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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe II (1887 / 4)

schaltetem Netze hat an und für sich etwas lgnables an sich, passt aber dann ganz und 
gar nicht, wenn es sich um Wiedergabe kleiner Gegenstände mit vielen Einzelnheiten 
handelt, mit Einzelnheiten, deren Elemente kleiner sind als die Maschen des Netzes. Die 
meisten Abbildungen des Buches sind mit dem angedeuteten Verfahren hergestellt. 
Indess nehmen wir sie auch so mit Dank auf, da sie immerhin das Bestimmen von 
Plaqueuen sehr erleichtern und durch ihre Qualität den Preis des Buches auf einem 
mäßigen Niveau erhalten. Fr. 
ß 
Le Livre. Ulllustration, la Reliure. Par Henri Bouchot. (Bibliotheque 
de l'enseignement des beaux-arts.) Paris, Quantin. 8". 320 S. 
Der Verfasser der nPortraits au crayonl erzählt in der vorliegenden Arbeit die 
Entstehung des gedruckten Buches und seine Geschichte bis auf unsere Tage. Eine 
wissenschaftliche Leistung wird weder angestrebt, noch erreicht.- Kein Zweifel, dass 
auch Arbeiten ihre Berechtigung haben, welche es sich zur Aufgabe stellen, die Er- 
gebnisse fremder Einzeliorschung in Kürze zusammenzutragen, und gewiss lasst sich mit 
ein wenig Uebersicht über das behandelte Gebiet und ein hischen Geist von Seite des Ver- 
fassers gerade auf diesem Wege viel Gutes stiften. Aber gelöst wird diese Aufgabe 
von Bouchot nicht, vielmehr haben wir eine oberflächliche, buchmacherische Arbeit 
vor uns, die mit Thatsachen und Btichertiteln, nach denen wir nicht verlangen, mühsam 
die Seiten füllt, aus der wir hundert Dinge erfahren und doch nicht das Geringste lernen. 
Nicht ohne Missvergnugen wird man einen chauvinistischen Grundzug durch das ganze 
Buch verfolgen, der die Werkstätten von Jenson, Elzevier und Anderen geradezu für 
Frankreich in Anspruch nimmt und die Italiener eines scertain idealisme de com- 
mandev anklagt und mit ein paar Worten abthut; dass die gesarnmte französische 
Bücherillustration des 16. Jahrhunderts fast ausschließlich auf ihren Schultern steht, 
hat Verfasser leider anzumerken vergessen. Dürer's Apokalypse als wfantaisie gras- 
siizre- wird gegenübergestellt der usouplesse du dessin: einer Mer des Histuires. Von 
sammtlichen deutschen Büchern des 16. Jahrhs. finden sich blos l-lolbein's Todtentanz, 
der Theuer dankh und Cranach's nmittelmäßigesc Passionale - lauter ngros ouvrages 
lnurds. - genannt, Verfasser kennt keine anderen, wie ihm auch von der ganzen 
deutschen Literatur blos Bartsch, Passavant und Thausing's Dürer - der Letztere nur 
vom Hbrensagen her - bekannt sind. Dass es sich unter solchen Voraussetzungen nicht 
verlohnt, die zahllosen derben lrrthümer und Fehler richtig zu stellen, leuchtet ein. 
Zum Schlusse sei nur noch einer erheiternden geographischen Bemerkung Bouchofs 
gedacht, die sich da findet, wo er nach Schilderung der großen Druckereien im Rhein- 
lande auf Paris übergeht: dort wurden die ersten Bücher gedruckt - ude ce cote 
du Rhinh 
Berlin. P. 
ü 
Ueber die chemische Zusammensetzung einiger keramischer Alterthiirner 
der Provinz Brandenburg. Von Edmund Jensch. (Berichte der 
deutschen chemischen Gesellschaft in Berlin. 19. .lahrg., Heft 16.) 
In der Provinz Brandenburg ist besonders der Kreis Guben ausgezeichnet durch 
seinen Reichthum an vorgcsehichtlichen Funden, und Verfasser unterwarf das Material 
einer Reihe von keramischen Producten, die jener Gegend entstammen, einer chemischen 
Untersuchung. Diese Producte waren fast ausschließlich Bruchstücke germanischer Urnen 
von heidnischen Begrabnissplatzen, wie von der nSchwedenschanze- bei Stargardt, dem 
heiligen Lande bei Niemitsch, dem Urnenfelde am Wege von Reichersdorf nach Küppern, 
dann von Linderode bei Sornu u. a. m. lm Ganzen wurden Ii Obiecte der Untersuchung 
unterworfen, überdies eine Analyse des rohen Thones, welcher nahe der Fundstelle 
einer Urne bei Linderode gegraben wurde, vorgenommen und eine so nahe Beziehung 
zwischen der Zusammensetzung dieses RohstoEes und dem Materiale der Urnen nach- 
gewiesen, dass angenommen werden darf, dass die der Untersuchung unterworfenen 
keramischen Gefäße seinerzeit an Ort und Stelle gefertigt und gebrannt wurden. Eine 
gewisse Menge Phosphorsaure, welche in dem Materiale der Urnen aufgefunden wurde, 
muss auf eine zufällige Beimengung von phosphorsaurehaltigen Stoßen, etwa Knochen- 
asche, zurückgeführt werden, zumal dieselbe nicht gleichmäßig in dem Material: vertheilt 
ist, sondern zonenweise auftrat. A. B.
	        

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