MAK

Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe II (1887 / 7)

isi 
viermal wiederholt ODCIC, DOCIC DOCIC, ungewiss ob Worte oder 
Siglen .. . .n ") Die Schrift wird als Capitalis bezeichnet. 
Auf dem Becken von Pöddes"), gleichfalls schon erwähnt, werden 
folgende Figuren angegeben: In der Mitte eine weibliche Gestalt, die zwei 
runde Gegenstände hält. Die Umschrift ist undeutlich. Im Rande erscheinen 
die Figuren von SPES, (I)RA,(P) INVES (invidia), IDOLATRIA. Im 
äusseren Kreise wiederholen sich in einem Kranze mehrmals die Worte: 
DOLVS und ODIVM. Der Rand scheint mit dem Perlenpunzen behandelt 
ZU SCIH. 
Die Bronzeschüssel des Pester Nationalmuseumsm") zeigt in der 
Mitte die_Figur der (H)VMILITAS, die in beiden wenig erhobenen Händen 
le einen rundlichen Gegenstand hält. Im Rande sind in regelmäßiger Reihe 
die Brustbilder von SPES, KARITAS, PACIENTIA und FIDES angebracht. 
Zu beachten ist vielleicht der Umstand, dass je zwei dieser nimbirten 
Figuren die Köpfe einander zugekehrt haben (o'28 Meter im Durchmesser, 
o'o7 Meter in der Höhe). 
Die Provenienz dieses Beckens ist leider unbekannt. Herr Custos 
Dr. Hampel in Pest theilt mir gütigst mit, dass der Gegenstand dem 
alten Sammlungsbestande angehört und nicht unwahrscheinlich aus einem 
ungarischen Funde stammt. 
Wie erwähnt, ist in den letzten Jahren viel einschlägiges Material 
an die Oeffentlichkeit gekommen. So haben im Jahre 1883 die nlahr- 
bücher des Vereines von Alterthumsfreunden im Rheinlandeu 1-) drei gravirte 
Schüsseln publicirt, die in vieler Beziehung von größtem Interesse sind. 
Eine derselben ist im Besitze von Dr. Wings in Aachen und enthält 
eine Reihe von Darstellungen zur Ursula-Legende. Die zweite Schüssel 
') lch glaube nicht, dass man hier an Siglen denken darf, sondern halte diese 
Buchstabenreihen fnr versrnmmelre Worte, die ein des Schreibens unkundiger Hand- 
werker gravirt hat. Aehnliche Vorkommnisse sind ja schon an den antiken Vasen so 
häufig und werden auch im Mittelalter so oft beobachtet, dass wir hier wohl sicher 
gehen, wenn wir Siglen anschließen. in unserem Falle sind die an und für sich sinn- 
losen Buchstabenreihen wahrscheinlich aus den Worten: QQIVM, mLVS und 
LN C_LITVM durch mehrmaliges, versulndnissloses Copiren entstanden. Diese drei 
Worte werden wir auch auf einer ostpreußischen Schüssel finden; die zwei ersten stehen 
auch auf dem Becken von Pöddes und auf einer Schüssel in München. 
"') Die bei Poddes gefundene Schüssel ist in den Verhandlungen der gelehrten 
esrhnischen Gesellschaft zu Dorpat von 1849 beschrieben. Der Band, obwohl er sowohl 
in der Wiener Hofbibliorhek, als auch in der dortigen Universitntsbibliothek vorhanden 
ist, war mir nicht zuginglich, weshalb ich den Auszug benütze den Römer im urchaeo- 
logiai ertesitö gegeben hat u. zw. in Uebersetzung, die ich der Gote von Herrn Custos 
Hnmpel verdanke. 
ß") Zuerst publicirt von Römer in Inrchaeologiai ertesitö- von 1868, dann neuerlich 
besprochen von mir in derselben Zeitschrift (Heft vom 15. April 1887). 
1') Heft 75. S. (4 E. (Artikel von J. Aldenkirchen).
	        
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.