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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XIX (1884 / 225)

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liebem Stiche. Allein der weitaus größere Theil der Oberfläche ist mit einer schwarzen 
Schichte bedeckt, die stellenweise (wie namentlich am Baumstrunke) einem Oeltfarben- 
anstriche täuschend ähnlich ist. . 
Es wurde nun an einzelnen Stellen nach vorhergegangenem Abwaschen mit 
Wasser mittelst eines Borstenpinsels alkoholische Seifenlcsung aufgerieben, nachher 
wieder mit Wasser gewaschen und dieses Waschen mit einer völlig neutralen Natron- 
olseife noch weiter fortgesetzt, wodurch wohl die Entfernung von Schmutzllecken, im 
Uebrigen jedoch nur ein gleichartigeres Ansehen des schwarzen Ucberzuges erreicht 
wurde, dessen unschönes, mattes Ansehen auch durch Abreibungen mit öligen und 
trockenen Flanelllappen nicht wesentlich alterirt wurde. 
Die Hoffnung, dass aus diesem schwarzen Ueberzuge sich mit der Zeirnoch eine 
schöne Patina bilden werde, kann allerdings nur als eine sehr geringe bezeichnet werden; 
denn es ist hier nicht die so wnnschenswerthe, langsam vorschreitende Bildung eines 
dichten, glänzenden Ueberzuges zu beobachten, sondern es tritt uns eine rauhe, miss- 
farhige, zum Theile mulmige Kruste entgegen, welche überhaupt nur selten die Bildung 
einer wahren Patina veranlasst. 
Da jedoch eine Reinigung der Oberfläche unter den obwaltenden Umständen einer 
allfälligen Patinabildung nur förderlich sein kann und überdies schon der Schmutzilecken 
wegen geboten ist, so wurde beschlossen, das ganze Monument einem Reinigen durch 
Abwaschen mit Seife und Abreiben mit öligen und schließlich mit ganz trockenen Flanell- 
(lecken zu unterziehen, wobei bemerkt werden muss, dass unter allen Umständen ein 
Aufbringen von Oel selbst (oder ein Haftenbleiben von Oel) als ausgeschlossen zu gelten hat. 
Die Durchführung der ganzen Reinigungsarbeit wurde den bewahrten Händen des 
-Herrn Alexander Schroth, Gypsformator des k. k. Oesterr. Museums, anvertraut. 
Um jedoch möglicherweise ein Urtheil darüber zu gewinnen, wie sich das Aus- 
sehen des Monumentes gestaltet hätte, wenn man dasselbe vorn Tage seiner Aufstellung 
an sorgfältig rein gehalten hltte, wurde an einer von unten nicht sichtbaren Stelle (hori- 
zontale Fußplatte) eine Flache im Ausmaße von einigen Quadratcentimetern blank gelegt, 
was durch Waschen mit einer verdünnten [Jösung von kohlensaurem Ammoniak im 
Laufe einer guten halben Stunde vollkommen gelang. 
Diese Stelle soll von nun an ebenso behandelt werden, wie der übrige Theil des 
Monumentes, und vielleicht dürften sich auf diese Weise Anhaltspunkte gewinnen lassen, 
um zu entscheiden, ob im vorliegenden Falle eine stetige Reinigung einen günstigen 
Einfluss auf den Verlauf der Patinabildung genommen hatte. 
Wien, 22. April 1884. 
Dr. Bauer. 
Chlumecky über die Handfertigkeit in der Volksschule. 
Der Curator des Oesterr. Museums, Exc. Johann R. vqChlum ecky, 
nimmt im öffentlichen Leben eine so hervorragende und geachtete Stellung 
ein, dass wir es für angemessen halten, sein Votum über die Handfer- 
tigkeit in der Volksschule, welches er in A. D0rn's "Volkswirth- 
schaftliche Wochenschriftv Nr. 18 vom z. Mai 1884 zum Ausdruck brachte, 
unseren Lesern vollständig mitzutheilen: 
Die manuelle'Leistungsfähigkeit des österreichischen Arbeiters steht im Allgemeinen 
gegen jene seines ausländischen Berufsgenossen, des deutschen und vollends des franzö- 
sischen oder englischen Arbeiters, um ein Erhebliches zurück. 
Dieser Umstand trägt wesentlich dazu bei, uns den Wettkampf mit der auslän- 
dischen lndustrie zu erschweren; in ihm liegt die Hauptursache der meist so geringen 
Hohe unseres Arbeitslohnes.
	        

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