MAK

Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe II (1887 / 7)

396 
Venedig. Wien. 
- Wolf, A. Die National-Ausstellung in - Lcisching, E. Die Ausstellung kirch- 
Venedigkuustgewerbe. (Allgkunstchnzz) licher Kunstgegenstände im Oesterr. Mu- 
Wien. seum. (Allgem. Ztg., Beil. 138.) 
- Kirchliche Ausstellung. (Blätter f.Kunst- - Neumann, W. A., s. Gruppe IX. 
gewerbe, XVI. 5.) -Sc-hnerich, A. Ausstellung kirchlicher 
- llg, A. Möbel-Ausstellung 1887. (Die Kunstgegenstände. (Der Kirchenschmuck 
Presse, x35.) [Seckau], 6.} 
Notizen. 
(Das kunstgewerbliohe Museum der Handels- und Gewerbe- 
kammer in Prag.) Dem Berichte des Curatoriums für das Verwaltungs- 
jahr 1886 ist zu entnehmen, dass die Entwickelung dieses jungen Insti- 
tutes einen erfreulichen Fortgang nimmt. Nach Beendigung der Ausstellung 
im Jahre 1885 musste vor Allem Vorsorge getroEen werden, den Stand 
der Sammlungen auf eine solche Höhe zu bringen, dass das Museum der 
allgemeinen Benutzung übergeben werden kann. Durch zahlreiche Ankäufe 
und namhafte Geschenke, besonders von Seite des Herrn A. Ritter v. Lanna, 
nahm der anfänglich 272 Nummern zählende Grundstock der Sammlungen 
rasch zu und erreichte in verhältnissmäßig kurzer Zeit die Höhe von 
1059 Nummern, Bereitwilligst zur Verfügung gestellte Gegenstände aus 
fremdem Besitz wie eine Sammlung von Bucheinbänden des Oesterr. 
Museums und zahlreiche kostbare Objecte der Sammlung Lanna füllten 
die noch vorhandenen Lücken aus. Auf solche Weise konnte das Museum 
bereits am 12. Mai 1886 zur allgemeinen Benutzung eröffnet werden, und 
es ist ein erfreulicher Beweis für das Interesse des Publicums an diesen 
Sammlungen, dass die Besuchszißer von 1571 im Mai bis Ende December 
1886 auf 18.534 gestiegen ist. Auch in Prag hat sich die Veranstaltung 
einer Specialausstellung während der Sommermonate vorzüglich bewährt, 
und waren es diesmal Handarbeiten der rnährischen Hausindustrie aus dem 
Besitze des Museums-Vereines in Olmütz, welche in der Zeit vom 20. Juni 
bis 16. August einen zahlreichen Besuch des Museums herbeiführten. 
(Oarrler-Bellensa 1'.) Am 4. Juni starb zu Sevres Albert Ernest Barrier- 
Belleuse. Derselbe war 1824 geboren und Schüler des David d'Angers. Zu seinen 
berühmtesten Werken zählen u. A.: Die Bacchantin, Messias, schlafende Hebe, ver- 
lassene Psyche, die Statue des Camille Desmoulins und eine große Anzahl von Büsten. 
Gleichzeitig war Carrier-Belleuse für die kleine Sculptur in der Kunstindustrie unermüdlich 
thatig und zeigte hier eine außerordentliche Erßndungsgabe. 
(Schliemann) Die anthropologische Gesellschaft in Berlin hielt unter Vorsitz des 
Professors Virchow ihre März-Sitzung ab. Von Heinrich Schliemann lag ein eingehender 
Bericht vor, der vom 19. Februar aus Theben in Aegypten datirt war. Nach demselben 
hat Schliemann seine ägyptische Reise vor Allem auch dazu benützt, ein bisher stark 
vernachlässigtes Gebiet, die Keramik des Pharaonen-Landes, zum Gegenstande interes- 
santer Forschungen zu machen. Er hat etwa 300 wohlerhaltene Gefäße gesammelt, dar- 
unter alle jene Typen, die auf der Pyramide Ramses' IL, im Tempel von Abydos etc. 
abgebildet sind. ln Nubien hat Schliemann zwar sehr wenig ganze Gefäße gefunden, ist 
aber unablässig und erfolgreich bemüht gewesen, auf den dortigen alten Baustellen charak- 
teristische Topfscherben zu sammeln. Wie er mitthcilt, werden noch jetzt in Nubien die 
Topfergefaße in derselben primitiven Weise ohne Drehscheibe, und zwar lediglich von 
Frauen hergestellt wie in den uralten Zeiten. Auch Spinnen und Weben wird noch in 
der uralten Weise betrieben, und zwar auch von Männern. Das Spinnrad ist noch völlig 
unbekannt. Die Nubierinnen zahlen zu den schönsten Frauen der Welt, obgleich sie sich 
die Lippen durch Tätowiren und Einpressen von Ringen und durch eine sonderbare Haar- 
tracht veranstalten. Schliemann fand Spuren früherer hoher Cultur. Augenblicklich ist 
das Land armselig; die Männer gehen vielfach nach Kairo oder Alexandrien, wo sie als 
Hausdiencr ihrer Treue und Ehrlichkeit wegen geschützt sind. Die Frage, welche Be- 
leuchtungsmittel die Aegypter angewendet, ist noch ungelöst. 
Für die Redaction verantwortlich: J. Fulneric: und F. Rüter. 
Selbstverlag den k. k. Oesterr. Museums für Kunst und Industrie. 
lnchrlrnckerd von cut omiau Sohn All Wien.
	        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.