäs wird Osnabrück sein. 
Denjenigen, welche sich speciell über diese Frage in Kurzem orien- 
tiren wollen, ist außer den Schriften von Rissman "Geschichte des 
lArbeitsunterrichtsn und E. SchenckendorfFs "Der praktische Unter- 
richt eine Forderung der Zeitß die Denkschrift zu empfehlen, welche 
Dr. Waldemar Götze über diesen Gegenstand in Leipzig, Verlag von 
Heinrich Matthes (F. C. Schilde) 1880, hat erscheinen lassen. Nähere 
Details finden sich auch in der zweiten Auflage meiner Brochure über 
vden Zeichenunterrichtu, Wien 1882, bei Wilhelm Braumüller. 
Die Leipziger Lehrer nehmen die Durchführung der Schülerwerk- 
stätte für Knaben mit pädagogischem Tacte und mit Energie in die Hand. 
Sie errichten Lehrcurse für den Arbeitsunterricht. Der Vorstand 
der Leipziger Schulwerkstatt hat einen Aufruf an die Schüler gerichtet, 
welcher dieselben zur Betheiligung an den Werkstattscursen auffordert. 
Diesem Aufruf ist in überraschender Weise Folge geleistet worden. Gegen 
550 Schüler haben sich gemeldet. Eine große Anzahl von Schülern 
musste wegen verspäteter Anmeldung zurückgewiesen werden. Der Vor- 
stand der Schulwerkstatt sieht in dieser lebhaften Betheiligung einen 
Beweis dafür, dass dem Triebe, sich praktisch zu bethätigen, der in jedem 
gesunden Knaben rege ist, im Leben der großstädtischen Jugend nicht 
genügende Rechnung getragen wird und dass die Knaben jeder Ge- 
legenheit, ihn zubefriedigen, ein starkes und natürliches Interesse ent- 
gegenbringen. Aber auch viele Eltern haben Verständniss für den Gedanken, 
diese natürliche Freude der Jugend an der Arbeit für die Erziehung 
auszunützen und ihre Söhne auch in Bezug auf Geschicklichkeit und 
praktischen Sinn dem Leben tüchtiger ausgerüstet zuzuführen, als dies 
jetzt geschieht. 
Wenn aber das Interesse an der Schulwerkstatt, wie anzunehmen 
ist, zunimmt, so wird es bald an tüchtigen Lehrern fehlen. Die Sorge um 
Herbeischaifung solcher Lehrer für den Arbeitsunterricht wird dringlicher. 
Der Vorstand und die Cursleiter der Schulwerkstatt haben die 
Einführung von Lehrercurseu für den Arbeitsunterricht in's Auge gefasst 
und in einem Circular ihre Collegen, welche Interesse für die Erziehung 
zur Arbeit und selbst Neigung zu praktischer Thätigkeit haben eingeladen, 
sich an den Lehrercursen der Schulwerkstatt zu betheiligen. 
Der Stundenplan für die diesjährigen Lehrercurse in Leipzig ist 
folgender :
	        

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