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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe IV (1889 / 11)

1890. Januar g. Dr. Eduard Leisching: Das Wesen der künstlerischen Phantasie. 
u 16. Vice-Director A. S chäffer: Die alpine Landschaftsmalerei. 
1 23. Prof. Dr. Fr. Linke: Die Porzellanmanufactur Sevres und das fran- 
zösische Porzellan. 
- 3a. Prof. Dr. Wilh. Neumann: Bischof Bernwlrd von Hildesheim in 
seiner Zeit. 
Februar 6. Excell. Gundacker Graf Wurmbrand: Heimische und alritalische 
Bronzen. 
. 13. SECL-Rlllh Prof. Herich: Die kunstindusxrielle Bewegung in Ungarn. 
l 20. Hofraih Prof. E. Horrmann: Die Anforderungen der praktischen 
Wirthschaf! an kunstgewerbliche Erzeugnisse. 
- 2.7. Director Dr. A. Ilg: 
Marz 6. Die Bauten an der kaiserlichen Burg seil Fischer von Erlach. 
u I3. Archivnr Prof. v. Feldegg: Kunslarbeiten in Leder u. Buchbinderei. 
w 20. Cuszosadjunct Dr. K, Masner: Das Cosrüm in der antiken Kunst. 
Die am 24. und 31. v. M. stattgefundenen Vorlesungen dee Directors Hofrath J. R. 
v. Falke bringen wir an anderer Stelle dieser und der nächsten Nummer vollinhalllich 
zum Abdruck. 
Literatur - Bericht. 
Aus dem weiten Reiche der Kunst. Auserwählte Aufsätze von Jacob 
von Falke. Berlin, Allg. Verein für Deutsche Literatur, 1889. 8". 
387 S. M. 7. 
Wie der Titel des Buches es ausdrückt, werden darin die mannigfaltigsten kunst- 
wissenschaftlichen Steife behandelt, aber durchweg Stoffe, welche zu Forderungen, Be- 
dürfnissen, Bewegungen auf dem Gebiete des künstlerischen, vornehmlich des kunst- 
gewerblichen Schaffens der Gegenwart in unmittelbarer Beziehung stehen. Der größere 
Theil, zwei Drittel, des Raumes ist dem Orient gewidmet, dessen heutige Kunst seit 
den ersten allgemeinen Industrie-Ausstellungen so viel zur Wiederbelebung des Formen- 
und Farbensinnes im Abendlande beigetragen, und naturgemäß zur eingehenden Beschaf- 
tigung mit ihrer eigenen Vergangenheit angeregt hat. So berichten die ersten Abschnitte, 
wie die Kunst der Araber auf dem heimatlichen Boden sich entwickelt hat, und in 
Spanien zur Blüthe gelangt ist, hier, starker als in Asien und Afrika von der Antike, 
von der christlichen Kunst befruchtet und diese ihrerseits befruchtend. Darauf folgt 
Indien mit seinen beiden Elementen des Hinduthums und des Islam. Einzelabhandlungen 
über Wohnräume, Metall- und Schmuckarbeiten und Gewebe des Orients reihen sich an, 
also über diejenigen Kunstzweige und Arten der Technik, welche für uns vor Allem 
praktische Bedeutung haben. Die Geschichte der Porzellanfabrication in China und Japan 
endlich versetzt uns in die erste Periode des Einflusses Ostasiens auf die europäische 
Kunst, und der nächste Abschnitt zeigt die Wirksamkeit dieses Einflusses in einer Rich- 
tung, nämlich in dem Bemühen, wirkliches Porzellan herzustellen, in Italien, dann in 
Deutschland u. s. f., und den selbständigen Entwickelungsgang des Porzellans in den ver- 
schiedenen Ländern. Ein weiterer Abschnitt erörtert die Ursachen der Herrschaft des 
französischen Geschmackes in einem geschichtlichen Rückblicke auf die politische und 
wirthschaftliche Vleltlage, welche Frankreich zu der führenden Stellung verhalf und auf 
die Umstände, welche jenes Land diese Stellung behaupten ließen. TreEend wird zum 
Schlusse hervorgehoben, die Größe und die Lebenskraft der französischen Kunstindustrie 
liege in der Fähigkeit, wahrend sie sich die Ideen aus der ganzen Welt holt, alles und 
jedes Entlehnte dennoch französisch erscheinen zu lassen, nihm durch gefällige Mache, 
durch Koltetterie der Formen und der Ausführung ein französisches Cachet aufzudrüekem. 
Den Beschluss macht eine geschichtlich-ästhetische Darstellung des kirchlichen Wand- 
schmuckes von der Katakombenzeit angefangen, und die Erörterung der Bedingungen 
künstlerischer Ausschmückung des Gotteshauses, welches bisher bei der Reformbewegung 
fast leer ausgegangen ist. 
Wer mit des Verfassers Arbeiten bekannt ist, dem braucht nicht gesagt zu werden, 
dass alle diese Themen in ihrem natürlichen Zusammenhange mit gleichzeitigen Er- 
scheinungen auf verwandten oder doch benachbarten Lebensgebieten aufgefasst und be- 
sproehen sind, und dass die Darstellung auch streng fachlichen Gegenständen allgemeines 
Interesse zu verleihen weiß. B. 
il-
	        

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