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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XI (1896 / 9)

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Scala d'oro ist wieder Vittoria's Werk, dessen Name auch sonst mit dem 
Dogenpalast verknüpft ist. lm Antikenmuseum oben erinnern wir uns 
ferner wieder an Vittoria, der mit einiger Freiheit viele der Statuen 
restaurirt hat. Als nämlich Vincenzo Scamozzi den Vorsaal der Libreria 
vecchia (eines Meisterwerkes Sansovinesker Kunst) zu einem Antiken- 
museum umgestaltete, in welchem die Sculpturen aus den GrimanVschen 
Schenkungen aufgestellt werden sollten, - es war um 1592 - restaurirte 
(nach Temanza's Angabe) Alessandro Vittoria den Inhalt dieses neuen 
Museums, der späterhin bekanntlich in den Dogenpalast gebracht wurde '). 
Zu den auffallendsten Werken Vitl0ria's im Dogenpalast gehören 
die drei Figuren über der Thür, die vom Anticolleggio zum Colleggio 
führt. Es sind signirte, durch Michelangelo beeinflusste Werke, die aber 
trotz der Signatur von Moschini verkannt worden sind "). 
Dann kommen noch die vielen Werke unseres Künstlers in Betracht, 
die sich in den Kirchen tVenedigs erhalten haben: der große Hieronymus 
bei den Frari (photographirt, auch abgebildet bei Temanza-Moschini und 
Yriarte: Venise); der wenig kleinere knieende Heilige in San Giovanni 
e Paolo, wohin er aus der Scuola di San Gerolamo gebracht worden ist; 
der Titelheilige an der Faqade von San Zaccaria, das Selbstmonument 
und die Statuetten auf den Weihwasserbecken in derselben Kirche, eine 
Bliste und Puttenliguren in Sant' Antonio, die Heiligenßguren in San 
') Vergl. Temanza: Vita di Vincenzio Scamozzi Vieentino architetto (Venedig 
1770), S. XXI f., und Valentinelli: Marmi scolpiti nel Museo archeologico della Merciena 
di Venezia (1866), S. Xll E. - Zu Vittoria's Antheil an den Giganti vergl. besonders 
die Urkunde bei G. B. Lorenzi: Monumenti per servire alla storia del palazzo ducale di 
Venezia l (1863), Lett. D. E. 93g (S. 482). Aus einer Urkunde von 157: geht hervor. 
dass nehen dem Hauptmeister Jecopo Sansovino hier auch die Bildhauer Domenico da 
Sal6 und Battista di Bernardin, ganz abgesehen von einigen Steinmetzen, einen gewissen 
Anlheil an der Arbeit haben. Gedanken und Modelle waren aber wohl von Jaeopo 
Sansovino allein, der seinen Namen auf die Plinthen setzte. Zu den Stucchi an der Scala 
d'oro vergl. Francesco Zanolto: Il palazzo ducale ll (1353), S. 3 lf. und 6, sowie Ternanza: 
Vita di Jacopo Sansovino, S. 4:. - Für die meisten der genannten Leistungen Vittorifs 
ist nachzulesen bei E. Cicogna in den nlscrizioni venezianeu (nach den Registern), ferner 
in der uVita di Alessanclro Vittoria scritta e publieata da Tommaso Tenunza ora ripro- 
dotta con note ed en-iendeu (von Moschini). Venedig 18:7 (wird hier citirt als Temanza- 
Moschini), auch in der lßiblioteca Trentinav (1358), nVita di Alessandm Vittoria . . 
eompoata dal Conte Benedetto dei Giovanelli e rifusa e accresciute da Tornmaso Garn 
(hier citirt als Giovunelli und Gar). - Zu den Stuechi in der Libreria veechia vergl. 
Francesco Saneovino: nVenezia, cittä nobilissima . . . deecrittan (1581), Bl. 114a. Die 
Karyatiden an der Libreria vecchia bedeuten nach Sanaovino nFatieu und nLCggiidfiBl. 
Beide Figuren waren schon 1553 bestellt. Vergl. Giovanelli und Gar, S. 11g (beweiaende 
Briefstelle). Dass jedesmal auch die guten Führer durch Venedig, besonders die Guida 
von Moschini, aufzuschlagen sind, halte ich für selbstverständlich. 
") Moschini: Guida per la citti di Venezia l(1815), 5.417, nennt wenigstens hier 
Vittoria] Namen nicht und scheint die Figuren auf den Monogrnmmisten nB L F: (wohl 
B l F) zu beziehen, dessen Zeichen an der Architectur vorkommt. Später, 1827, wieder 
richtig eingereiht bei Temanza-Mosehini.
	        

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