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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe IV (1889 / 9)

Literatur - Bericht. 
Das hötische Leben zur Zeit der Minnesinger. Von Alwin Schultz. 
2. verm. und verbess. Aufl. I. Bd., mit r76 Holzschnitten. Leipzig, 
S. Hirzel, t889. 80. 688 S. M. t6. 
Nach zehn Jahren erlebt dieses mit großer Gelehrsamkeit geschriebene, nicht eben 
populäre Buch eine zweite Auflage. Wir freuen uns dessen aufrichtig im Interesse der 
culturhistorischen Studien, sowie auch im Interesse der Kunstgeschichte, zu deren tieferer 
Begründung es Material in Fülle bietet, wenn auch nur für eine verhaltnissmaßig kurze 
Epoche. Die Art des Buches, welche zu dem darstellenden Text alle Belege in den Ori- 
ginslstellen aus Chroniken, Dichtungen und sonstigen geschriebenen Quellen hinzufügt, 
ist bekannt genug. Dem Leser wird durch diese Art- wohl der Genuss der Lectüre 
erschwert, wer aber selber forschen und urtheilen will, wird dem Verfasser für seine 
mühsame Zusammenstellung nur dankbar sein, Die Methode ist in der neuen Ausgabe 
die gleiche geblieben, der Inhalt aber reich vermehrt. Der Verfasser hat alle mittlerweile 
zahlreich erschienenen Arbeiten auf demselben Gebiete ßeißig benützt und den Gewinn 
seinem Werke zugänglich gemacht. Der Umfang dieses ersten Bandes ist dadurch von 
510 Seiten auf 688 angewachsen und ebenso ist die Zahl der Abbildungen von lio der 
ersten Auflage auf 175 in der zweiten gestiegen. Ebenfalls ist schon diesem ersten Bande 
ein ausführliches höchst nützliches Register hinzugefügt worden. Das Buch hat somit in 
jeder Beziehung gewonnen. J. v. F. 
er 
Ancien Japan par G. Appert, Professeur ä Ia Faculte de droit de Tokio, 
avec la collaboration de Mr. H. Kinoshita, Bibliothecaire en chef de 
l'Universit6 Imp. du Japon. Tokio, 1888. kl. S". 15 sh. 
Dieses Werk soll ein Nachschlagebuch sein über das, nwas die Japaner von ihrer 
Vergangenheit wissen oder zu wissen glauben, ein bequemes Werkzeug für den Forscher, 
ein Wörterbuch für den Freund der japanischen Kunst-i. Es ertheilt zu dem Zwecke 
Auskunft über die Lesung der japanischen Datirungen, liefert eine Chronologie, alpha- 
betische Verzeichnisse der Kaiser, der Schogun, der Nengo oder Aeren, der Daymio, 
jhrer Schlosser und Wappen (zu letzterem Verzeichnisse 307 Abbildungen}. Liste der 
spanischen Maler nach den Schulen geordnet, Verzeichniss illustrirter Bücher und der 
für das Japanische wichtigen chinesischen Schriftzeichen, endlich ein kurzgefusstss Worter- 
buch, welches sich jedoch auf die Namen der berühmtesten Personen, auf die am hau- 
figsten in der Kunst vorkommenden mythologischen Gestalten, Bezeichnungen für alt- 
japanische Einrichtungen und Gebräuche und Ausdrücke, für welche die europäischen 
Sprachen kein völlig entsprechendes Wnrt haben, beschrankt. Dass ein solches, an Ort 
und Stelle und unter Mitwirkung gelehrter Japaner gearbeitetes Werk einem dringenden 
Bedürfnisse entgegenkommt, bedarf keiner Betonung. B. 
Ü 
Die Technik der Aquarellrnalerei, von Ludwig Hans Fischer. (Mit 15 
Illustrationen im Text, 5 beigegebenen Mustern von Aquarellpapier 
und 15 eingeklebten farbigen Facsimiledrucken von Beispielen der 
Aquarellmalerei.) Wien, Carl Geroltfs Sohn. 8'. 90 S. fi. z'5o. 
Ein Buch aus der Feder eines Künstlers - für Künstler und Kunstverstündige 
geschrieben! Die physischen Mittel der Aquarellmalerei sind darin Dcnjenigen, welche 
sich ihrer zur Kunstübung bedienen wollen, in der denkbar einfachsten und klarsten 
Weise vorgeführt, ihre Eigenschaften finden wohlbegründete Erklarung und die Hanti- 
rungen, welche bei ihrem Gebrauche vorkommen, werden auf das Gewissenhafteste 
gezeigt. In glücklichster Art wird ferner alles das, was sich durch bloße Beschreibung 
nicht vollkommen genug vor Augen führen lasst, in natura vorgewiesen. Manche sonst 
erst auf dem langen Wege der Erfahrung sich otfenbarende Eigenheit der Mache, je 
nach Bedarf mit Nutzen zu berücksichtigen, präsentirt sich kurz und bündig. Dabei ist 
in dem ganzen Buche kein überflüssiges Wort. Alles dieses zu verwerthen wird und 
muss Denjenigen gelingen, denen das malerisch Darzustellende von Haus auls 
kein sGeheimnissl ist. Für Andere konnte und wollte auch der Verfasser nicht 
schreiben, in welchem Sinne er auch in der uVorbemerkungu seinen Standpunkt entwickelt. 
Von diesem Buche, dem Zwecke und der Durchführung nach verschieden zeigt sich 
ein zweites, die Aquarellmalerei behandelndes Werkcben:
	        

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