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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe VII (1892 / 12)

Angelegenheiten des Oesterr. Museums und der mit 
demselben verbundenen Institute. 
Auszeichnung. Se. k. u. k. Apost. Majestät haben mit Allerh. 
Entschließung vom 3. November d. J. dem Mitgliede des Aufsichtsratbes 
der Kunstgewerbeschule des k. k. Oesterr. Museums für Kunst und In- 
dustrie, Ministerialrathe im Ministerium für Cultus und Unterricht Vincenz 
Grafen Baillet de Latour den Titel und Charakter eines Sectionschefs 
allergnädigst zu verleihen geruht. 
Neu ausgestellt Sa al I: Eine runde und eine längliche goldene Dose mit Miniaturen 
von van Blaremberghe (circa 1770i, Geschenke Sr. Durchlaucht des regierenden Fürsten 
Johann von und zu Liechtenstein; silberner Eimer mit Mascarons, Privateigenthum; 
silbernes Vaschen mit durchsichtigem Zellenschmelz, modern iapanisch; Taschenuhr von 
Gold mit Email; Falschschmuck aus Niedersachsen; Dose, Veilsderfer Porzellan, Armband- 
schließe, Rahmchen, 18. Jahrh.; Silberteller, Spiegelrahmen, Filigrankette, türkisch. - 
Saal ll: Romerglas mit Deckel, Louis XVL; Syrupkünnchen aus dem Lande Hadeln; 
Pokale aus Zechlin und Lauenstein; großes Trinkglas in Venezianer Art. - Saal lll: 
Zwei japanische Thongefaße aBanko-yakiu; Prager Steingutteller, 19. Jahrh. Anfang; Stein- 
gutkrüge, Alt-München und Alt-Braunschweig; Porzellangefäß von J. Petit in Belleville; 
Dame im Reifrock, Hochst; Alt-Berliner Kalfeeschale mit Landschaften in Braun (Wegely); 
Warmtopf, Luneville; Vase und Schale, Wedgwood; sitzender Schafer, Ludwigsburg; 
Kaifeekanne, Zuckerdose, Fasschen, Meißner Porzellan. - Saal IV: Gnbelinbehang mit 
Wappen, deutsch, 16. Jahrlm, Geschenk Sr. Durchlaucht des regierenden Fürsten Johann 
von und zu Liechtenstein. - Saal V: Thürbeschlag, Eisen; Wandleuchter, Eisen bemalt; 
Schlüssel, Eisen; Tafelaufsatz, Zinn; Miniatur-Spinnrad, Eisen geschnitten und gefeilt, 
18. Jahrh.; Bronzerelief, Grablegung, italienisch, 16. Jahrh., Geschenk Sr. Durchlaucht des 
regierenden Fürsten Johann von und zu Liechtenstein. - Saal Vl: Spanische Sticke- 
reien, 17. Jahrln; deutsches Kelchvelum, 13. Jahrh.; Eigenthum des Herrn Dr. Jele in 
Innsbruck; Maschinstickereien, ausgestellt von der k. k. Sticlterei-Fachschule in Dornbirn. 
- Saal Vll: Bemalte Cassette, italienisch, 16. Jahrh., Geschenk Sr. Durchlaucht des 
regierenden Forsten Johann von und zu Liechtenstein. - Sitzungssaal: Halsschmuck 
aus Gold, Lapis lazuli und Perlen, von Franz Keiler in Wien; Halsschmuck mit Mosaik 
von Knab, Gebr. Frank in Wien und Neuhauser in Innsbruck, beide auf Kosten des 
Hoftiteltaxfondes. 
Besuch des Museums. Die Sammlungen des Museums wurden in-i Monat 
November von 6340, die Bibliothek von zg4z, die Vorlesungen von 693 Personen 
besucht. 
Kunatgewerbesohule. Die Handels- und Gewerbekammer für 
Oesterreich unter der Enns hat der Kunstgewerbeschule des k. k. Oesterr. 
Museums zum Zwecke der Beschaffung des nöthigen pflanzlichen Studien- 
materials an der Fachschule für Blumenmalerei eine Subvention von 
300 B. bewilligt. 
Vorlesungen. Am 3. November sprach Prof. H. Macht über INaturformen und 
Ornamentika, - am 10. November Prof. Dr. J. Strzygowski über den wVolkerwan- 
derungastiln. Beide Vortrage werden vollinhaltlich in den aMittheilungenu zum Abdruck 
kommen. 
Am 17. und a4. November sprach Prof. Dr. F.Wickhoff über nUeberlieferung und 
Humanismus in der italienischen Kunstn. Er zeigte, wie wahrend des großen nationalen 
Aufsehwunges im 13. Jahrhundert die Künstler zuerst in Plastik und Malerei nach den 
classischen und byzantinischen Mustern griifen, als den besten Vorbildern, die ihnen 
zur Verfügung standen, aber keineswegs mit der Tendenz, die antike oder altchrist- 
liche Kunst wieder aufleben zu machen, wie die nächste Generation inzwischen mit den 
unendlichen Fortschritten der naturalistischen Kunstrichtung Mitteleuropfs, der sagen. 
gothischen Sculptur bekannt geworden, nun an diese anknüpfte, dabei aber unbewusst 
noch immer eine Menge von der Tradition festgehaltener Elemente der antiken Kunst bei- 
behielt. Der Vortragende führte aus, mit besonderem Hinweis aufdie theoretischen Schriften 
Dante's, wie man sich wlhrend dieser Periode im innigen Zusamrnenhange mit dem 
Alterthum fühlte und eine Unterbrechung der Culturentwickelung, die etwa konnte statt- 
gefunden haben, Niemandem in den Sinn kam. Dieser Ansicht traten nun die Humanisten 
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