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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XI (1896 / 9)

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Salvadore, die Grimanibüste in San Sebastiano, allerlei Sculpturen in San 
Giuliano, die höchst gelungenen Sansovinesken-Gestalten auf einem Altar 
in San Francesco della vigna, wo auch die Statuelten der beiden Weih- 
wasserbecken Vittoria's Signatur aufweisen; endlich eine Jacobsstatue in 
San Giacomu di Rialto, der ehrwürdigsten Kirche Venedigs. - Keine 
Aufzählung dies, sondern nur Beispiele, aus der Masse herausgegrilfen, 
die mir besonders charakteristisch erscheinen und mir noch fest im 
Gedächtniss haften. Dabei möchte ich die Bemerkung nicht versäumen, 
dass es recht nützlich wäre, vom Stande der neuesten Kunstgeschichte 
aus doch das ganze erhaltene Material über Vittoria gelegentlich zusammen 
zu fassen und reich illustrirt zu veröffentlichen. lst doch auch außerhalb 
der Kirchen Venedigs, ja außerhalb Venedigs selbst gar viel von Vittoria's 
Werken erhalten. Das Correfsche Museum (Museo civico) besitzt zwei 
dunkel bestrichene Terraccttabüsten, deren eine, die Rangonebüste, signirt 
ist (AL. Vtc-r. F.)'). In demselben Museum verwahrt man die Reste des 
Candelabers aus der Capella dell" Rosario, der angeblich auf Vittoria 
zurückgeht"). im Besitze der Accndemia zu Venedig kennt man eine 
Porträtbüste von Vittoria's Hand. Eine lange Reihe von Büsten, die ihm 
oder seiner Schule angehören und die sich im venezianischen Privatbesitz 
oder im Kunsthandel befanden, nennt Cicogna in seinem großen Werke 
über venezianische lnschriften. 
Was anderwärts von Vittorizfs Werken erhalten ist, sei hier eben- 
falls nur angedeutet. Zu Vicenza hat Vittoria eine reiche Thätigkeit 
entfaltet. In Padua sieht man von ihm im Santo das Contarinidenkmal 
(das an der Plinthe, auf der die Sclavenftguren stehen, signirt ist). Andere 
Arbeiten enthält die Villa Maser bei Treviso. Wieder Anderes anderwärts 
in Museen, z. B. in Berlin. Allzuwenig beachtet ist die Büste des Laurentius 
Capello senior. welche eine Hauptsehenswürdigkeit der Sammlung in der 
Communalbibliothek in Trient bildet"'). 
') Nr. 7 der Guide von 188i (S, 56). Nach Luzariä Angabe ist auch die zweite, 
die Venierbhste, signirt. Vergl. nNotizil delle opere d'une . . dellu Racecltn Correrl 
(1859), S. 27a. 
") Vergl. Repertorium für Kunatwiasenschaft lV, S. m2. 
"') Etwu über lebensgroße Marmorbnste. Signirt: nALEXANDlR VICTORIA- F.- 
(l statt E in Alexander). Scheint eine der spätesten Arbeiten des Künstlers zu sein. Die 
Büste in Trient stammt aus der Ci Cnpello in Venedig bei Ste. Mnril Formosa, wurde 
1830 vom Canonicus Moschini gekauft und dnnn der Stadt Trient zum Geschenk gemacht. 
Vergl. Cicognn: lecrizione venez. lll, S. 5:3, wo euch noch citirt wird der nmessnggier 
Tiroleseu vom December 1830 und als seeundir die IGBZGIKI privilegintnc. Zusammen- 
fnssend ist die Stelle bei Giovlnelli und Glr, S. 94.. Die Büste soll 1599 gearbeitet sein. 
- ZungContnrinidenkmll in Pndun s. Gonzati: L: blsilicn di S1nt' Antonio di Pndovn 
1852153, ll, 184 5., und Cicognara: Storin della eeulturl (Abbildung der zwei Sclaveny- 
ZuEden Arbeiten in Vicenzn vergl. neben Temanza-Moschini u. u. auch Temnnzu: Vita 
di AndnPnllndio, S.X und Ll f" zu denen in der Villa Masär wPart- (Bd. l) und Yriarte 
nLn vie d'un patricien de Venise nu seiziäme siäcleu (t874), S. 14g 5., Yrinrte vVenise: 
12 '
	        

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